Achilleion (Leipzig)
Das Achilleion Leipzig ist eine 1923/24 erbaute, von Oskar Pusch und Carl Krämer entworfene Messehalle, die auch als Sportpalast genutzt wurde. Das Gebäude wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt und ist seit dem darauf folgenden Umbau als sowjetischer Pavillon (Messehalle 12) bekannt.Lage und Umgebung
Das ehemalige Achilleion (jetziger sowjetischer Pavillon) befindet sich in Leipzig auf dem alten Messegelände, südöstlich der Innenstadt in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals und der Deutschen_Bücherei.
Geschichte des Gebäudes
Das heutige alte Messegelände in Leipzig war 1913 Ort der IBA. Die damals errichteten Hallen wurden für die Technische Messe genutzt, deren Erfolg bald Neubauten erforderlich machte. Das Achilleion entstand 1923/24 als Ausstellungshalle für Werkzeugmaschinen.
In den zwanziger Jahren wurden in vielen deutschen Städten neue Sportstätten gebaut, z. B. Stadien in Hamburg, Nürnberg, Frankfurt am Main und Frankfurt an der Oder und die Westfalenhalle in Dortmund. Auch in Leipzig wünschte man sich eine Halle, insbesondere für Radrennen, die Stadt konnte jedoch kein Geld dafür aufbringen. Schließlich erklärte sich der Verband der Werkzeugmaschinenfabrikanten bereit, seine Messehalle in den Wintermonaten zur Verfügung zu stellen, und der ?Verein Sportplatz Leipzig? übernahm die Kosten für die Umgestaltung des Innenraums. Die Architekten der Halle versahen das Gebäude mit einem antikisierenden Portikus, um das Sportpublikum mit der nüchtern-modernen Halle zu versöhnen. Am 8. Oktober 1927 wurde die Sporthalle für 8000 Zuschauer unter dem Namen ?Achilleion? eröffnet.
Der Sportpalast in der Messehalle war als vorläufige Lösung gedacht, blieb aber lange Leipzigs einzige Großsporthalle. Das Konzept der Kombi-Halle mit Ausstellungen und Sportveranstaltungen erwies sich als erfolgreich und wurde auch 50 Jahre später beim Bau der Messehalle 7 übernommen.
Im 2. Weltkrieg wurde das Achilleion stark zerstört. Schon im Mai 1946 fand jedoch die erste Leipziger Messe nach dem Krieg statt, das alte Messegelände wurde Schritt für Schritt wieder nutzbar gemacht. Das Achilleion wurde allerdings erst 1950 als ?sowjetischer Pavillon? wieder eröffnet, wo bis zum Ende der DDR die Messerundgänge der Staats- und Parteiführung begannen. Der Portikus wurde mit einer hellen Verkleidung versehen, und das Gebäude erhielt eine markante goldene Spitze mit rotem Sowjetstern.
Der Portikus des sowjetischen Pavillons steht heute, wie drei andere Objekte auf dem alten Messegelände, unter Denkmalschutz.
Siehe auch
Klassische Moderne (Architektur)
Neue Sachlichkeit
Leipziger Messe
Leipzig
Weblinks
• Artikel über den Sportpalast Achilleion in der Zeitschrift des Sportmuseums Leipzig

