Abhängigkeitsverlagerung
Unter Abhängigkeitsverlagerung oder Suchtverlagerung versteht man das Ausweichen oder der Missbrauch auf eine neue Abhängigkeit.
So ein Süchtiger mit einer Sucht aufhört, dafür aber Medikamente [http://heroin.suchtmedizin.info/tagung-99/gruesser.htm Opiatersatztherapie] [http://www.meduniqa.at/898.0.html Nikotinersatztherapie] oder andere Drogen konsumiert, so hat er seine Abhängigkeitserkrankung nicht zum Stillstand gebracht, sondern sie nur auf ein substanzähnliches oder anderes Abhängigkeitspotenzial verlagert. Weiters verlagern Substanzabhängige ihre Abhängigkeit in nichtstoffliche Bereiche. Sie betäuben sich in Tätigkeiten, siehe Workaholic. Oder leben exzessiv ihre Sexualität aus, siehe Hypersexualität.
Werden die Ursachen der Abhängigkeit nicht aufgelöst, etwa im Rahmen einer Psychotherapie und oder Selbsthilfegruppe, werden bei Verlagerung andere Substanzen oder Tätigkeiten süchtig konsumiert bzw. ausgeübt und treten so an die Stelle der Ursprungssucht.
Abhängigkeitsverlagerung als Verschleierung und Verleugnung
Abhängigkeitsverlagerung kann Abhängigen als Ausrede vor sich selbst oder anderen Menschen dienen, um zu beweisen, das ja eigentlich kein Problem mehr vorliegt. Die bisher als problematisch angesehene Substanz oder Verhaltensweise ist oberflächlich betrachtet "verschwunden", der neue Suchtbereich ist als Problem noch nicht "aufgetaucht".
Abhängigkeitsverlagerung ungleich Aufmerksamkeitsverlagerung
Als Konsequenz einer Genesung wird gerne das Gleichnis des Häutens einer Zwiebel bemüht. So, dass die erfolgreiche Entfernung einer Haut eine neue Haut zu Tage bringt, die schon vorher da war, aber vorher notwendig noch keine Aufmerksamkeit hatte. Es ist eine Überforderung, gleich mehrere Süchte anzugehen. So kann die Abstinenz zum Alkohol nach Jahren erreicht sein, und nun wendet sich die Aufmerksamkeit der auch bestehenden Nikotinsucht zu.
Vermeidung durch Therapie
Abhängigkeit ist eine Erkrankung, die im eigentlichen Sinne nicht geheilt werden kann, aber sie kann zum Stillstand gebracht werden, so dass der Süchtige nicht weiter Drogen zu sich nehmen muss. Durch genaues Betrachten der Persönlichkeit und therapeutisches Wirken, oft ist ein stationärer Aufenthalt notwendig, gelingt es vielen Abhängigen, ein alternatives Handlungsspektrum aufzubauen, und so ohne den Umstieg in eine andere Abhängigkeit abstinent zu leben.
Vermeidung durch Selbsthilfegruppen
Viele Abhängige gehen in Selbsthilfegruppen. Ein Grund für den Besuch einer Gruppe ist, das hier von und mit anderen Abhängigen gelernt wird, sein Verhalten umzustellen, und auf Dauer abstinent zu leben. Der langfristige Besuch von Gruppen soll helfen, ein stabiles Leben zu führen und sich selbst ehrlich zu beurteilen, auch bei einer Abhängigkeitsverlagerung.

