Aasee (Münster)
Der Aasee ist ein künstlich angelegter See in Münster, Westfalen.
Geografie
Der in südwestlicher Richtung stadtauswärts gelegene See hat eine Fläche von 40,2 Hektar und eine Länge von etwa 2,3 km. Er ist bis zu zwei Meter tief. Der See wird von zahlreichen Grünflächen umgeben.
Der See staut das Regenwasser und sorgt für Frischluftzufuhr. Somit hat er eine bedeutende ökologische Funktion für die Stadt. Dies gilt auch für die naturnahe Umgebung, die eingezäunt als Brut- und Laichgebiet für Tiere dient.
Geschichte
Der künstlich angelegte Aasee entstand in zwei Phasen. Begonnen wurde der Aushub kurz vor dem Ausbruch des Ersten_Weltkrieges, um die Hochwassergefahr für die Stadt Münster zu reduzieren. Der Bau wurde durch den Krieg aber unterbrochen, weitergeführt wurden die Arbeiten nach einem schweren Hochwasser 1925, 1934 war der See vollendet. 1972 bis 1976 wurde im Zuge der Baumaßnahmen für den Allwetterzoo Münster der Aasee südlich der Torminbrücke auf die doppelte Fläche erweitert.
Später wurden am Ufer des neuen Aasees Flachwasserzonen angelegt, die die Algenblüte eindämmen sollen. Erst 1996 wurde die Flusslandschaft der Umgebung bis zum Haus Kump naturnah umgestaltet. Das Ufer beleben inzwischen zahlreiche Skulpturen, die bekannteste davon ist die im Rahmen der Skulptur.Projekte 1977 entstandene Giant Pool Balls von Claes Oldenburg.
Leben am Aasee
Heute ist der See Kernstück eines beliebten Naherholungsziels nahe dem Stadtzentrum. In strengen Wintern friert er vollständig zu.
Am Aasee liegen eine Jugendherberge, mehrere Studentenwohnheime, die Mensa am Aasee, der Allwetterzoo Münster mit dem Westfälischem_Pferdemuseum_Münster, das Westfälische_Museum_für_Naturkunde mit Planetarium und das Mühlenhof-Freilichtmuseum Münster. Es gibt zwei kleine Segelboothäfen mit Gastronomie. Ein Rad- und Wanderweg führt um den See, der auch zum Joggen (eine Runde entspricht etwa 5,7 km) benutzt wird. Im Herbst findet jährlich eine Ruder-Regatta sowie der Aaseepokal der Piraten statt.Mit dem ?Wasserbus Professor Landois? (nach Hermann Landois, dem Gründer des Zoos in Münster) kann man den Allwetterzoo mit dem Westfälischem Pferdemuseum und das Westfälische Museum für Naturkunde mit Planetarium sowie das Mühlenhof-Freilichtmuseum auf dem Wasserweg erreichen. Von der ?Goldenen Brücke? fährt der Wasserbus in 30 Minuten über das Freilichtmuseum Mühlenhof zum Allwetterzoo, auf dem Rückweg gibt es einen Zwischenstopp an der Torminbrücke.
Der ?Schwarze Peter?
Im Frühjahr 2006 tauchte ein Trauerschwan auf dem Aasee auf, der sich offenbar in eines der weißen Tretboote in Form eines Schwanes ?verliebte?. In Münster wurde der Schwan aufgrund der Gefiederfarbe ?Schwarzer Peter? getauft. Später stellte sich heraus, daß es sich bei dem Schwan um ein Weibchen handelte, das fortan ?Petra? genannt wurde.
Da die Tretboote im Winter aus dem Wasser geholt werden, fand das ?Schwanenpärchen? aus Schwanendame ?Petra? und Tretboot im Allwetterzoo eine Bleibe und überwinterte dort, bevor es im März 2007 wieder auf den Aasee entlassen wurde.
Wasserqualität
Das Baden im Aasee ist aktuell verboten und wegen der schlechten Wasserqualität, besonders in den heißen Sommermonaten, auch nicht zu empfehlen. Allerdings gibt es von verschiedenen Seiten Bestrebungen, die Wasserqualität zu verbessern. Hauptprobleme sind die durch Überdüngung entstehenden Blaualgen, Colibakterien und die Düngemittelzuleitung. Hautkontakt kann zu Schmerzen führen, beim Verschlucken kann es zu lebensgefährlichen Infektionen kommen. Außerdem wird die Sicherheit durch die geringe Wassertiefe gefährdet, die durch auf dem Grund liegende Fahrräder an manchen Stellen zusätzlich beschränkt wird.
Durch das Hygiene-Institut der Westfälischen_Wilhelms-Universität Münster konnten mit Hilfe chemischer Mittel (Eisen-III-Chlorid; das dreiwertige Eisenion bindet Phosphat und entzieht dem See dadurch Nährstoffe) mittlerweile vor allem die Blaualgen bereits wesentlich reduziert werden. Nach zweijährigem Einsatz konnten bereits gute Ergebnisse erzielt werden. Das Wasser ist wieder klar und ermöglicht den Blick bis auf den Grund und die im See schwimmenden Fische. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte der Aasee bis zum Jahr 2010 Badewasserqualität erreichen.
Weblinks
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