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studiInfo Sommersemester 2010

Studieren in „Fernost“: Zwischen Ostseestrand und Räuchermännchen-Land

Ein Jahr lang Bahncard umsonst, ein Laptop und ein Semester mietfrei wohnen: Die ostdeutschen Städte lassen sich die Akquise von Studienbewerbern etwas kosten. Auch in puncto Ausstattung müssen sich die Hochschulen der neuen Bundesländer keinesfalls hinter den Unis im Westen verstecken.

Viele Hochschulstandorte im Osten Deutschlands blicken auf eine lange Tradition zurück und genießen auch über Deutschlands Grenzen hinaus einen exzellenten Ruf. An der Bauhaus- Universität Weimar wurden beispielsweise wichtige Kapitel der Kunst- und Baugeschichte mitgeschrieben. Die Hochschule für Bildende Künste in Dresden, deren Vorläufer vor über 300 Jahren gegründet wurde, ist eine der ältesten Kunstakademien im deutschsprachigen Raum. Und die Universität Rostock, direkt an der Küste gelegen, ist als internationaler Spitzenstandort für die Erforschung maritimer Systeme bekannt.

Moderne Ausstattung
Grundsätzlich bieten ostdeutsche Bildungseinrichtungen den Studenten ein modernes Forschungsumfeld und Lehre auf hohem Niveau. Besonders die Ausstattung kann sich sehen lassen: Nach dem Mauerfall wurde viel Geld investiert, um die Bildungsstätten der neuen Länder umzugestalten und zu modernisieren. Das Ergebnis: Im Vergleich zu westdeutschen Einrichtungen sind Laborarbeitsplätze, Werkstätten und Ateliers im Osten sehr gut ausgestattet. Auch die Service- und Beratungsleistungen schneiden bei Befragungen unter Studenten besser ab als an westdeutschen Hochschulen. Kein Wunder also, dass die Studenten in Ostdeutschland mit ihren Studienbedingungen zufriedener sind als ihre Kommilitonen im Westen, wie der Studienqualitätsmonitor 2008 des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in einer Umfrage zeigt. Übringens: Studiengebühren für die Regelstudienzeit eines Erststudiums fallen in keinem der neuen Bundesländer an.

Attraktive Angebote für Studenten
Trotz der guten Bedingungen haben die ostdeutschen Hochschulen noch Kapazitäten frei – im Gegensatz zu den oft überfüllten westdeutschen Universitäten. Um für Studienanfänger noch attraktiver zu werden, haben sich viele Hochschulen besondere „Bonbons“ ausgedacht: An der Uni Potsdam erhalten Studenten beispielsweise ein Jahr lang die Bahncard 50 gratis, Neustudenten der FH Lausitz bekommen mit etwas Glück einen Laptop und bei einem Studium an der Europa-Uni Viadrina in Frankfurt (Oder) wird den Studenten ein halbes Jahr lang die Grundmiete erlassen. Der Oberbürgermeister übernimmt zudem den ersten Semesterbeitrag derjenigen, die ihren Hauptwohnsitz an den Studienort verlegen. Auch andere Hochschulstandorte werben mit Begrüßungsgeld oder Wohnsitzprämien.

Die gute Qualität der Wissensvermittlung ist offiziell bestätigt: Thüringen und Sachsen sind laut Bildungsmonitor 2009 des Instituts der deutschen Wirtschaft (DIW) die besten Bildungsstandorte Deutschlands. Hohe Schulqualität, geringe Bildungsarmut, Ingenieurschmiede Deutschlands – Sachsen ist in jedem Bereich Spitzenreiter. Gemeinsam mit Sachsen-Anhalt und Thüringen hat das östlichste Bundesland seine Bildungsqualität im Vergleich mit den anderen Ländern in den vergangenen fünf Jahren stark verbessert. Gerade in den so genannten MINT-Wissenschaften Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik liegen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen vorn. Mecklenburg-Vorpommern hat deutschlandweit den zweithöchsten Anteil der Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften an allen Hochschulabsolventen. In Sachsen, Thüringen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern arbeiten im Vergleich zu allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten überdurchschnittlich viele Absolventen der Ingenieurwissenschaften. Und in Sachsen promovieren anteilig an allen Doktorarbeiten die meisten Ingenieure.

Doch das Angebot der Studienfächer beschränkt sich längst nicht auf naturwissenschaftliche Bereiche. Das breite Spektrum beinhaltet auch Studiengänge für junge Menschen, die das Besondere suchen: Am Deutschen Literaturinstitut Leipzig (DLL) kann beispielsweise ein Bachelor- oder Masterstudiengang „Literarisches Schreiben“ absolviert werden. Für den Bachelor bewerben sich die angehenden Schriftsteller mit literarischen Arbeitsproben und Publikationslisten, der Master setzt ein abgeschlossenes Studium oder bereits veröffentlichte belletristische Publikationen voraus. Während des Masterstudiengangs arbeiten die Studenten an einem eigenen, umfangreichen Roman.
Mit tänzerischem und musikalischem Talent kann die einzige eigenständige Tanzhochschule in Deutschland, die Palucca Schule Dresden – Hochschule für Tanz, besucht werden. Als „Diplom- Tanzpädagoge“ unterrichten die Absolventen später Kinder, Jugendliche und Erwachsene an Tanz-, Ballett- oder Musikschulen im künstlerischen Tanz. Ein Masterstudium „Choreographie“ beinhaltet unter anderem Module in Bewegungsanalyse, Tanzwissenschaft, Research/Improvisation und Produktion.

Einmaliges Aufbaustudium
Deutschlandweit einmalig ist das Aufbaustudium in „Angewandten Sexualwissenschaften“ an der FH Merseburg. Voraussetzung für den sechssemestrigen Masterstudiengang ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium in Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik beziehungsweise ein humanwissenschaftliches Studium. Der Master qualifiziert für die Arbeit in einer Bildungs- oder Beratungsstelle für Familienplanung, Partnerschaft und Sexualität.



Unterhaltsam und informativ: Kampagne „Studieren in Fernost“

Bunt, schräg und laut: So präsentiert sich die Kampagne „Studieren in Fernost“ im Internet.


Die Botschaft: Es lohnt sich, an einer der 44 Hochschulen der neuen Bundesländer zwischen Rügen und dem Erzgebirge zu studieren. Zu dem originellen Konzept der Webseite, die von der Hochschulinitiative Neue Bundesländer in Auftrag gegeben wurde, gehören Gang und Dong, zwei junge Asiaten, die den User auf der Webseite begleiten. Gewürzt mit vielen Video-Einspielern und Animationen erhalten Studieninteressierte einen spielerischen Zugang zu konkreten Informationen über das Leben und Studieren in Ostdeutschland. Mit Studenten und Mitarbeitern der Hochschulen können sie in direkten Dialog treten. Zentrales Element von „Studieren in Fernost“ ist eine Kooperation mit schülerVZ, einem sozialen Netzwerk für Schülerinnen und Schüler in Deutschland.
www.studieren-in-fernost.de

Weitere Infos sind auf der Seite der Hochschulinitiative Neue Bundesländer zu finden.
www.hochschulinitiative.de

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/10
Verfasst von STUDIInfo


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