Studentenpilot.de - das Portal für Studenten
20 1 2 21 15 3 4 5 6 16 8 7
Home / Magazine / studiInfo / Universitäten schärfen ihr Profil

studiInfo Wintersemester 2007/08

Universitäten schärfen ihr Profil

Zu neuen Ufern
Durch Studiengebühren und neue Hochschulgesetze müssen sich die Universitäten mehr nach außen öffnen. STUDIInfo berichtet über die Maßnahmen der Universitäten Greifswald und Duisburg-Essen.

Studiengebühren, zahlreiche neue Hochschulgesetze in den meisten Bundesländern und Anforderungen der privaten Wirtschaft stellen die Universitäten und Fachhochschulen hierzulande vor neue Herausforderungen: Die einstigen Hochschulen, in denen Professoren als Wissenschaftler und Lehrende hauptsächlich ihren eigenen Vorstellungen entsprachen, gehören der Vergangenheit an, wenn die Universitäten in Konkurrenz zueinander stehen, um Studierende und Geldmittel wetteifern und auch bei Lehrenden ein Wettlauf um die besten Köpfe stattfindet.

Neue Konzepte für Hochschulen
Um sich an diesem Markt positionieren zu können, haben die Hochschulen die Notwendigkeit erkannt, ihr Profil zu schärfen und begegnen der Anforderung mit zahlreichen unterschiedlichen Konzepten.
So sieht sich die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald etwa genötigt, ihren Fächerkanon zu verkleinern, um sich auf vier zentrale Bereiche zu konzentrieren. „Mir wäre es lieber gewesen“, erklärt Hochschulrektor Rainer Westermann, „wenn wir alle Fakultäten beibehalten und den zentralen vier Bereichen mehr Mittel hätten zuteilen können.“ Da aber die öffentlichen Zuschüsse deutlich sinken, sind in Greifswald in den vergangenen Jahren einige Fachbereiche geschlossen worden. Ihre Schärfe gewinnt die Universität nun durch ihre hohe Kompetenz in den Lebenswissenschaften wie Medizin, Biologie und Biochemie, im Bereich Physik, in den Literatur- und Kulturwissenschaften für den Ostseeraum sowie im Bereich Wirtschaftswissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Jura – vier deutlich differenzierte Felder also, mit denen sich die relativ kleine Hochschule mit rund 11 000 Studierenden profilieren will.

Auch „weiche“ Faktoren zählen
Neben diesen „harten“ inhaltlichen Kriterien legt die Uni an der Waterkant aber auch großen Wert auf die weichen Faktoren, vor allem auf die überschaubaren Dimensionen von Hochschule und Stadt. So hätten Studierende und Dozenten in Greifswald mit seinen 60 000 Einwohnern und in Studiengängen mit wenigen hundert Kommilitonen erheblich bessere Chancen, sich kennen zu lernen, die Studierenden entsprechend höhere Chancen, in die Forschungsprojekte ihrer Professoren einzusteigen, wenn sie Interesse mitbringen.

Dass man sich in Greifswald, in den Kneipen und Hörsälen der Stadt zwangsläufig immer wieder über den Weg läuft, führt nach Westermanns Ansicht zu einer höheren Konzentration und zu einer engeren Bindung zwischen Dozent und Studierenden. Darauf führt der Rektor letztlich auch das auffallend gute Ranking der Greifswalder Uni bei ihren Studierenden zurück. Die Universität Duisburg-Essen, 2003 aus den beiden 1972 gegründeten Universitäten der Nachbarstädte im Ruhrgebiet fusioniert, schärft ihr Profil dagegen hauptsächlich im regionalen Umfeld, kommen doch die meisten Studierenden der relativ jungen Hochschule aus der unmittelbaren Umgebung und wohnen während des Studiums noch bei den Eltern. Mit Veranstaltungen an Schulen machen die Fachbereiche der Uni auf sich aufmerksam, die nicht voll ausgelastet sind, wogegen die besonders angesehenen und gut besuchten Fakultäten sich mit Außenwerbung eher zurückhalten. Mit diesem kontrazyklischen Ansatz wird zwar das Profil der Hochschule nicht unbedingt schärfer, aber die Fachbereiche können zumindest auf gleichmäßige Auslastung hoffen. In Zeiten knapper Kassen ein durchaus wichtiges Ziel, drohen doch sonst Mittelkürzungen von Seiten des Landes.

Konzentrierte Öffentlichkeitsarbeit
Beide Universitäten nutzen alle möglichen Wege, um ihr jeweiliges Profil zu kommunizieren, sich bei Schulabgängern ins rechte Licht zu setzen – in der Regel mit den üblichen Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit: Gut gestalteten, übersichtlichen Internetseiten, Infobroschüren und Veranstaltungen wie den Hochschulinformationstagen, an denen sich künftige Studierende über das Angebot der Universität informieren können. An der Uni Duisburg-Essen präsentieren sich daneben einzelne Fachbereiche mit ihren Fächern an Schulen Oberstufen im Ruhrgebiet.

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/07
Verfasst von STUDIInfo


zurück
Bookmark and Share
Anzeigen





XING - Das professionelle Netzwerk



Über uns | Werbung | Studenten-Shop | Partnernetzwerk | Partnernetzwerk | Impressum & Datenschutzerklärung

Copyright 2012 Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG