Achim (Weser)
Achim ist die größte Stadt im Landkreis Verden in Niedersachsen, Deutschland, gelegen südöstlich von Bremen.
Geografie
Geografische Lage
Achim liegt in der Mittelweserniederung am Rande einer Geestlandschaft. In der Nähe der Stadt finden sich naturbelassene Moore.
Stadtgliederung
Die Stadt gliedert sich in zwei Ortschaften und sieben Ortsteile
Badener Berge
Die Badener Berge befinden sich in der Ortschaft Baden, einem Ortsteil von Achim. Die Landschaft ist geprägt von Marschland an der Weser westlich der Stadt, von bis zu 40 m hohen Dünenerhebungen und dem Badenermoor im Westen. Bis zum 19. Jahrhundert war das Gebiet nur spärlich besiedelt und die Einwohner lebten vom Kartoffelanbau, von der Schafzucht und von aus der Stadt Bremen hierher verlagerten Werkstätten.
In den Badener Bergen konnten von Hans Höppner in den Jahren 1898 und 1900 rund 200 der 250 in Deutschland bekannten Bienenarten nachgewiesen werden. Rund hundert Jahre später waren es laut Riemann nur noch 130 Bienenarten.
Öllager
Das Badener Öllager ist Teil einer Bunkeranlage aus dem Ersten_Weltkrieg. Sie wurde 1917 errichtet. Sie diente als Umschlagplatz für Rohöl, Heizöl und Treibstoff. Es wurden 14 unterirdische Behälter angelegt, die letzten beiden Behälter wurden jedoch wieder verschrottet. Während der Weimarer Republik war das Öllager an Ölfirmen vermietet. Im Rahmen der Remilitarisierung Deutschlands vor dem zweiten Weltkrieg wurde das Öllager erweitert und ausgebaut (ca. 36 Tanks). Aus dem Zweiten_Weltkrieg unbeschädigt hervorgegangen, wurde das Lager 1956 von den englischen Besatzungstruppen gesprengt.
Das Gebiet blieb jedoch weiter in militärischer Nutzung und wurde zum Truppenübungsplatz für die deutsche Bundeswehr. Die zahlreichen Gefechtsübungen und Panzerfahrten hatten einen gravierenden Einfluss auf die Vegetation. Ähnlich wie auf anderen Truppenübungsplätzen, zum Beispiel in der Lüneburger Heide, entstand eine typische Sand-Heiden-Landschaft.
Mit zunehmender Ausdehnung der Besiedelung durch die angrenzende Gemeinde Baden in den 1970er und 1980er Jahren begann zunehmend eine Unratverschleppung durch Verbringen vor allem von Gartenabfällen und Tierfäkalien in das Wald-Heide-Gebiet. Neue Gartenpflanzen verdrängten Teile der Fauna und Flora des Gebietes. 2003 und 2004 konnten noch 151 verschiedene Pflanzenarten im Öllager nachgewiesen werden.
Der Truppenübungsplatz und die dazugehörige Steuben-Kaserne wurden zu Beginn des Jahres 2003 geschlossen. Langfristig wird das immer noch einmalige Gebiet wohl der weiteren Zersiedelung der Landschaft zum Opfer fallen.
Geschichte
Achim wurde erstmals im Jahre 1091 als Arahem urkundlich erwähnt. Die beherrschende Höhe des Lindenberges südlich von Bremen, an die sich das alte Arahem lehnte, ist eine heidnische Kult- und Gerichtsstätte gewesen.
Achim war Versammlungsort eines sächsischen Hundertschaftsgerichts (später Gohgerichts).
Dreimal jährlich tagte das Gogericht bei der Gerichtslinde unter Vorsitz des Gografen, des "Stallers". Anfänglich wurde dieser gewählt, dann wurde dieses Amt den Herren von Clüver vom Erzbistum_Bremen als Lehen übertragen. Die Bezeichnung Gogericht erhielt sich für den Verwaltungsbezirk bis 1852, seine Nachfolge trat ein Amtsgericht an.
In Achim errichtete im 12. Jahrhundert die christliche Mission eine Taufkirche; sie war die Vorgängerin der heutigen bereits 1257 erwähnten St.-Laurentius-Kirche.
1381 wird Achim durch Kämpfe zwischen dem Herzog Albrecht von Sachsen mit dem Erzbischof von Bremen in Brand gesetzt.
Von 1626-1712 wurde Achim wechselweise von Dänen und Schweden und während des Siebenjährigen_Krieges von französischen Truppen besetzt.
Nach dem Wiener Kongress von 1815 gehörte Achim zum Königreich Hannover, welches 1866 preussische Provinz wurde.
Mit dem Bau der Bahnstrecken zwischen Bremen und Hannover sowie der sogenannten Amerikalinie von Bremen über Uelzen nach Berlin bzw. Magdeburg erhielt Achim 1847 einen Bahnhof.
1932 werden die beiden Kreise Verden und Achim zum Kreis Verden zusammengelegt. Der Altkreis Achim verliert wirtschaftlich starke Gemeinden an Bremen (Hemelingen, Mahndorf, Arbergen und Sebaldsbrück).
Am 1. Mai 1949 erhielt Achim die Stadtrechte.
Politik
Stadtrat
Der Rat besteht aus 38 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister.
• Demokratische Union Deutschlands/'>CDU] 13 Sitze
• Partei Deutschlands|SPD] 15 Sitze
• 90/Die Grünen|Grüne] 4 Sitze
• Demokratische Partei|FDP] 2 Sitze
• Wähler|WGA] 3 Sitze
* Einzelvorschlag Harder 1 Sitz
(Stand: Nantes.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die Stadt zeichnet sich durch eine hervorragende Infrastruktur aus: durch ihre direkte Lage an der Eisenbahnlinie_Bremen-Hannover bzw. Bremen-Uelzen(Amerikalinie; gemeinsamer Streckenverlauf von Bremen bis Langwedel) gibt es regelmäßige Zugverbindungen nach Bremen und/oder Hannover, mit Anschluss an viele Fernverbindungen. Zu den Zeiten des Berufspendlerverkehrs verkehren die Züge in kurzen Abständen und ermöglichen so das direkte Umsteigen in den bremischen/hannöverschen Nahverkehr. Des Weiteren ist sie über 3 Anschlussstellen an die Bundesautobahnen A 1 und A 27 angeschlossen. Besonders diese verkehrsgünstige Lage hat sie in den letzten 30 - 40 Jahren zu einer begehrten Wohnstadt für viele Familien aus Bremen gemacht.
Einrichtungen
Achim ist neben Verden Standort der Aller-Weser-Klinik, eines Krankenhauses der Regelversorgung in kommunaler Trägerschaft.
Bildung
In Achim sind alle verbreiteten Schulformen vertreten. Es gibt 6 Grundschulen, je eine Hauptschule und Realschule, und mit dem Gymnasium_am_Markt sowie dem Cato Bontjes van Beek-Gymnasium 2 Gymnasien, sowie mit der Erich Kästner-Schule auch eine Schule für Lernhilfe.
Vereine
Achims Kulturlandschaft wird vor allem durch zahlreiche Vereine belebt. Zu nennen sind hier neben den traditionellen Schützen-und Sportvereinen auch die freiwillige Feuerwehr und der Pfadfinderstamm des Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder BdP Wikinger Achim. Bekannt ist der Handball-Zweitligaverein SG Achim/Baden.
Persönlichkeiten
Heinz Emigholz (* 1948), freier Filmemacher, Autor, Künstler und Produzent

