Hermann Abert
Prof. Dr. Hermann Abert (25. März 1871 in Stuttgart; ? 13. August 1927 ebenda) war ein deutscher Musikhistoriker.Leben
Abert war der Sohn des Stuttgarter Hofkapellmeisters Johann Josef Abert.
In den Jahren 1890 und 1896 studierte Abert klassische Philologie an den Universitäten Tübingen, Berlin und Leipzig. Während seines Studiums in Tübingen trat er der den süddeutschen Liberalismus prägenden Tübinger Studentenverbindung "Akademische Gesellschaft Stuttgardia" bei. Sein Studium schloss er 1896 in Halle mit einer Arbeit über griechische Musik ab. Die folgenden drei Jahre studierte Abert bis 1900 Musikwissenschaft in Berlin. 1902 habilitierte er sich mit einem Thema über mittelalterliche Musik an der Universität_Halle.
Abert blieb als Dozent in Halle und wurde dort 1910 zum a.o. Prof. und 1918 zum o. Prof. ernannt. Als solcher wechselte er 1919 an die Universität Heidelberg. Aber schon nach einem Jahr nahm Abert einen Ruf nach Leipzig an und wurde 1920 dort der Nachfolger des Musikwissenschaftlers Hugo Riemann. 1923 holte man ihn an die Universität Berlin, da man in ihm den passenden Nachfolger von Hermann Kretzschmar sah; ebenfalls ein Musikwissenschaftler. Das von Abert unter Mitarbeit von Friedrich Blume, Rudolf Gerber, Hans Hoffmann und Theodor Schwartzkopff herausgegebene illustrierte Musiklexikon stellte sich 1928 als Plagiat des von Alfred Einstein herausgegebenen (Neues Musiklexikon und Hugo-Riemann-Musiklexikon) heraus; vgl. hierzu Frankfurter Zeitung vom Samstag 11. August 1928.
Dort wurde Abert 1925 als Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Abert war damit der erste Musikwissenschaftler dem diese Ehre widerfuhr.
Im Alter von 56 Jahren starb Prof. Dr. Hermann Abert am 13. August 1927 in Stuttgart.
Werke
* Die ästhetischen Grundsätze der mittelalterlichen Melodienbildung. Univ. Habil., Halle/Saale, 1902
* Gesammelte Schriften und Vorträge. Schneider, Tutzing 1968 (Nachdruck der Ausgabe Halle 1929)
* Johann Josef Abert: sein Leben und seine Werke. Pfaehler, Bad Neustadt 1983, ISBN 3-922923-26-7 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1916)
* Die Lehre vom Ethos in der griechischen Musik. (Dissertation) Breitkopf & Härtel, Leipzig 1899
* Wolfgang Amadeus Mozart: eine Biographie. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1920 (1. Band 1756?1782; 2. Band 1783?1791)
* (Herausgeber): Illustriertes Musik-Lexikon. J. Engelhorns Nachfahren, Stuttgart 1927
Literatur
* Friedrich Blume (Herausgeber): Gedenkfeier für Hermann Abert. Schneider, Tutzing 1974 (Nachdruck der Ausgabe Halle 1928)
* Robert Schmitt Scheubel: Chronik einer Fälschung. Studie und Materialien zu Hermann Aberts Illustriertem Musiklexikon., Berlin 2005, ISBN 3-937416-01-3
Weblinks
*
• www.catalogus-professorum-halensis.de

