AB Storstockholms Lokaltrafik
Die AB Storstockholms Lokaltrafik, kurz SL, ist das Nahverkehrsunternehmen der Provinz Stockholms län. Sie betreibt in der Provinz die U-Bahn (Tunnelbana), die Stadtbahnen (fünf einzelne Vorort- oder Schmalspurbahnen), die S-Bahn-ähnlichen Vorortzüge (Pendeltåg) und die Buslinien. Die einzige Straßenbahn (Djurgårdslinie) wird von einer eigenen Gesellschaft betrieben, nutzt aber die Infrastruktur der SL.
U-Bahn
Hauptartikel Tunnelbana
Straßen- und Stadtbahnen
Die Geschichte der Straßenbahn in Stockholm beginnt am 10. Juli im Jahr 1877 mit der Eröffnung der ersten Pferdebahn. Zwischen 1887 und 1901 verkehrte zudem eine Dampfstraßenbahn auf den drei Inseln Åsön, Långholmen und Reimersholme im Stadtteil Södermalm. Ab 1901 begann man mit dem elektrischen Betrieb der Bahn.
Bis 1917 gab es in der Stadt mit der Stockholms Nya Spårvägs, kurz SNS, und Södra Spårvägs AB, kurz SSB, zwei Straßenbahngesellschaften. Seit diesem Jahr waren sie als Stockholms Spårvägs vereint. 1923 führte sie die ersten Omnibusse ein. 1926 kam es zur ersten Einstellung einer Straßenbahn zu Gunsten einer Omnibuslinie. 1941 kam es zu einer Einstellung zugunsten einer Obuslinie.
Am 15. April 1957 beschloss die Stadt den Straßenbahnbetrieb schrittweise auf Omnibusse umzustellen. Schon damals stellte man allerdings fest, dass dieser Beschluss umwirtschaftlich sei. Trotzdem begann man mit der sukzessiven Einstellung der Bahn. Ab dem 3. September 1967 war die Innenstadt straßenbahnleer. An dem selben Tag, dem Dagen_H, wurde die Rechtsfahrordnung in Schweden eingeführt. Bis dahin wurde in Schweden links gefahren.
Ab 1. Januar 1967 wurde die Stockholmer Straßenbahn AG (SS) in die regionale gesellschaft AB Storstockholms Lokaltrafik umgebildet.
In den 1970er begann ein Prozess des Umdenkens. Es zeigte sich, das trotz des massiven Ausbaues der U-Bahn der Bus die Verkehrsprobleme allein nicht in den Griff bekommen konnte. Von den Straßenbahnen waren allerdings nur noch vier übrig geblieben, welche hauptsächlich als Zubringer für die U-Bahn fungierten.
Djurgårdslinie
Hauptartikel Djurgårdslinie
Die Linie wurde 1963 eingestellt. Seit dieser seit gab es immer wieder Überlegungen sie zu reaktivieren. 1985 wurde durch die Stadt beschlossen, sie als Museumsbahn wieder in Betrieb zu nehmen, allerdings ohne Einverständnis der SL. Am 2. Juni 1991 nahm sie ihren Betrieb auf. Sie gilt als die einzige Straßenbahn in Stockholm und trägt die Liniennummer 7.
Nockebybahn
Hauptartikel Nockebybanan
Die Nockebybahn hat seit 1952 keinen Anschluss mehr an die Innenstadt. Sie dient heute als Zubringer zur U-Bahn. 1967 wurde sie vollständig auf Rechtsverkehr umgestellt. Die vorhandene Wendeschleife wurde in den Jahren danach entfernt. Die Bahn soll bis 2006 vollständig mit Niederflurfahrzeugen ausgestattet werden.
Lidingöbahn
Hauptartikel Lidingöbanan
Die seit 1907 verkehrende Bahn verkehrte zwischen Sommarbo und Herbysholm. Von dort verkehrte sie seit 1909 auf eigens für die Bahn angeschaften Fähren bis in die Innenstadt. 1914 kam die Strecke nach Gåhaga hinzu. Ab 1925 verkehrte sie über eine Brücke in die Stadt. Am 12. Juni 1971 wurde der zweigleisige Ast nach Kyrkviken eingestellt. Der andere Abschnitt wurde modernisiert und hat ab dem 7. Mai 2000 mit der neuen Endhaltestelle Gåhaga Brygga Anschluss an die Fähren.
Saltsjöbahn
Hauptartikel Saltsjöbanan
Die 1893 eröffnete Bahn ist die älteste noch existierende Bahn in Stockholm. Sie galt beim Bau als eine der teuersten Bahnen in Schweden. Ein 1971 gegründeter Verein verhinderte ihre Stilllegung. Heute befördert sie rund 16.000 Fahrgäste pro Tag. Die Strecke ist 18 Kilometer lang und hat 18 Haltepunkte.
Roslagsbahn
Hauptartikel Roslagsbanan
Die 1895 eröffnete Bahn war eine der ersten elektrischen Bahnen weltweit. Sie hat eine Spurweite von drei schwedischen Fuß, 891 mm. Bis 1954 hatte sie eine Länge von 354 Kilometern erreicht. Seit dem schrumpfte ihre Länge kontinuierlich bis auf die heutigen 63 Kilometer. Heute befördert sie rund 20.000 Fahrgäste pro Tag.
Tvärbanan
Hauptartikel Tvärbanan
Da alle Linien der U-Bahn und der Vorortzüge über den Bahnhof fuhren, waren alle Fahrgäste, welche von einen Stadtteil in einen anderen wollten, gezwungen über den Hauptbahnhof zu fahren. So kamen bereits 1988 Überlegungen auf eine Schnellstadtbahn anzulegen. Man brachte diese in einen Umwelt- und Verkehrsplan (UVP) ein und versuchte diesen zu beschließen. Da in diesem UVP allerdings auch eine neue Autobahn enthalten war, scheiterte er 1992. Mit einer Verspätung von fünf Jahren begannen trotzdem die Bauarbeiten und am 8. Januar 2000 konnte der erste Abschnitt in Betrieb gehen. Bis 2003 wurde ein weiterer 2,4 Kilometer langer Abschnitt in Betrieb genommen.
Cityspår
Um die Probleme in der Innenstadt in den Griff zu bekommen ist der Bau einer innerstädtischen Bahn nach dem Vorbild der Trambaan in den Niederlanden geplant. Diese soll aus sieben Tag- und drei Nachtlinien bestehen. Diese Projekt soll in fünf Phasen umgesetzt werden und ist mit Kosten von rund 7.000.000.000 Kronen angedacht.
S-Bahn-ähnlichen Vorortzüge
Hauptartikel Pendeltåg
Oberleitungsbus
Der Obus wurde 1941 von der Stockholms Spårvägs eingeführt. In den 1950ern entstand in der Stadt mit 13 Linien das größte Netz in Skandinavien. Bis 1964 verschwand dieses Verkehrsmittel allerdings wieder vollständig aus der Stadt.
Bus
Die SL betreibt auch die Omnibus-Linien in Stockholm, die auf Plänen mit unterschiedlichen Farben dargestellt werden und im dreistelligen Nummernbereich liegen.
Im Jahr 2004 hatte die SL 1761 Busse, davon 784 Niederflurbusse.
Weblinks
• Homepage der AB Storstockholms Lokaltrafik (schwedisch/englisch)
• Netzplaner der AB Storstockholms Lokaltrafik (englisch)

