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studiInfo Wintersemester 2006/07

Vom Lernenden zum Lehrenden

Erfolgreiche Karrierewege
„Die Neigung entscheidet“, dies sagt zumindest Roman Skarabis, der im Anschluss an sein Studium eine Stelle als Dozent für Schrift und Typographie an der Fachhochschule Münster antreten konnte.

Erst einmal ist es wichtig auf sich selber zu hören und Beruf beziehungsweise Studiengang nach der eigenen Neigung auszuwählen. Vernunftsentscheidungen, um möglichst auf der sicheren finanziellen Seite zu stehen, sind zum Scheitern verurteilt. Der Motor für einen langen und erfolgreichen beruflichen Werdegang ist immer noch Freude am eigenen Tun.

„Nur wer etwas gerne macht, kann über sich hinaus wachsen, ist zu besonderen Leistungen fähig und wird letztendlich den Erfolg auch verdienen.“
So lautet der Ratschlag eines Mannes, der es wissen muss: Roman Skarabis, heute Dozent für Typographie und Schrift im Bereich Design an der Fachhochschule Münster. Der 41-Jährige ist nämlich einen spannenden, sicherlich aber auch ungewöhnlichen Karriereweg gegangen.
Nach der Realschule absolvierte der Diplom-Designer zunächst eine Lehre zum Drucker. Nach dem Wehrdienst bei der Topographischen Einheit 100 in Münster arbeitete Roman Skarabis zunächst in seinem erlernten Beruf. 1997 entschloss er sich zu einer berufsbegleitenden Ausbildung an der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster, wo er zwei Jahre später den Abschluss als Gestalter ablegte. Den Anstoß für diese späte Änderung des eingeschlagenen Berufsweges gaben verschiedene Faktoren, wie der Diplom-Designer rückblickend erklärt: „Wenn ich mal davon ausgehe, dass Traumberuf wörtlich etwas mit Berufung zu tun hat, sind Anregungen im ersten Moment nicht vorrangig, sondern ein waches Auge dem gegenüber, was landläufig, als Talent oder Begabung bezeichnet wird. Oftmals stellt sich ja schon über die Schule, bei mir im Kunstunterricht oder beim Erstellen der ersten Schülerzeitschrift eine Begabung für bildliche Darstellung und Layout in zarten Anfängen heraus. Meine schulische Allgemeinbegabung reichte jedoch nicht für ein Studium im grafisch-gestalterischen Bereich aus. Ich beschloss damals, um im „Thema“ zu bleiben, also eher aus Zufall denn Vernunft, eine Ausbildung zum Drucker zu machen. In dieser Zeit bekam ich immer wieder durch meine Tätigkeit als Drucker Aufträge, die vorab erst gestaltet werden mussten. Viele Leute fanden diesen Aspekt meiner Arbeit besonders gut, und daraufhin beschloss ich, nebenberuflich eine Ausbildung zum Gestalter im Handwerk zu machen.“

Freude und Leidenschaft standen stets im Mittelpunkt
Dabei merkte der 41-Jährige schnell, dass er seinem Talent noch mehr Ausdruck geben wollte. Es folgte die Bewerbung um einen Studienplatz an der Fachhochschule in Münster im Bereich Design. Von Planung sei bei ihm weniger die Rede gewesen, gibt der heutige Hochschuldozent unumwunden zu. Vielmehr hätten stets Leidenschaft und Freude am eigenen Tun im Mittelpunkt gestanden. „Im Moment schau ich ab und zu zurück und bin schon manchmal ein wenig stolz auf das bisher Erreichte, obwohl der berufliche Weg für mich mit der neuen Selbstständigkeit auch erst relativ am Anfang steht“, erzählt Roman Skarabis.
Der Erfolg gibt ihm recht: Direkt nach Ende des Studiums, das er als bester Student seines Jahrgangs im Wintersemester 2004 abschloss, erhielt Roman Skarabis eine Stelle als Dozent für Schrift und Typographie an der Fachhochschule Münster. „Der größte Meilenstein war, dass ich im Studium wirklich genau die Dinge lernen konnte, die ich persönlich am meisten schätze, nämlich Informationen gestalten in Form von Ausstellungsgestaltung, Leitsystemen und Piktogrammentwicklung.“
Dennoch war der Weg zum Ziel nicht immer leicht, sondern manchmal beschwerlich: „Dadurch, dass ich „nur“ einen Realschulabschluss besitze, musste ich durch eine besondere Prüfung meine Fähigkeit, ein Studium aufnehmen zu können, nachweisen.“ Auf die Frage, was er heute anders machen würde, lautet seine Antwort dennoch entschieden: „Nichts, absolut gar nichts.“

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/06
Verfasst von STUDIInfo


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