Achal Tekkiner
Der Achal Tekkiner ist die dritte Vollblutrasse der Welt, die durch Isolation auf die Wüstenoasen und dem wasserarmen Wüstenklima auf extreme Härte ausgerichtet war. Sie nahm vermutlich nicht nur Einfluss auf Araber, sondern auch auf Türkische, Ägyptische, Indische und Chinesische Pferde und trägt ihren Namen aufgrund des Hauptzuchtgebietes, der Oase Achal, 20 km von Asabaidchan (Turkmenien) und dem dort lebenden Stamm der Tekk (Turkmenen). Aber auch Parther und in Baktrien züchtete man Achal Tekkiner.
Er ist eine der Wüste hervorragend angepasste Pferderasse, deren Ursprung ebenso im Dunkeln liegt
wie ihre Vergangenheit. Ihr Zuchtgebiet erstreckt sich über mehrere Länder von Kasachstan über Turkmenistan bis nach Afghanistan.
Die erste Zucht dieses Pferdes dürfte etwa 6000 Jahre (3000 Jahre vor Christi Geburt) her sein.
Exterieur
Das Exterieur des Achal-Tekkiners ist relativ uneinheitlich und doch grundverschieden von allen
anderen Pferderassen.
Er hat einen edlen Kopf mit geradem Profil, langen schmalen recht hoch aufgesetzten Hals, (Gazellengleich),eine mittellange manchmal steile Schulter, einen langen geraden Rücken. Es ist hochbeinig ohne Kötenbehang, hat kleine harte Hufe und eine seidig aussehende Mähne mit jedoch recht spärlich erscheinendem Schweif. Der Widerrist ist ausgeprägt, die Kruppe ist leicht abfallend, die Hinterhand wenig gewinkelt,
(was bei anderen Rassen absolut nicht gewünscht ist). Die Ohren sind länger und breit auseinander stehender als bei anderen Pferderassen und leicht sichelförmig. Die Augen wirken oft mandelförmig. Dieser Eindruck wird noch verstärkt, weil viele Pferde eine schwarzen Rand um die Augen haben. Das Fell hat häufig einem metallenen Glanz, so dass vor allem _Isabellen und _Falben und sogar _Cremello golden glänzen. Es ist seidenweich und sehr dünn. Die Bewegungen sind raumgreifend und (im völligen Kontrast zum geraden Rücken) extrem elastisch, das Galoppiervermögen ist besonders ausgeprägt. Es liegt eine Veranlagung zu Pass und Tölt vor.
Die oft gold schimmernde Farbe brachte ihnen in China den Namen "Himmelspferde" ein, weswegen die
Chinesischen Kaiser sogar Krieg mit Baktrien führten, um in den Besitz der Pferde zu kommen.
Ebenso lässt sich ihr Exterieur in den Hinterlassenschaften der Ägyptischen Pharaonen nachweisen.
Interieur
Kühn, mutig, intelligent, sehr empfindsam, gelehrsam auf Menschen bezogen. Pferde, die ohne menschliche Nähe aufwuchsen, zeigen oft eine vornehme Zurückhaltung. Lockmittel sind hierbei
oft wirkungslos, was ihnen leider den Ruf eines schwierigen Pferdes einbrachte (und so nicht
stimmt). Diese Pferde reagieren auf jede Vibration und beobachten ihre Umgebung sehr genau,
ebenso sind sie enorm trittsicher, gewandt und nervenstark. Viele erweisen sich als wahre
Multitalente in den unterschiedlichsten Reitsportarten und sind nicht nur langlebig, sondern
auch bis ins hohe Alter extrem leistungsbereit. Nicht wenige Olympiasieger waren Achal-Tekkiner.
Der Achal Tekkiner wird hauptsächlich in Turkmenistan aber auch in jüngster Zeit weltweit für Pferderennen, für Wanderreiten, Distanzreiten, Springreiten, Dressurreiten und sogar für zirzensische Übungen und Reiterschulung eingesetzt.
Zuchtgeschichte
Der Achal Tekkiner ist ein direkter Nachfahre des Turkpferdes und stellt einen typischen Vertreter des prähistorischen Asianpferd dar. Bereits vor der christlichen Zeitrechung war der Achal Tekkiner bis nach China bekannt und begehrt. Kriege und Raubzüge dezimierten die Rasse, die dann durch Timur Lenk (1336-1405) eine Auffrischung durch arabische Stuten erhielt.
Achal Tekkiner wurden häufig zur Veredlung von europäischen Rassen eingesetzt, speziell Turkmain Atti ist hier häufig in den Pedigrees vertreten und hat alleine in der ostpreußischen Warmblutzucht 17 Deckhengste hinterlassen. Über Beyerly Turk, vermutlich ein Turkmene oder Muniqiu-Araber, der als einer von drei - manche Berichte erwähnen vier - Stempelhengsten zur Begründung der Rasse des englischen_Vollblutes beigetragen hat, ist eine Verwandtschaft zur modernen Vollblutzucht begründet. In der Trakehner-Zucht Neustadt/Dosse wurde ein Achal-Tekkiner erfolgreich als Veredler eingesetzt.
Das Zuchtbuch dieser Rasse wurde 1917 eröffnet und wird in Russland geführt, obwohl seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Turkmenistan den Anspruch erhebt, das Recht auf die Zuchtbuchführung zu besitzen. Englische Vollblüter wurden um 1920 herum eingekreuzt.
Dies erwies sich jedoch nicht als Vorteil und so wurde dieser Versuch schnell wieder beendet.
Die Nachfahren dieser Kreuzung gelten seit 1936 nicht mehr als echte Achal-Tekkiner.
Da aber alle Zuchtbuchunterlagen sich in Moskau befinden, gelten als reinrassig nur diejenigen Achal Tekkiner, deren Vorfahren im VII Stutbuch erfasst sind. Der Achal Tekkiner ist das Wappentier Turkmenistans.
Der Achal Tekkiner wird in seinem Ursprungsland in freilaufenden Herden, sogenannten Tabunen gehalten. Die Herden werden von berittenen Hirten auf dem weitläufigen Steppengebiet gehütet.
Das Wichtigste kurz gefasst
Diese sehr alte Pferderasse wird in dieser Form in Turkmenistan bereits seit annähernd 3000 Jahren gezüchtet. Achal-Tekkiner gehören zu den zähesten, widerstandsfähigsten Pferden überhaupt. Mit ihnen war es in der Vergangenheit möglich, große Entfernungen in kurzer Zeit zu bewältigen. Selbst größere Wüstengebiete stellten doe Achal-Tekkiner dabei nicht vor unlösbare Aufgaben, so abgehärtet sind diese außergewöhnlichen Pferde gegenüber Hitze und Durst. Heute werden Achal-Tekkiner auf Grund ihrer Leistungsbereitschaft und Ausdauer vor allem als Spring- und Dressurpferde sowie als Renn- und Distanzpferde gezüchtet. Das Stockmaß des Achal-Tekkiners liegt zwischen 1,50 m und 1,60 m. Der Körperbau ist eher ungewöhnlich für ein Rassepferd, denn er weist einige Besonderheiten auf, die für gewöhnlich als Fehler bewertet werden. Dazu gehören die oftmals kuhhessigen Hinterbeine, die enge Stellung von Hinter- und Vorderbeinen, der steil aufgerichtete Hals sowie ie Gebäudeproportionen mit langem Rücken und den schwach gebauten Lenden. Die häufigsten Färbungen des feinen, dünnen Fells sind bei dieser Rasse Füchse, Schimmel, Rappen und Falben, Letztere oft mit einem wunderschönen Goldschimmer.
Achal-Tekkiner sind elegante und temperamentvolle Warmblüter
Siehe auch:
Liste der Pferderassen
Weblinks
*http://www.achal-tekkiner.de (Seite des Achal-Tekkiner Vereins)
*http://www.achal-tekkiner.com (Seite des Achal-Tekkiner Gestüts "Mevlana" in Thüringen)

