Betragsfunktion
In der Mathematik ordnet die Betragsfunktion einer reellen oder komplexen_Zahl ihren Abstand zur Null zu. Dieser sogenannte absolute Betrag, Absolutbetrag oder auch schlicht Betrag ist immer eine nichtnegative, reelle Zahl.Die Betragsfunktion ist überall stetig, jedoch in 0 nicht differenzierbar.
Übliche Notationen für die Betragsfunktion sind
:
und
:.
frame|Verlauf_der_Absolutbetragsfunktion_auf_
Für eine komplexe Zahl ist
: ,
wobei die komplex_Konjugierte von bezeichnet.
Für reelle Zahlen (Fall b=0) ergibt sich die Zuordnung
:
Betrag und Metrik
Über den Betrag kann man eine Abstandsfunktion (Metrik) definieren:
Der Abstand zweier Zahlen und ist der Betrag ihrer Differenz .
Ist der Betrag nichtarchimedisch (siehe unten), dann ist die erzeugte Metrik eine Ultrametrik.
Beispiele
Ausgehend von der Gleichung sind alle gesucht, die diese erfüllen.
Man rechnet wie folgt:
:
: oder
: oder
: oder
Die Gleichung wird also genau durch 2 und -8 gelöst.
Verallgemeinerung: Betrag und Bewertung
Verallgemeinert spricht man von einem Betrag, wenn eine Funktion |·| von einem Dreiecksungleichung)
Gilt zudem
:4.
so spricht man von einem ultrametrischen oder nichtarchimedischen, andernfalls von einem archimedischen Betrag.
Die oben genannte Betragsfunktion auf den reellen bzw. komplexen Zahlen ist archimedisch. Da 3. aus 4. folgt, nennt man 4. auch die verschärfte Dreiecksungleichung. Nichtarchimedische Beträge spielen eine wichtige Rolle in der Theorie der Bewertung auf K.
Umgekehrt kann man einer Bewertung v einen nichtarchimedischen Betrag zuordnen, indem man für eine reelle Zahl setzt: .
Weitere Verallgemeinerungen
Der Absolutbetrag ist eine spezielle Norm; den Begriff Norm kann man als eine Verallgemeinerung des Absolutbetrags verstehen.
Eine Abschwächung der Axiome für den Betrag führt auf den Begriff des Pseudobetrags.

