Abtei Saint-Wandrille
Die Abtei Saint-Wandrille, die frühere Abtei Fontenelle, ist eine Benediktiner-Abtei im Département Seine-Maritime in der Normandie, die seit dem 7. Jahrhundert besteht und heute noch genutzt wird.
Geschichte
Wandrille, ein Beamter des Merowingerkönigs Dagobert I., gründete 649 die Abtei Fontenelle auf einem Grund und Boden, den ihm der neustrische Hausmeier Erchinoald zur Verfügung gestellt hatte. 787 wurde auf Befehl Karls_des_Großen von Landry, dem Abt von Jumièges und Richard, dem Grafen_von_Rouen für die Abtei ein Polyptychon angefertigt, das heute verloren ist. Fontenelle war die dritte Abtei in der Provinz Rouen nach Saint-Ouen und Saint-Evrault.
In einer Urkunde von Karl_dem_Kahlen vom 21. März 854 werden die Besitzungen der Mönche von Fontenelle aufgelistet: in Le Pecq (Yvelines), Chaussy-en-Vexin (Val-d'Oise), Pierrepont in der Gemeinde Grancourt (Somme), Bution (ein nicht lokaliserter Ort, der sich in der Nähe von Arpajon befinden muss) und Marcoussis (Essonne). Kurze Zeit später, um 858 wurde die Abtei von den Normannen geplündert und anschließend aufgegeben.
Um 960 ordnete Richard_I. von Normandie die Wiederherstellung der Abtei unter Führung von Gérard de Brogne an. Herzog Robert_der_Prächtige unterzeichnete eine Urkunde, die der Abtei die verlorenen Güter zurückgab, auf deren Basis das Kloster im Mittelalter seinen außergewöhnlichen Reichtum gründete.
Während der Religionskriege wurde die Abtei im Mai 1562 von Protestanten geplündert, in der Französischen_Revolution wurde sie aufgelöst und verkauft.
1895 wurde Saint-Wandrille durch Joseph Pothier wiedereröffnet, zuerst als Filialkloster von Abtei Saint-Martin de Ligugé, dann ab 1898 als eigenständiges Benediktinerkloster. Es war zwischendurch auch einige Jahre an den Schriftsteller Maurice Maeterlinck vermietet.
Architektur
Von der aus dem 13. Jahrhundert stammende Abteikirche, die mit Stilelementen der Normandie und der Île-de-France versehen ist, sind nur noch Ruinen vorhanden. Eine neue Abteikirche wurde von den neu eingezogenen Mönchen mit Material, das von einem abgerissenen Herrenzeit aus dem Département Eure und der Entstehungszeit der vorigen Kirche stammt, selbst gebaut. Der Kreuzgang der Klosters mit der Statue Notre-Dame de Fontenelle stammt aus dem 14. Jahrhundert, die Chapelle de Saint-Saturnin vermutlich aus dem 10. oder 11. Jahrhundert.
Die Reliquien des heilig gesprochenen Wandrille, die tausend Jahre lang in Belgien aufbewahrt wurden, wurden nach der Wiederinbetriebnahme an das Kloster zurückgegeben.
Äbte
Fontenelle
*Wandrille, 649
• von Champagne], Bischof_von_Paris, Rouen und Bayeux um 720-730, Abt von Jumièges und Fontenelle (719-723)
*Teutsind, Abt von Fontenelle und Saint-Martin de Tours
Saint-Wandrille
* Gervold, zuvor Bischof_von_Evreux (um 785)
Einhard, 817-824
Ansegis, 823-833
Ludwig, ? 867, Enkel Karls_des_Großen (Rorgoniden)
* Wido, auch Laienabt der Abtei Saint-Vaast
Gérard de Brogne
* Meinhard I., der Saint-Wandrille für Mont St. Michel aufgibt
* Gautier, um 1145
Joseph Pothier, OSB, erster regulärer Abt von Saint-Wandrille seit Jacques Hommet im 16. Jahrhundert, erster Abt seit der Aufhebung des Klosters durch die Revolution, Prior von Saint-Wandrille 1895, Abt 1898-1923,
* Jean-Louis Pierdait, OSB, Prior in Silos, Koadjutor in Saint Wandrille, Abt 1923-1941
* Gabriel Gonthard, OSB
* Ignace Dalle, OSB
* Antoine Levasseur, OSB,
* Pierre Massein, OSB.
Literatur
* Eustache-Hyacinthe Langlois, Essai historique et descriptif sur l'abbaye de Fontenelle ou de Saint-Wandrille, et sur plusieurs autres monuments des environs, éd. de Fontenelle, Saint-Wandrille, 1827.
* Ferdinand Lot, Etudes critiques sur l?abbaye de Saint-Wandrille, Honoré Champion, Paris, 1913.
* Fernand Lohier und Jean Laporte, Gesta sanctorum patrum Fontanellensium, Société d?Histoire de Normandie, Rouen-Paris, 1936.
* Ch. Fr. Toustain und René-Prosper Tassin, Histoire de l?abbaïe de Saint-Vandrille depuis l?an 1604 jusqu?en 1734, éd. Jean Laporte, Saint-Wandrille, 1936.
* Jean Laporte, "Inventio et miracula sancti Vulfranni", in Mélanges, 14. Reihe, Société d?Histoire de Normandie, Rouen-Paris, 1938, Seite 8-83.
* Jean Laporte, "Annales Fontanellenses priores (Chronicon Fontanellense)", in Mélanges, 15. Reihe, Société d?Histoire de Normandie, Rouen-Paris, 1951, Seite 65-90.
* Jean Laporte, "Fontenelle", in DHGE, Band XVIII, Spalte 915-953.
* Gabriel Gontard, l?Abbaye Saint-Vandrille de Fontenelle, éd. de Fontenelle, Saint-Wandrille, 1954.
* Pierre Le Gall, Saint-Wandrille, le monastère au quotidien, Dieppe, 1979.
* Yves Poncelet, "Le temporel de l?abbaye de Saint-Wandrille aux XIVe et XVe siècles", in Annales de Normandie, 29, Oktober 1979, Seite 301-330.
* Michel Nortier, "Les sources de l?histoire de la Normandie à la Bibliothèque Nationale", in Aspects du monachisme en Normandie, Paris, 1982, Seite 158-183.
* Yves Poncelet, Recherches sur le temporel médiéval de l?abbaye Saint-Wandrille de Fontenelle des origines au XIVe siècle, Mémoire de l?Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, 1984.
* Joseph Daoust, l'Abbaye de Saint-Wandrille, Ouest-France, Rennes, 1987.
* Yves Poncelet, "Le temporel de l?abbaye des origines à la restauration de 960", in l'Abbaye Saint-Wandrille, 36, 1987, Seite 10-42.
* Yves Poncelet, "Les possessions anglaises de l?abbaye de Saint-Wandrille", in Annales de Normandie, 37, Mai 1987, Seite 149-171.
* l'Abbaye Saint-Wandrille de Fontenelle, éditions de Fontenelle, Saint-Wandrille-Rançon, 1989.
Weblinks
* http://www.st-wandrille.com/

