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studiInfo Sommersemester 2010

Vorsemester-Kurse, Ausbildung oder Auslandspraktikum: Warten auf das Traumstudium

Der Numerus clausus reicht nicht für das Medizinstudium? Jetzt heißt es, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen.

Wenn das Abitur in der Tasche ist, beginnt die Zählung der Wartesemester. Die sind neben der Abi-Note ein wichtiges Kriterium bei der Bewerbung um einen Medizin-Studienplatz. Doch als Wartesemester gelten nur die Semester, in denen der Studienbewerber nicht an einer deutschen (Fach-) Hochschule immatrikuliert war. Wer den NC für das Fach Medizin nicht erreicht hat und bei der Zentralen Studienvergabe leer ausgegangen ist, sollte sich deshalb besser nicht resigniert für ein so genanntes „Parkstudium" einschreiben, sondern die Wartezeit auf sein Traumstudium sinnvoll ausfüllen.

Vorsemester als gute Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung auf das anspruchsvolle Studium sind zum Beispiel spezielle Vorsemester. Solche Kurse bietet beispielsweise das Institut für Biologie und Medizin des Rheinischen Bildungszentrums in Köln an – allerdings ist der intensive Unterricht mit recht hohen Kosten verbunden. Vorteil ist, dass eventuelle Lücken in den naturwissenschaftlichen Fächern geschlossen werden können und damit gute Voraussetzungen für ein zügiges Medizinstudium geschaffen werden. Wesentlich günstigere und zum Teil sogar kostenfreie Vorkurse, die sich aber meist nur über ein bis zwei Wochen erstrecken, bieten die Medizinfakultäten der Universitäten Bochum, Marburg und Frankfurt an. In diesen Intensiv-Seminaren wird das Schulwissen in Biologie, Mathe, Physik und Chemie aufgefrischt. An der Ruhr-Universität in Bochum sind ausdrücklich auch angehende Medizinstudenten von anderen Universitäten zur Teilnahme eingeladen.

Praktische Erfahrungen in der Ausbildung
Für alle, die länger auf ihren Studienplatz warten müssen, empfiehlt es sich, eine Ausbildung vorzuschalten, die sowohl nützlich als auch anrechenbar für das Medizinstudium ist. Zu den Klassikern gehören Ausbildungen zum Rettungssanitäter und -assistenten sowie zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Die Tätigkeit von Rettungssanitätern besteht in erster Linie darin, Einsätze im Rahmen des Krankentransportes und Rettungsdienstes vorzubereiten und durchzuführen. Die Ausbildung dauert in der Regel zwischen drei und fünf Monaten.
Die Ausbildung zum Rettungsassistenten läuft über zwei Jahre, kann aber durch eine vorangegangene Rettungssanitäter-Ausbildung verkürzt werden. Der Verantwortungsbereich des Rettungsassistenten ist größer, da er am Notfallort Erste Hilfe und lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen muss.
Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ist in vielerlei Hinsicht eine gute Entscheidung. Zum einen kann der zukünftige Medizinstudent Krankenhausluft schnuppern, den Klinikalltag hautnah miterleben und somit in seiner Berufswahl bestätigt werden. Hinzu kommt, dass für den vorklinischen Teil des Medizinstudiums ein Nachweis über ein 90-tägiges Krankenpflegepraktikum notwendig ist. Je nach Landesprüfungsamt werden Tätigkeiten wie Gesundheits- und Krankenpflege auf das Praktikum angerechnet, ebenso wie das klinische Praktikum während der Ausbildung zum Rettungsassistenten.
Seit einigen Jahren wird die Ausbildung zum Biomedizinischen Assistenten immer populärer. Sie kann allerdings kostenpflichtig sein. Dieser Bildungsgang ist speziell für Wartezeit-Überbrücker gedacht und dauert anderthalb Jahre, inklusive Pflegepraktikum. Auch beliebt ist die Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Assistenten (MTA), die drei Jahre dauert.

Pflegepraktikum im Ausland
Eine weitere Möglichkeit, die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken, Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig seinem Lebenslauf um eine interessante Facette zu ergänzen, ist ein Pflegepraktikum im Ausland. Unternehmen, wie beispielsweise die Firma Project Abroad, organisieren gegen Gebühr den lehrreichen Aufenthalt in Krankenhäusern in Argentinien, Rumänien, Nepal und vielen anderen Ländern. In der Regel erkennen die deutschen Universitäten diesen Auslandsaufenthalt als Pflegepraktikum an.

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/10
Verfasst von STUDIInfo


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