Achenseebahn 1 bis 4
Die Nr. 1?4 sind Dampflokomotiven der Achenseebahn in Tirol. Baugleiche Lokomotiven wurden auch von der Kaschau-Oderberger Bahn für die Csorbatoi_Fogaskerekü_Vasut (Tschirmersee-Zahnradbahn) in der Hohen_Tatra im damaligen Oberungarn beschafft.
Geschichte
Die Lokomotiven für die Achenseebahn wurden 1888/89 von der Lokomotivfabrik Floridsdorf in Wien nach Konstruktionsplänen der Maschinenfabrik Esslingen gebaut. Sie erhielten dort die Nummern 1 bis 4 und die Namen Theodor, Hermann, Georg und Carl. Die Nummer 4 wurde nach dem Zweiten_Weltkrieg ausgemustert, um fortan als Ersatzteilspender zu dienen. Die anderen Lokomotiven sind bis zum heutigen Tag unverändert auf ihrer Stammstrecke in Betrieb. Seit 1982 tragen die drei Lokomotiven die Namen der Anliegergemeinden Eben_a._A., Achenkirch und Jenbach, welche die Eigentümer der Achenseebahn sind. Ab 2001 wurde aus dem noch vorhandenen alten Rahmen von Nr. 2, dem Antrieb der Nr. 3 und einem in Polen bei Interlok gefertigten neuen Kessel eine neue Nummer 4 aufgebaut, welche seit 2005 wieder in Betrieb steht.
Für die Zahnradbahn von Csorba (Tschirm, heute: ?trba) nach Csorbató (Tschirmer See, heute: ?trbské Pleso) in der Hohen Tatra wurden 1896 zwei weitgehend baugleiche Lokomotiven gefertigt. Die Lokomotiven erhielten die Betriebsnummern 1 und 2. Nach der Verstaatlichung der Kaschau-Oderberger Bahn 1924 gelangten diese in den Bestand der ?SD, welche sie mit den neuen Nummern U 29.001 und U 29.002 bezeichnete. Nach der Stillegung der Bahn im Jahre 1932 wurden die Lokomotiven ausgemustert und später verschrottet.
Technische Merkmale
Wie bei Zahnraddampflokomotiven vielfach üblich, arbeitet die Zweizylinder-Nassdampfmaschine auf ein Vorgelege mit einer Untersetzung von 1:1,95. Die mittig angeordnete Zahnradachse dient auch der Kraftübertragung auf die beiden normalen Treibachsen für den Adhäsionsbetrieb mittels Kuppelstangen. Drei von einander unabhängige Bremssysteme gewähleisten einen sicheren Betrieb auf der Zahnradstrecke. Die bei Zahnraddampflokomotiven übliche Riggenbach-Gegendruckbremse dient als Beharrungsbremse bei Talfahrt. Am Vorgelege befindet sich eine Rillenbandbremse, die als zusätzliche Betriebsbremse zum Anhalten und Sichern des Zuges dient. Auf das Bremszahnrad wirkt eine Rillenklotzbremse. Alle drei Systeme sind für sich in der Lage, einen kompletten Zug in der Steilstrecke zu halten.
Zwischen den Achenseebahnlokomotiven und den Loks der CFV gab es folgende Unterschiede:
* Kesselneigung: 80 ? (Achenseebahn), 60 ? (CFV)
* Sicherheitsventil: Ramsbottom, 1897 auf Federwaagventil umgebaut, Feder hinter dem Dampfdom (Achenseebahn), Federwaagventil, Feder neben dem Dampfdom (CFV)
* Laternenstützen an der Führerhausrückwand: oberhalb der Puffer (Achenseebahn), in ca. Hüfthöhe des Lokomotivführers (CFV)
* Injektor: Bauart Körting (Achenseebahn), Bauart Friedmann (CFV)
* Durchmesser des Dampfdoms: 700 mm (Achenseebahn), 620 mm (CFV)
Literatur
* Karl Armbruster, Hans Peter Pawlik: Jenbach?Achensee, Verlag Slezak, Wien, 1993, ISBN 3-85416-149-2
Weblinks
• Webseite der Achenseebahn
• www.dampflok.at

