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Trinkkuren
Noch im 19. Jahrhundert waren Trinkkuren, also das bewusste Trinken von Heilwasser, ein häufig angewandtes therapeutisches Mittel. Später wurden Trinkkuren von Medikamente verdrängt. In jüngster Zeit vertrauen Ärzte wieder auf die heilende Wirkung des Wassers. Die therapeutischen Heilwirkungen von Trinkkuren sind wissenschaftlich belegt. Heilwässer mit hohen Hydrogencar-bonat-Gehalt lindern zum Beispiel chronische Magenschleimhaut-Entzündungen, stark sulfathaltige Wässer regen Galle und Bauchspeicheldrüse an.
Heilwasser (Quelle: wdr.de) Bereits bei den Römern wurden Heilwässer ärztlich verordnet und seit Hippokrates ist zweifelsfrei dokumentiert, dass Lebensmittel wie Wasser und seine gelösten Bestandteile (Mineralstoffe und Spurenelemente) eine positive Wirkung auf die Gesundheit, die Prävention und die Rehabilitation von Krankheiten haben können. Trinkkuren werden von den ortsansässigen Badeärzten verschrieben. Sie kennen die Konzentration der wirksamen Mineralstoffanteile in den Heilwässern und bestimmen die Flüssigkeitsmenge in Abhängigkeit von der Ausscheidungskapazität der Nieren. Außerdem berücksichtigen die Badeärzte die zeitliche Verteilung, die Menge und die Temperatur des Heilwassers. Des weiteren kommt es noch auf die Geschwindigkeit an, mit der getrunken wird. Typische Anwendungsbereiche sind folgende: Sulfatheilwässer lösen Probleme im Darm, sie regen zusätzlich die Funktion von Galle und Bauchspeicheldrüse an. Hydrogencarbonatheilwässer beruhigen einen chronisch gereizten Magen und Kohlendioxid regt die Verdauung an. Schwach mineralisierte Heilwässer haben eine reinigende Wirkung, weil durch sie der Körper zur Ausscheidung gezwungen wird. Hingegen höher mineralisierte Heilwässer gleichen Mineraldefizite aus. Diabetes II kann mit hydrogencarbonatreichen Wasser behandelt werden. Dabei wird der Stoffwechsel normalisiert und das erhöhte Durstgefühl des Patienten nimmt ab. Außerdem reinigt das Wasser Niere, Blase und die ableitenden Harnwege. Heilwasser-Trinkkuren sind die besten Calcium und Magnesium-Lieferanten, das haben Studien belegt. Die höchste Bioverfügbarkeit von Calcium (84 Prozent) und Magnesium (92 Prozent) schlägt sogar den Mobilmacher Milch, der bei 80 Prozent für Calcium (Ca) und 90 Prozent für Magnesium (Mg) liegt. Bei einer Banane liegt die Bioverfügbarkeit bei 29 Prozent Mg und 38 Prozent Ca. Deshalb helfen Trinkkuren besonders Osteoporose-Patienten, denn sie haben einen erhöhten Kalziumbedarf, der gut über Heilwässer gedeckt werden kann. Alle Trinkkuren werden übrigens durch fettreiche Mahlzeiten, Alkohol, Kaffee, Nikotin negativ beeinflusst. LINKS |
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