Abzug (Waffe)
thumb|right|300px|23_-_Der_Abzug_am_Beispiel_der_Colt_Government_M1911A1Der Abzug ist die Einrichtung an einer Schusswaffe, mit der die Fingerbewegung über eine Mechanik auf den Auslösemechanismus des Schlagbolzens übertragen wird.
Direktabzug
Hier wird die Fingerkraft gegen die Spannung der Schlagbolzenfeder direkt übertragen. Alle mechanischen Übertragungswege sollten poliert sein, um die aufzuwendende Kraft so gering wie möglich zu halten. Eine schlechte Abzugsmechanik "kriecht", d.h. der Abzug bewegt sich erst ein Stück nach hinten, bevor der Schuss gelöst wird, und/oder "hakt". Hier ist eine veränderte Druckausübung auf den Abzug nötig, um den Schuss auszulösen.
Stecherabzug
Diese Abzüge übertragen ihre Kraft indirekt, dadurch wird das nötige Abzugsgewicht gesenkt. Beim Stecherabzug wird durch "Einstechen" eine Feder im Abzug vorgespannt, die dann durch einen nur leichten Druck auf den Abzug entspannt wird. Die Energie der vorgespannten Stecherfeder wiederum löst den Schlagbolzen aus.
s.a. Stecher
Anti-Stress-Abzug
Als Anti-Stress-Abzug bezeichnet man einen Abzug bei Faustfeuerwaffen, der die versehentliche Schussauslösung in Stress-Situationen verhindern soll, da Menschen - hier der Waffenträger - in Stresssituationen zum Verkrampfen der Hände neigen und so bei gezogener Waffe bereits ungewollt einen hohen Druck auf den Abzug ausüben bzw. die Muskulatur die Finger zittern lässt.
Um zu verhindern, dass sich in Bereitschaftssituationen ein Schuss ungewollt löst und möglicherweise zu schweren oder gar tödlichen Verletzungen führt, gibt es verschiedene Ansätze:
= New York-Trigger
=Die Polizei in New York führte Pistolen des Modells GLOCK_19 ein, die statt eines Abzugswiderstandes von 2,5 kg einen Widerstand von ca. 4 kg haben.
Damit soll auch bei einem Verkrampfen der Hände bzw. zittrigen Fingern verhindert werden, dass der Abzug durchgezogen wird. Dieses wirkt sich jedoch nachteilig auf die Präzision aus, da durch die aufzuwendende Kraft der Schütze die Waffe leichter "aus dem Ziel drückt".
= Anti-Stress-Abzug
=Die Firma Walther benutzt einen Abzug, bei dem für den ersten Schuss ebenfalls ein hohes Abzugsgewicht zu überbrücken ist. Für die weiteren Schüsse ist nur noch ein niedriges Abzugsgewicht zu überwinden (single_action). Allerdings ist der Weg, den der Abzug zurücklegen muss sehr lang. Zittrige Finger bewegen sich nicht so weit.
Literatur
Kersting, Friedhelm; Kinsky, Helmut; Strube, Claus-Henning : Der Jäger und seine Waffen. Paul Parey Verlag; ISBN 3-89715-507-9

