'Abd Allah ibn Wahb
Abd Allah ibn Wahb 743, † 812) war ein bedeutender Jurist, Traditionarier und Koranexeget im 2. muslimischen Jahrhundert mit Wirkungsfeld Ägypten und Medina. Er war einer der bekanntesten Schüler von Malik ibn Anas, in dessen Kreis er über dreißig Jahre verkehrte.Sein Großvater war Berber und kam nach der islamischen_Eroberung Nordafrikas nach Ägypten. Seine Familie stand im Klienten-Verhältnis zum bekannten Stamm der Ban? Fihr, die sich als Gründer eines neuen arabischen Quartiers in Fustat (heute: Alt-Kairo; Fus???) in der Nähe des koptischen Viertels einen Namen gemacht haben. In diesem Milieu erlernte Ibn Wahb die Kunst des Schreibens und Lesens bei einem Kopten. Der ägyptische Historiker al-Maqrizi (gest. 1442) erwähnt in seiner Stadtchronik diese muslimischen Neugründungen in der Nähe des damaligen ? und heute noch bestehenden ? koptischen Viertels.
Im Jahre 761 trat er seine erste Pilgerfahrt nach Mekka und Medina an, um dann in den folgenden Jahrzehnten bei mekkanischen, vor allem aber bei medinensischen Gelehrten zu studieren. Er ist als einer der besten Schüler von Malik ibn Anas und als Überlieferer von dessen Muwa??a?, dem grundlegenden Werk der Malikiten, ausgewiesen. Durch die konsequente Anwendung des von ihm überlieferten Hadith-Materials in Verbindung mit seinen Verweisen auf die Lehrmeinungen ? opinio (Ra'y) ? seiner Lehrer erfuhr die systematische Darstellung des islamischen Rechts im Kreis der Malikiten ihre inhaltliche Erweiterung.
Die arabischen Biographen nennen über hundert Persönlichkeiten der Hadith- und Rechtsgelehrsamkeit aus dem 8. Jahrhundert, bei denen Ibn Wahb studiert hat.
Werke
* In der Traditionssammlung hat Ibn Wahb Aussagen des Propheten Koranexegese wird dem Dschami' zugeordnet; davon sind Anfang der 1990er-Jahre drei Pergamenthefte in der ehemaligen Moscheebibliothek in Hadithe beider Werke hat sein Kairouaner Schüler Sahnun ibn Sa'id in seiner Mudawwana, dem bekannten corpus iuris der malikitischen Rechtsschule, verarbeitet.
* Außerhalb seines ??mi? hat Ibn Wahb Hadithe eschatologischen Inhalts unter dem Titel Kit?b al-ahw?l überliefert; diese Traditionen sind nur in späteren Traditionssammlungen des 5. und 6. Jahrhunderts erhalten.
Die Schriften des Ibn Wahb sind über die Grenzen Ägyptens hinaus vor allem in Nordafrika und in andalusischen Gelehrtenkreisen der Folgegenerationen bekannt gewesen.
Literatur
* J. David-Weill: Orient Islamique. In: Mélanges Maspero III. Kairo 1935?1940, S. 177?183
* Le Dj?mi? d'Ibn Wahb. Herausgegeben und kommentiert von J. David-Weill. Publications de l'Institut Français d'Archéologie Orientale, Kairo 1939
* Raif Georges Khoury: ?Abd All?h ibn Lah??a. Juge et grand maître de l'école égyptienne. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1986 (Codices Arabici Antiqui, Band IV), S. 122?133, ISBN 3-447-02578-6
* Miklos Muranyi: ?Abd All?h b. Wahb. Leben und Werk. al-Muwa??a?. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1992, ISBN 3-447-03284-7
* ?Abd All?h b. Wahb al-Qura??: Tafs?r al-Qur??n. Herausgegeben und kommentiert von Miklos Muranyi. Bd. I.-II. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1993-1995, ISBN 3-447-03291-X, ISBN 3-447-03688-5
* ?Abd All?h b. Wahb al-Qura??: Die Koranwissenschaften. Herausgegeben und kommentiert von Miklos Muranyi. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1992, ISBN 3-447-03283-9
* Fuat Sezgin: Geschichte des arabischen Schrifttums. Band I. S. 466. Brill, Leiden 1967
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