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studiInfo Wintersemester 2009/10Untypisches Berufsbild: Karriere als Juristin im ModehandelEinzelhandelskaufmann, Vertriebsleiter, Handelsvertreter – beim Gedanken an eine Karriere im Handel fällt der Blick zuerst auf die klassischen Berufsbilder. Anders bei Nicole Sahrhage. Die 33-Jährige ist seit drei Jahren beim Modeunternehmen Takko tätig – als Juristin. Am Unternehmenssitz im westfälischen Telgte kümmert sich die gebürtige Münsteranerin um gewerblichen Rechtsschutz, um das Vertragswesen oder um Fragen des Mietrechts der europaweit über 1.200 Takko-Filialen.Internationales Recht, Markenrecht – schon während des Studiums begeisterte sich Nicole Sahrhage für diese juristischen Themenfelder, absolvierte verschiedene Praktika. Dass sie ihr späterer Karriereweg nicht in eine klassische Anwaltskanzlei, sondern in die Rechtsabteilung eines großen Handelsunternehmens führen sollte, ahnte die junge Frau dennoch nicht. „Zu Beginn des Studiums hatte ich eigentlich keine konkreten Berufswünsche für die Zeit nach dem Examen. Es war eher ein wachsender Prozess, der mich zu meiner heutigen Anstellung geführt hat“, blickt Nicole Sahrhage zurück. Zuerst Referendariat in Düsseldorf Einen wichtigen Schritt in diese Richtung setzte die heute 33-Jährige während des Referendariats in Düsseldorf. Während der zweijährigen Praxiszeit war die Jung-Juristin bereits in einem Unternehmen tätig, konnte erste konkrete Erfahrungen in den Bereichen Zivil- und Internationales Recht sammeln. Der Blick über den Tellerrand Nach dem Uni-Abschluss arbeitete Nicole Sahrhage zunächst in einer Anwaltskanzlei im Themenschwerpunkt Wirtschaftsrecht. „Rückblickend betrachtet ist es für meine heutige Arbeit ein deutlicher Gewinn, dass ich diese verschiedenen Stationen durchlaufen habe und den Blick über den Tellerrand hatte“, sagt die Juristin. Denn in ihrer aktuellen Position ist sie als „Abteilungsleiterin Mietwesen Recht“ für die Beratung unterschiedlicher Bereiche und Abteilungen verantwortlich. Gerade diese Vielseitigkeit bot für Nicole Sahrhage den Reiz, sich beim Modefilialisten im ländlichen Telgte zu bewerben. „Meine Aufgaben sind sehr weitreichend und berühren ganz unterschiedliche Rechtsbereiche“, schätzt die junge Frau die tägliche Abwechslung an ihrem Arbeitsplatz. Ob es um den Schutz der hauseigenen Modemarken geht, die Mietfragen oder das umfangreiche Vertragswesen des Handelshauses: „Gerade die Tatsache, dass Takko mittlerweile in vielen Ländern Europas vertreten ist und seit Jahren stark expandiert, macht die Arbeit sehr abwechslungsreich und berührt auch meine persönlichen Interessensschwerpunkte“,legt die Juristin dar. Der Textilhändler in Zahlen Takko gehört zu den größten Textilhändlern Deutschlands mit über 1.200 Filialen im In- und europäischen Ausland. Mit mehr als 900 Standorten von Schleswig-Holstein bis Bayern ist Takko in Deutschland flächendeckend überwiegend außerhalb der Innenstädte vertreten. Rund 10.000 Mitarbeiter im Verkauf und in der Zentrale im westfälischen Telgte kümmern sich um die Wünsche der Kunden. Die internationale Expansion treibt das Modeunternehmen seit 2000 kontinuierlich voran. In Österreich gibt es inzwischen bereits über 110 Takko-Filialen. Weitere Auslandsmärkte sind die Schweiz, die Niederlande, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Polen und Belgien. Als sie vor rund drei Jahren ihre Arbeit aufnahm, bot sich für die engagierte Hausjustiziarin eine weitere Gelegenheit: Berufsbegleitend absolvierte die 33-Jährige ein Masterstudium im Bereich Gewerblicher Rechtschutz an der Universität Düsseldorf. „Ich habe dabei viel Unterstützung von Seiten des Unternehmens bekommen, dem letztlich meine zusätzlichen Qualifikationen heute zu Gute kommen.“ Der richtige Karriereschritt Den Karriereschritt in ein Handelsunternehmen hat Nicole Sahrhage nicht bereut, an ihre ersten Wochen in dem Münsterländer Fashion-Discounter erinnert sie sich gerne. „Angst, dass ich den Anforderungen nicht gewachsen sein könnte, hatte ich dank der verschiedenen Praktika und des Referendariats nie. Ich bin einfach ins kalte Wasser gesprungen“, blickt sie zurück. Wie schaffe ich den Berufseinstieg in den Handel? Die bekanntesten Berufe im Einzelhandel sind Kaufmann im Einzelhandel und Verkäufer, es gibt darüber hinaus noch zahlreiche andere. Mit Abitur besteht die Option, die dreijährige Ausbildung auf zwei Jahre zu verkürzen. In Datenbanken der Bundesagentur für Arbeit „BerufeNet“ und „KursNet“ sind Informationen über Aufstiegsformen in den einzelnen Berufen enthalten. Aber auch die Betriebe selbst halten nach qualifizierten jungen Leuten Ausschau, um Führungskräfte aus ihren eigenen Reihen zu rekrutieren. Traineeprogramm nach Studium Wer ein Wirtschaftsstudium an einer Fachhochschule oder einer Universität hinter sich gebracht hat, kann sich durch Traineeprogramme zur Führungskraft weiter qualifizieren. Verschiedene namhafte Unternehmen wie Kaufhof, Karstadt, Praktiker, die Douglas Holding oder auch Lebensmitteldiscounter bieten solche Programme an. Studium an der Berufsakademie Eine weitere Möglichkeit bietet das Studium an der Berufsakademie. Die Tätigkeitsfelder für Absolventen mit dem Studiengang „Handel“ sind beispielsweise Abteilungs-, Filial- oder Bezirksleiter. Weitere Optionen finden sich in den Bereichen Marketing, Warenmanagement, Distributionslogistik, Finanz- und Rechnungswesen und Personalwesen. Die Studierenden werden gezielt auf eine Führungsposition im Handel vorbereitet durch Verbindungen der Berufsakademien zu Partnerunternehmen im Handel, an die sie ihre Studenten weiter vermitteln. Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/09 Verfasst von Jutta Melchers zurück |
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