AB0-System
Das AB0-System der Blutgruppen wurde 1901 von Karl Landsteiner beschriebenLandsteiner K.: "Zur Kenntnis der antifermentativen, lytischen und agglutinierenden Wirkungen des Blutserums und der Lymphe.", Zentralblatt Bakteriologie 1900 (27), wofür er 1930 den Nobelpreis für Medizin bekam. Es ist das wichtigste Blutgruppenmerkmal bei der Bluttransfusion und umfasst vier verschiedene Hauptgruppen:A, B, AB und 0. Es existieren zum Teil noch Untergruppen (A1, A2; A1B, A2B) und Varianten (z. B. A3, Ax; letztere umfasst A0 und A4).
Geschichte
Die Blutgruppen A, B und 0 wurden durch den österreichischen Wissenschaftler Karl Landsteiner entdeckt und 1901 beschrieben
Landsteiner K. Zur Kenntnis der antifermentativen, lytischen und agglutinierenden Wirkungen des Blutserums und der Lymphe. Zentralblatt Bakteriologie 1900;27:357-62., wofür er 1930 den Nobelpreis in Medizin erhielt. Unabhängig von Landsteiner entdeckte auch der tschechische Serologe Jan Janský die vier Blutgruppentypen des AB0-System
Jansky J, 'Haematologick studie u. psychotiku', Sborn. Klinick;, 1907, 8: 85-139., jedoch setzte sich seine Nummerierung nur in der ehemaligen UdSSR durch (Die Blutgruppen römisch I, II, III und IV entsprechen dabei jeweils den bekannten 0, A, B und ABErb IH, Blood Group Classifications, a Plea for Uniformity. Can Med Assoc J. 1940 May; 42(5): 418?421. ). Eine weitere eigenständige Arbeit existiert von L. W. Moss aus dem Jahre 1910.
Moss W L, Studies on isoagglutinins and isohemolysins, Bull. Johns Hopk. Hosp., 1910, 21:63-70.
Während Landsteiner die Blutgruppen A, B, and O beschrieb, fanden Decastrello und Sturli den zugehörigen vierten Typ AB im Jahre 1907.
von Decastello A, Sturli A, Ueber die Isoagglutinine im Serum gesunder und kranker Menschen, Mfinch. med. Wschr., 1902, 49: 1090-1095.
Die Vererbungsregeln im AB0-System wurden von Antigene vom Typ B. Menschen mit der Blutgruppe AB haben beide Arten von Antigenen, bei Blutgruppe 0 sind dagegen keine Antigene vorhanden.
Umgekehrt besitzen Menschen immer Antikörper gegen die fehlenden Antigene, bei Blutgruppe A also Antikörper gegen B und umgekehrt, bei Blutgruppe AB keine Antikörper und bei Blutgruppe 0 Antikörper gegen A und B. Dies liegt vermutlich am Darmbakterium (Escherichia coli), dessen Oberflächenstruktur den Antigenen auf den Erythrozyten sehr ähnlich sind, der Grund dafür ist jedoch (noch) unbekannt. In der Zeit des 3. bis 6. Lebensmonats entwickelt das Neugeborene Antikörper gegen diese Oberflächenstrukturen der Bakterien, falls es nicht selbst Träger der ähnlichen Antigene auf den Erythrozyten ist. Da das Immunsystem in diesem Fall die Oberflächenstrukturen der Bakterien als körpereigene Strukturen erkennt, bildet es keine Antikörper dagegen.
Die Angriffspunkte der Antikörper werden durch die Glykosylierung der Blutproteine und Lipide bestimmt. Ein Träger der Blutgruppe A besitzt Antikörper, welche die ?-Galaktose (kurz Gal?) in der Glykosidstruktur der Glykoproteine (Blutgruppe B) erkennen und an diese binden. Bei Kontakt agglutinieren (verklumpen) die Erythrozyten. Der Blutgruppe 0 fehlen jedoch diese Antigene, wodurch sie in der Blutgruppe A und B nicht zu Agglutination und Tod führt. Dies macht Träger der Blutgruppe 0 mit Rhesusfaktor negativ (siehe unten) zu Universalspendern, d. h., ihr Blut kann für Träger aller anderen Blutgruppen eingesetzt werden, da heutzutage bei Bluttransfusionen in der Regel nur gereinigte Erythrozytenkonzentrate verwendet werden, die keinerlei Antikörper mehr enthalten.
Die Blutgruppen werden durch die Gene A1/A2, B und 0 bestimmt. Die Produkte des 0-Gens sind nicht nachweisbar, das heißt, das Gen ist stumm (amorph). Die Produkte der anderen Gene sind antigenwirksame Glykoproteine. Die jeweils zwei Erbanlagen sind auf dem langen Arm des Chromosoms 9 (9q34) lokalisiert ().
Ferner besitzen alle hämolytischen_Reaktion kommen, die die Blutbestandteile zerstört. Aufgrund der hierbei aus den Zellen freigesetzten Substanzen, ist eine Zerstörung von Erythrozyten nachteilig und kann tödlich enden. Ein Empfänger mit Blutgruppe A besitzt Antikörper gegen B, daher darf er nur Erythrozytenkonzentrate der Blutgruppen A oder 0 erhalten, die das Oberflächenmerkmal B nicht haben. Andererseits darf er aber kein Plasma eines Spenders der Blutgruppen B oder 0 erhalten, da dieses ja Antikörper gegen A enthält.| align="right" |
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Vererbung
Die Blutgruppenfaktoren A und B sind dominant gegenüber Blutgruppenfaktor 0.
Die Blutgruppenfaktoren A und B verhalten sich kodominant zueinander.
Der Blutgruppenfaktor 0 verhält sich rezessiv gegenüber den Blutgruppenfaktoren A und B.
Hierdurch ergibt sich für die Blutgruppe A ein Genotyp von AA oder A0, für Blutgruppe B ein Genotyp von BB oder B0, für Blutgruppe AB ein Genotyp von AB und für Blutgruppe 0 ein Genotyp von 00.
Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit kleiner, diese Blutgruppen bei der Vererbung zu erhalten (vergleiche auch Genotyp und Phänotyp).
Die Prozentzahlen geben an, wie groß die Wahrscheinlichkeiten für die verschiedenen möglichen Gruppen des Kindes ohne weitere Bestimmung des Genotyps der Blutgruppe der Eltern sind. (Dabei wurde vereinfachend angenommen, dass ein Elternteil mit Blutgruppe A mit gleichen Wahrscheinlichkeiten Genotyp AA oder Genotyp A0 hat und ein Elternteil der Blutgruppe B mit gleichen Wahrscheinlichkeiten Genotyp BB oder Genotyp B0.)
Häufigkeit der Blutgruppen
Besonderheiten
Japanische Blutgruppendeutung - in Japan wird oft der AB0-Typus als Indikator der Charaktereigenschaften eines Menschen verwendet.
Blutgruppendiät - ist eine umstrittene Empfehlung zur Blutgruppen-angepassten Ernährungsweise
Einzelnachweise
Weblinks
• www.wissenschaft.de: Aus A, B und AB wird 0 - Wissenschaftler können bei Blutkonserven die Blutgruppe verändern

