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studiInfo Wintersemester 2007/08Wenn Champagner im Glas perlt, waren zuvor echte Profis am WerkPrickelnder Lehrstuhl: Getränketechnologen sind weltweit gefragte Spezialisten. In den jungen Weinbaugebieten Australiens oder Amerikas und auch in den europäischen Weinregionen Italien und Spanien sind Fachleute aus Deutschland gefragt.„Brüder! Kommt geschwind. Ich trinke Sterne!“ soll Dom Pérignon, der Kellermeister der Abtei von Hautvillers, begeistert ausgerufen haben, als er an seinem ersten Champagner nippte. Es waren die Römer, die in der Champagne erste Weinreben anbauten. Der Wein, den sie daraus herstellten, war still. Aufgrund seiner Nähe zu Paris und der Aktivitäten der Klöster von Reims blieb der Weinbau erhalten, ohne wirklich große Popularität zu erreichen. Im 17. Jahrhundert hatte man begonnen, den Wein bereits im Anbaugebiet in Flaschen zu füllen, um seine Frische zu erhalten, da er den Transport im Fass nicht gut überstand. Aufgrund des frühen Abfüllens gärte der Wein unbeabsichtigt in den Flaschen weiter. Hätten die Engländer diesen sprudelnden Wein nicht sehr gemocht, wäre die Flaschenabfüllung vermutlich wieder abgeschafft worden. Die Winzer jedenfalls waren von den herausspringenden Korken nicht begeistert und nannten den Wein sogar Wein des Teufels. Die Reims Management School (RMS) Champagner und andere alkoholische Getränke sind zu gesellschaftlichen Anlässen nicht mehr wegzudenken und beleben je nach Maß Geister und Gemüt. Längst ist der prickelnde Schaumwein Kultgetränk, mit dem besondere Ereignisse geadelt werden. Für die Bereitung und Assemblage (Zusammenstellung) eines Champagners gelten besondere Gesetze. Künftig bietet die Reims Management School (RMS) einen Lehrstuhl für Champagner, der von berühmten Weingütern wie Moët & Chandon, Veuve Cliquot, Krug, Pommery und Laurent Perrier sowie der Stadt Reims finanziell unterstützt wird. Der Inhaber des Lehrstuhls soll ab September vor allem Business-Strategien und Marketing-Konzepte entwickeln sowie das Verbraucherverhalten beleuchten, um die Weingüter der Region in die Lage zu versetzen, der Konkurrenz in der Schaumweinindustrie standzuhalten. In der Zukunft soll dem Lehrstuhl auch ein Forschungslabor angeschlossen werden. Die Reims Management School besteht aus vier Business-Schulen, die derzeit zwei MBA-Programme und mehrere spezialisierte Angebote offerieren. Deutscher Wein im Aufwind Vor dem französischen Nachbarn braucht sich der deutsche Wein aber schon lange nicht mehr zu verstecken, versichert das Deutsche Weininstitut (DWI). National haben Genießer immer öfter zur heimischen Ware gegriffen und damit den Absatz um 7,8 Prozent gesteigert. Und auch auf internationalem Parkett sorgen deutsche Weine bei Wettbewerben immer öfter für großes Aufsehen. Da scheint es nachvollziehbar, dass die in Deutschland ausgebildeten Weinbauern oder Getränketechnologen auf dem internationalen Parkett gefragt sind. Das malerische Weinbaustädtchen im Rheingau beherbergt diesen zur Fachhochschule Wiesbaden zählenden Diplom-Studiengang, der noch einen geringen Bekanntheitsgrad hat. Umso gefragter sind die Absolventen. Erst spät müssen sich die Studenten für eine Fachrichtung entscheiden, berichtet Hofmann – bis dahin werden alle Bereiche der Getränkeindustrie – von der Weinwirtschaft bis zum Brauereiwesen – beleuchtet. Denn längst sind die Vorgaben in der Produktion nicht mehr auf den Faktor Geschmack beschränkt. Getränke sind Teil der Lebensmittelproduktion und unterliegen im gesamten Produktionszyklus höchsten Qualitätsanforderungen. Bachelor- und Masterstudiengänge Die Studiengänge Weinbau & Getränketechnologie, Gartenbau und Landespfl ege haben in Geisenheim eine lange Tradition. Die Ursprünge reichen bis in das Gründungsjahr der damals Königlich Preußischen Lehranstalt für Obst- und Weinbau, 1872, zurück. Seit 1971 sind Lehre und Forschung getrennt und es kam zur Überleitung der damaligen Ingenieursschule in Geisenheim zur neugegründeten Fachhochschule Wiesbaden. Seit 2003 werden die bisherigen Diplom- Studiengänge sukzessive auf die neuen Bachelor-Studiengänge umgestellt. Neue Masterstudiengänge ergänzen das konsekutive Studienangebot in sinnvoller Weise. Es handelt sich um einen sechssemestrigen Bachelorstudiengang, der Ökonomie mit Weinbau und Oenolgie verknüpft und neben der heimischen Weinwirtschaft die wichtigsten ausländischen Produktions- und Absatzmärkte einschließt. Internationale Chancen für Absolventen Das Studium vermittelt profunde Kenntnisse in naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen, allgemeine Fachkenntnisse auf den Gebieten von Weinbau, Oenologie und in den Wirtschaftswissenschaften und Spezialkenntnisse in den Bereichen der Internationalen Weinwirtschaft. Die Profi lmodule dienen der persönlichen Schwerpunktbildung. Aus den Profi lmodulen ist eine Auswahl zu treffen. Hierzu gehören Projektmodule wie „Italien“, „Südeuropa“, „Neue-Welt-Weinländer“ oder „Asien“. Vorgabe im Verlauf des Studiums ist ein Berufspraxissemester. Mit dem Abschluss in der Tasche öffnen sich für die Studenten viele Pforten: Insbesondere in den jungen Weinbaugebieten Australiens, Südafrikas und Amerikas aber auch in den europäischen Weinregionen Italien und Spanien sind die Fachleute aus Deutschland gefragt. Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/07 Verfasst von STUDIInfo zurück |
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