Abbildungskegel
Der Abbildungskegel ist eine Konstruktion in der Topologie, die einer Abbildung zwischen zwei topologischen_Räumen einen dritten topologischen Raum zuordnet.Hierzu definiert man zunächst den Kegel eines Raumes X. Hierunter versteht man den Raum, den man aus dem Produkt durch Identifikation aller Punkte in (der ?Kegelspitze?) erhält. Dieser ist offenbar homotopieäquivalent zu einem Punkt.Den Abbildungskegel einer Abbildung erhält man nun (wie in der Zeichnung angedeutet) durch Verkleben von und . Genauer identifiziert man in der disjunkten_Vereinigung jeweils mit für alle .
In der Kategorie der punktierten_topologischen_Räume betrachtet man meist den reduzierten Abbildungskegel. Dieser entsteht dadurch, dass man in dem Abbildungskegel das Intervall identifiziert. Hierbei bezeichnet den Basispunkt von X. Für einen wohlpunktierten_Raum ist der reduzierte Abbildungskegel homotopieäquivalent zum normalen Abbildungskegel.
Beispiel
Wenn , so gilt . Ist konstant, so gilt , wobei das Wedge-Produkt bezeichnet.
Der Kegel ist homöomorph zur Vollkugel . Dies sieht man, indem man die Kegelspitze "herunterdrückt". Allgemeiner gilt, dass, wenn die anklebende Abbildung in einem CW-Komplex X an das n-Skelett ist, der Abbildungskegel homöomorph zum (n+1)-Skelett ist.
Rolle in der Homotopietheorie
Sind zwei Abbildungen homotop, so sind ihre Abbildungskegel und homotopieäquivalent.
Wenn ein abgeschlossener Teilraum und die Inklusion eine Kofaserung ist, so ist homotopieäquivalent zu dem Quotientenraum . Man kann zeigen, dass die Inklusion stets eine abgeschlossene Kofaserung ist. Somit erhält man, dass der Abbildungskegel homotopieäquivalent zu ist, wobei die Einhängung von X bezeichnet. Fährt man auf die gleiche Weise fort, so erhält man, dass der Abbildungskegel der Inklusion von nach die Einhängung von Y ergibt usw.
Hat man eine Abbildung in einen topologischen Raum Z, so ist die Komposition genau dann homotop zu einer konstanten Abbildung, wenn g fortsetzbar ist zu einer Abbildung . Für den Fall, dass ist das Resultat noch etwas anschaulicher: eine Abbildung ist genau dann homotop zu einer konstanten Abbildung, wenn sie fortsetzbar ist zu einer Abbildung . Um die Abbildung zu konstruieren, benutzt man einfach die Homotopie , die auf konstant ist.
Wenn man punktierte Räume und punktierte Abbildungen betrachtet, bedeutet dies, dass die folgende Sequenz exakt ist:
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Diese exakte Sequenz nennt man auch Puppe-Folge.
Literatur
* Glen E. Bredon: Topology and Geometry. Springer, 1997, ISBN 0387979263
* Robert M. Switzer: Algebraic Topology - Homology and Homotopy Springer, 2000, ISBN 3540427503

