Achalm
Die Achalm (707 m über NN), der ?Hausberg? der Stadt Reutlingen, Baden-Württemberg ist ein Zeugenberg des nördlichen Vorlandes der Schwäbischen_Alb in Südwestdeutschland. Auf dessen Gipfel befinden sich spärliche Reste der Fundamentgemäuer der gleichnamigen mittelalterlichen Burg mit einem 1838 als nachgebautem Bergfried errichteten Aussichtsturm, der einen Rundblick über die Städte Reutlingen, Eningen, Pfullingen, das nördliche Albvorland und den Nordrand der Schwäbischen_Alb - den Albtrauf - bietet. Man sieht ferner Tübingen, den Schönbuch und - bei klarer Sicht - bis zur Hornisgrinde im nördlichen Schwarzwald.
Die Ostflanke der Achalm liegt auf der Gemarkung von Eningen unter Achalm, einer unmittelbaren Nachbargemeinde Reutlingens.
Als so genannter Zeugenberg (geologisches Zeugnis/Beleg über die vorgeschichtliche Ausdehnung des Weißjura ablegend) mutet die Achalm mit ihrer charakteristischen Kegelform ähnlich wie der 105 m niedrigere, etwa 2,5 km südwestlich gelegene Georgenberg an wie ein erloschener Vulkan. Anders als der Georgenberg ist die Achalm jedoch nicht vulkanischen Ursprungs, sondern besteht wie die etwa 4 km entfernten östlich gelegenen Ausläufer der Schwäbischen Alb aus weißem Jura.
Namensherkunft
Der in der Ballade ?Die Schlacht bei Reutlingen?Ludwig Uhland: Die Schlacht bei Reutlingen (Ballade) [http://www.wernerfrueh.de/schlachtrt.htm] vom Romantik-Dichter Ludwig Uhland aufgegriffenen Legende nach soll der Name des Berges bzw. der vormaligen Burg auf die letzten Worte eines tödlich getroffenen Burgritters zurückgehen. In seinem Todeskampf seien dessen letzte Worte ?Ach Allm...? gewesen, wobei er den gemeinten Ausruf ?Ach Allmächtiger!? aufgrund des eintretenden Todes nicht mehr habe aussprechen können. - Wahrscheinlicher dürfte allerdings die Annahme sein, dass der Name vom altdeutschen Begriff Ache (Bach) an der Alm (Bergweide) herrührt.
Umgangssprachlich wird von der einheimischen Bevölkerung oftmals die schwäbische Abkürzung Achl für die Achalm verwendet.
Geschichte der Burg und der Domäne Achalm
Von der im 11. Jahrhundert auf der Achalm von den Grafen Egino und Rudolf erbauten Burg sind nur noch wenige Mauerreste und der um 1838 wiederaufgebaute Bergfried erhalten. Die Burg zerfiel bereits im 15. Jahrhundert. Während des Dreißigjährigen_Krieges berief sich Erzherzogin Claudia von Tirol (Claudia de Medici) auf ihre Rechte an der "Pfandschaft Achalm" und beanspruchte etwa 30 württembergische Dörfer. Vom Schloss Pfullingen aus ließ sie diese Besitzungen verwalten. Erst durch den Westfälischen_Frieden erhielt Herzog Eberhard_III. von Württemberg diese Dörfer zurück. Nach dem Ende des Krieges kam es zur endgültigen Schleifung der Burggemäuer; zudem wurden sehr viele Steine als Baumaterial für Stadthäuser verwendet.
Am Abhang der Achalm blieb ein Hof bestehen, der von Herzog Eberhard III. 1650 als Melkerei eingerichtet wurde. Im 18. Jahrhundert kam die Achalm in den Besitz von Privatleuten.
König Wilhelm_I. von Württemberg kaufte 1822 das Gut von den privaten Eigentümern und ließ auf der Achalm eine Schaf- und Ziegenzucht aufbauen. Später wurde die Hofdomänenkammer, die als Behörde für die Verwaltung des Privatvermögens der königlichen Familie zuständig war, mit der Verwaltung der Domäne Achalm beauftragt und ließ sie durch einen angestellten Verwalter bewirtschaften. Auf der Achalm wurde hochwertige Wolle erzeugt. Seit 1909 wurde die Domäne an einen Pächter verpachtet, aber die Ertragslage auf dem kargen Berg gestaltete sich schwierig, obwohl der Pächter auch eine Gaststätte betrieb.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entschloss sich Herzog Philipp Albrecht von Württemberg zum Verkauf der Domäne. Da Verhandlungen mit der Stadt Reutlingen scheiterten, veräußerte die Hofkammer des Hauses Württemberg die Achalm im Jahr 1950 an einen Schafhalter. Es gelang jedoch der Stadt, den neuen Besitzer zur Abtretung des etwas unterhalb des Bergfrieds gelegenen Scheibengipfels zusammen mit der Burgruine zu bewegen. Heute wird auf dem Scheibengipfel vor dem eigentlichen Bergkegel der Achalm auch ein Hotel betrieben.
Die Achalm gehört seither mit ihrem größten Teil zu Reutlingen und gilt wie die Marienkirche oder das Tübinger Tor als eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt.
Persönlichkeiten
• Grieshaber], bildender Künstler, expressionistischer Grafiker und Holzschneider lebte ab 1947 bis zu seinem Tod 1981 an der Ostflanke der Achalm.
Quellen
Literatur
* Eberhard Fritz: Das Hofgut Achalm im Besitz des Hauses Württemberg. Erscheint in: Reutlinger Geschichtsblätter 45/2006.
Weblinks
• Informationen und verschiedene Bild-Ansichten zur Achalm (v.a. auch historisches Bildmaterial)
• WebCam mit Blick zur Achalm von Reutlingen Nord aus
• Die Achalm - Informationen und Foto (aufgenommen aus größerer Entfernung) auf pfullingen.de

