Naras
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Die Nara oder Naras (Acanthosicyos horridus) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Zur Gattung Acanthosicyos gehört nur noch die Art A. naudinianus, die von Angola bis zur Kapprovinz in der Kalahari verbreitet ist.
Namesherkunft
Die Nara ist auch unter dem Namen Nara-Frucht oder Nara-Melone bekannt und hat ihren Namen von den einheimischen Nama- und Damara-Stämmen, die sie !Nara nennen. Das Ausrufezeichen steht für einen Schnalzlaut in der Namasprache.
Vorkommen und Standort
Die Nara ist endemisch in Namibia und wächst in einem 40 - 60 km breiten Streifen an der 1000 km langen Küste vom Oranje im Süden bis zum Kunene im Norden. Innerhalb diese Gebietes kommt sie nur auf Bänken von Rivieren und Dünen vor, wenn ihre Wurzeln Grundwasser erreichen können. Man schätzt die Population auf einige hundert bis wenige tausend Exemplare, wobei ihre Anzahl und die Größe der Früchte in den letzten Jahren abnahm. Die Nara ist die häufigste Pflanze in der Namib-Wüste. Anhand von Fossilien nimmt man an, dass die Art seit 40 Millionen Jahren existiert.
Botanik
Die Nara ist ein blattloser Busch, der mit paarigen, 2 bis 3 cm langen Dornen besetzt ist und grüne, melonenförmige, dornenbewehrte Früchte entwickelt. Sie kann über 100 Jahre alt werden und bildet ein mehrere Meter breites, bis zu einem Meter hohes, wildes Gestrüpp aus Zweigen, das bis zu 300 m² bedecken kann. Dieses Gestrüpp sammelt Sand und bildet damit hohe Dünen, wobei der größte Teil der Pflanze im Sand versteckt ist, wo ihre bis zu 30 cm dicken und bis zu 40 Meter langen Wurzeln zum Grundwasser vorstoßen. Die Photosynthese findet in ihren Ästen, Blüten und Dornen statt.
Die männlichen und weiblichen Pflanzen haben hellgelbe oder grünliche Blüten. Die weiblichen Blüten sind an ihrem Fruchknoten unterhalb des Blütenbechers zu erkennen.
Die Früchte erreichen die Größe von Straußeneiern bei einem Gewicht von ca. 1 kg. Sie sind stark wasserhaltig, die enthaltenen Samen schmecken nussig und sind reich an Öl (ca. 55%) und Proteinen (ca. 30%).
Die Frucht wird von vielen Tieren der Namib verzehrt, darunter Giraffe, Gemsbock, Nashorn, Schakal, Hyäne und verschiedene Käfer. Hauptsächlich Elefanten und daneben Stachelschweine tragen zur Weiterverbreitung bei, denn sie scheiden einen Großteil der Samen unzerkaut wieder aus. Kleinere Nagetiere mit einem hohen Energiebedarf wie die Zwergrennmaus vertilgen dagegen hauptsächlich die nahrhaften Samen und sind für die Pflanze unvorteilhaft.
Nutzung
Für den menschlichen Verzehr sind sowohl die Frucht als auch die Samen (haltbargemacht durch Trocknen) geeignet, die Pflanze wird in Namibia auch medizinisch gegen Magenschmerzen, zur Beschleunigung der Wundheilung und als natürlicher Sonnenschutz genutzt.
Weblinks
• Nara bei Namib Web (in englischer Sprache)
• Naras, [[Deutsches Koloniallexikon] von 1920'']

