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studiInfo Wintersemester 2007/08Zwei auf einen StreichBA-AbschlussZwischen Studium und klassischer Berufsausbildung im Betrieb angesiedelt, bietet das duale Studium reichlich Chancen für einen gut organisierten Berufseinstieg. In zahlreichen Bundesländern wurden in den vergangenen 25 Jahren Studiengänge aufgebaut, die sich diesem speziellen Ausbildungskonzept verschrieben haben. Voraussetzung für einen Studienplatz ist zumeist die Fachhochschulreife und ein unterschriebener Arbeitsvertrag mit einem Betrieb, schließlich verbinden die dualen Studiengänge Praxis und Theorie sehr viel stärker als die klassischen akademischen Curricula. Das duale Studium im Detail An der Berufsakademie Mannheim etwa, 1974 mit rund 40 Studierenden aus der Taufe gehoben, haben sich allein zum Beginn des Wintersemesters rund 1500 Erstsemester in den Bereichen Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen und Informationstechnologie eingeschrieben. Dessen ungeachtet machen die Berufsakademie im Bundesdurchschnitt nach wie vor einen verschwindend geringen Anteil der Studierenden aus. Nach einer im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichten Erhebung des Hochschulinformationssystems für das Jahr 2005 entschieden sich lediglich zwei Prozent der Studienberechtigten für eine Ausbildung an der Berufsakademie – immerhin 24 Prozent wählten die Universität, 20 Prozent eine Fachhochschule. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Angeboten des dualen Studiums liegen wie immer im Detail: In den südlichen Bundesländern entstanden auf Initiative der Wirtschaft Berufsakademien, die mittlerweile in fast allen Regionen duale Studiengänge anbieten. In Nordrhein-Westfalen und einigen anderen Bundesländern füllen die Fachhochschulen diese Lücke mit einem etwas anderen Angebot: Die meisten FHs zwischen Rhein und Weser bieten ihren Studierenden in verschiedenen Fachbereichen die Möglichkeit, neben einem Studium eine Berufsausbildung zu absolvieren. An der FH Köln etwa können Schulabgänger mit Fachhochschulreife und Ausbildungsvertrag zum Kaufmann im Versicherungsund Finanzwesen oder zum gehobenen Baufacharbeiter ihren Diplom oder Bachelor erwerben und gleichzeitig eine entsprechende Berufsausbildung absolvieren. Das erhöht nicht nur die Berufschancen, sondern entbindet die Studierenden auch von der lästigen Frage der Finanzierung ihres Studiums – schließlich erhalten sie eine ganz normale Ausbildungsvergütung von ihrem Arbeitgeber. Praxisnahes Studium Dieses Angebot erfreut sich zumindest bei den Studierenden wachsender Beliebtheit. So trudelten im Bereich Bauingenieurwesen bis Ende Januar 105 Bewerbungen ein, denen 35 Plätze gegenüber stehen. Ein wenig Sorgen macht Jürgen Danielzyk lediglich der Mangel an entsprechenden Ausbildungsplätzen in den Unternehmen. „Wir hoffen, die 35 Plätze auch wirklich besetzen zu können“, erklärt der Professor. Aber in der Bauindustrie hat sich offenbar noch nicht ausreichend herumgesprochen, dass die Absolventen des dualen Studiums vielseitig eingesetzt werden können. „Viele Unternehmen bauen diese jungen Leute als Führungskräfte auf – sie brauchen Leute, die mit den Stiefeln schon mal im Kanal gestanden haben.“ Die angehenden Bauingenieure – ab Herbst Bachelor of Engineering – absolvieren ihre Berufsausbildung in den ersten vier Semestern des Studiums. Während der Vorlesungszeit sitzen sie zwei bis drei Tage in den Hörsälen, den Rest der Zeit verbringen sie auf den Baustellen von Großbetrieben wie Hochtief und bei Kleinbetrieben mit 20 Mitarbeitern. Damit sie dennoch den gesamten Stoff des ersten Semesters vollständig mitbekommen, besuchen sie die versäumten Veranstaltungen im folgenden Jahr, mit dem Ergebnis, dass sie zwar acht statt nur sechs Semester bis zum Abschluss benötigen, dafür aber Ingenieur und Baufacharbeiter sind. An den Berufsakademien läuft das Studium zumeist etwas anders, erfolgt dort doch in der Regel keine vollwertige Berufsausbildung. Die BA Mannheim zum Beispiel bietet ihren Mechatronikern die Möglichkeit, in den Partnerfirmen zu arbeiten, dort Praxisluft zu schnuppern. Studium und Praxis wechseln sich dabei ab: Drei Monate verbringen die jungen Mitarbeiter in den Betrieben, während sie in den folgenden drei Monaten das theoretische Rüstzeug an der Berufsakademie vermittelt bekommen. Beste Chancen für den Arbeitsmarkt Bereits im dritten und vierten Semester sollen die Studierenden in den Unternehmen ingenieursmäßig arbeiten, bei Problemen die Lösung finden helfen. „Im Hörsaal halten wir hier ähnliche Vorlesungen wie an der Fachhochschule, aber mit noch stärkerem Praxisbezug“, betont Ralf Lemmen, in Mannheim zuständig für die Abteilung Mechatronik. Keine Frage, dass die Bachelor-Arbeiten in enger Abstimmung mit Berufsakademie und Unternehmen entstehen - ideale Voraussetzungen also, für sich beste Chancen im Arbeitsmarkt zu schaffen. Mit der Berufsakademie zum Doktortitel Dualer Studiengang und wissenschaftliche Karriere Wer sich für den Berufseinstieg mit dem dualen Studiengang an den Berufsakademien entscheidet, denkt meist nicht an eine spätere wissenschaftliche Karriere, aber das Hochschulrecht räumt diese Möglichkeit durchaus ein. So sind mit Beschluss der Kultusministerkonferenz vom Oktober 2004 akkreditierte Bachelorausbildungsgänge der Berufsakademien denen von Hochschulen gleichgestellt. Absolventen können also an anderen Hochschulen Master-Studiengänge aufnehmen - und der Master wiederum berechtigt zur Promotion. Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/07 Verfasst von STUDIInfo zurück |
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