Abbundzeichen
Abbundzeichen, auch Bundzeichen genannt, sind Buchstaben, Ziffern, Symbole und Muster der Zimmerleute, die zum schnellen und sicheren Zuordnen und Zusammensetzen der Bauteile für Fachwerk und Dachwerk dienen.Als Abbund wird der Vorgang bezeichnet, bei dem das Gefüge des Fachwerkhauses hergestellt und zusammengefügt wird, also Schwellbalken, Ständer, Riegel, Streben usw. Die Bauteile wurden von den Zimmerleuten auf dem Abbundplatz, meist vor den Stadttoren, bearbeitet, zurechtgesägt, probeweise zusammengesetzt und mit den Abbundzeichen versehen. Die Symbole befanden sich auf der Bundseite, auf der die unterschiedlich dicken Bauteile in der Regel auf einer Flucht liegen. Die Zeichen lassen sich in einem Bundzeichenkataster dokumentieren. Auch heute noch kann man anhand dieses Systems ein demontiertes Fachwerkhaus an anderer Stelle wieder zusammenbauen.
Literatur
* Johannes Cramer: Bundzeichen In: Bauen mit Holz, 3/1986, S. 136-140
* Johannes Cramer: Bundzeichen - Zeichen der Vorfertigung In: Fritz Scheidegger: Aus der Geschichte der Bautechnik, Basel, Nr. 2/1992, S. 28-36
* G. Fritsche: Anreiß- und Abbundtechnik. In: Das Zimmerhandwerk, Gießen, 1954, S. 365-406
* Manfred Gerner: Handwerkliche Holzverbindungen der Zimmerer, Deutsche Verlags-Anstalt DVA, 1992, ISBN 3421030278
* Burghard Lohrum: Beiträge zur südwestdeutschen Hausforschung. Mittelalterliche Abbundzeichen am Fachwerkhaus Hintere Gasse 39 in Sindelfingen In: Sindelfinger Jahrbuch, 22/III, S. 367-406
* Horst Masuch: Arbeitsweise und Ergebnisse der historischen Bauforschung - Abbundzeichen und Dachwerke In: Niedersächsische Denkmalpflege, Hannover, Nr. 11/1985, S. 70-80r
Weblinks
• Andreas Steffen: Schriftzeichen / Bundzeichen
• Martin Thumm: Architektur-Glossar
• Jürgen Reinke: Burgenglossar - Begriffserklärungen
• Meisterteam: Holzbau-Lexikon

