Aartalbahn
|}
Die Aartalbahn verband die Städte taunus. Die Aartalbahn führt in ihrem südlichen Abschnitt durch Hessen, der Abschnitt zwischen Diez und Zollhaus befindet sich jedoch auf dem Gebiet von Rheinland-Pfalz.
In Diez besteht Anschluss an die Lahntalbahn zwischen Gießen, Limburg und Koblenz.
In Zollhaus bestand bis 1951 (Einstellung des Personenverkehrs der NKB) eine Verbindung mit der Nassauischen_Kleinbahn (NKB) nach St. Goarshausen und Braubach am Rhein.
In Wiesbaden bestand Anschluss zu den Zügen in die Richtungen Darmstadt und Aschaffenburg, Mainz, Koblenz, Niedernhausen, Frankfurt am Main und heute theoretisch über die ICE-Neubaustrecke nach Köln.
Geschichte
Bau
Daten der Inbetriebnahme einzelner SteckenabschnitteDer Abschnitt Wiesbaden - Bad Schwalbach (früher: Langenschwalbach) - deshalb auch: Langenschwalbacher Bahn - weist starke Steigungen und enge Radien auf. Diese Strecke war einmal der steilste Streckenabschnitt der DB in Deutschland, der ohne Zahnrad-Unterstützung befahren werden konnte. Deshalb wurden auf diesem Streckenabschnitt auch besondere Wagen mit Drehgestellen eingesetzt, die so genannten ?Langenschwalbacher?. Dieser Streckenabschnitt diente insbesondere dem Bäderverkehr zwischen Wiesbaden und Langenschwalbach.
Der Abschnitt Diez - Zollhaus (Nassau) diente hauptsächlich dem Transport der Bergbauprodukte, die im Raum Zollhaus gewonnen wurden (Eisenerz, Kalkstein, Marmor, Porphyr).
Der Abschnitt Zollhaus - Langenschwalbach (über Kettenbach) schließt die Lücke zwischen Langenschwalbach und Zollhaus. Dies geschah hauptsächlich auf Betreiben der Industriellen-Familie Passavant in Michelbach (Nassau; heute Aarbergen-Michelbach).
Betrieb
Die Strecke wurde nach dem zweiten Weltkrieg zwischen Zollhaus und Kettenbach von der Grenze zwischen der amerikanischen und französischen Besatzungszone zerschnitten, Für die Nutzung der Züge waren spezielle Passierscheine erforderlich. Heute verläuft dort die Landesgrenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz.
Einstellung des Regelverkehrs
Daten der Einstellung des Regelverkehrs einzelner Steckenabschnitte
Heutiger Zustand
Die Strecke ist in Hessen aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes als Kulturdenkmal eingestuft und steht unter Denkmalschutz. Sie gilt als längstes Baudenkmal Hessens - nur der römische Limes, ein Bodendenkmal, ist länger.
Die Strecke ist nach wie vor eine Eisenbahn des Bundes, in ihrem Abschnitt Wiesbaden ? Aarbergen-Rückershausen ist sie an die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE verpachtet. In deren Auftrag fährt die Nassauische Touristikbahn (NTB) mit historischen Dampf- und Diesellokomotiven an Sonn- und Feiertagen als Museumsbahn zwischen den Bahnhöfen Wiesbaden-Dotzheim und Hohenstein. Pächter des Abschnitts Aarbergen-Rückershausen - Diez ist der länderübergreifende Arbeitskreis Aartalbahn.
Nach dem Freischneiden des ehemals stark zugewachsenen nördlichen Streckenabschnitts durch ehrenamtliche Helfer in den Jahren 2001 bis 2003 finden im unteren Aartal zwischen Hohenstein und Diez regelmäßig Draisinenfahrten des länderübergreifenden Arbeitskreises_Aartalbahn statt. Auch durchgängige Sonderfahrten für Gruppen und Vereine von Diez bis zum Michelbacher Tunnel (Aarbergen) sind möglich. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine reine Draisinenstrecke. Vielmehr plant der Arbeitskreis ein touristisches Zugangebot im Aartal, das voraussichtlich ab 2008 zwischen Diez und Zollhaus oder Kettenbach verwirklicht werden soll.
Zukunft
Es gibt immer wieder Bestrebungen, die Strecke zu reaktivieren, wie es tatsächlich weitergeht, ist derzeit jedoch unklar. Die Reaktivierung der Aartalbahn für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und im Güterverkehr stellt eine wichtige Zukunftsaufgabe für die gesamte Aar-Region dar, da die Strecke bedeutende Siedlungsschwerpunkte erschließt. 1998 kamen Pläne auf, einen Abschnitt der Aartalbahn zwischen Bad Schwalbach und Wiesbaden-Dotzheim als Stadtbahn zu elektrifizieren und mit einer Neubaustrecke von Wiesbaden Dotzheim durch die Innenstadt zum Wiesbadener Hauptbahnhof zu führen, einschließlich einer daran anschließenden Option einer Verlängerung nach Mainz. Zu diesem Zweck wurde 1999 die Stadtbahn Wiesbaden GmbH gegründet. Man hatte vor, bis 2003 die Planfeststellung abzuschließen und bis 2005 die Bahn zu eröffnen. Nachdem sich im Zuge der Kommunalwahl 2001 die Mehrheit im Wiesbadener Rat geändert hatte, beschlossen die CDU zusammen mit der FDP und den rechtsradikalen Republikanern die Pläne fallen zu lassen. Im Jahre 2005 wurden an zahlreichen Stellen in der Stadt die zulässigen Feinstaubkonzentrationen überschritten und die Diskussion über die Stadtbahn wurde wieder aufgenommen. Zudem hat sich der RMV mit deutlichen Worten für die Einführung der Stadtbahn in Wiesbaden ausgesprochen, was auch nicht verwunderlich ist, da sich entlang der Strecke immens große Siedlungsschwerpunkte am unmittelbaren Rande des Rhein-Main-Ballungsraumes befinden.
Am 16. Mai 2007 gab der Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises bekannt, dass in den nächsten 12 Monaten geprüft wird, ob sich eine Reaktivierung der Aartalbahn lohnt.
Literatur
* Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Theiss Verlag Stuttgart, 2005, Bd. 2.1: Heinz Schomann, Eisenbahnbauten und -strecken 1839?1939, Strecke: 025, S. 421ff.
* Eisenbahnatlas Deutschland ? Ausgabe 2005/2006, Vlg. Schweers + Wall, o.O. 2005, ISBN 3-89494-134-0
*Kopp, Klaus: Langenschwalbacher Bahn (Aartalbahn). Wiesbaden-Dotzheim.
*Seyffert, J.: Die Aartalbahn. Schiene-Fotoband.
Weblinks
• HR-Nachricht
• Arbeitskreis Aartalbahn
• Nassauische Touristikbahn

