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studiInfo Sommersemester 2006„Sehr gute Berufschancen“Interview mit Prof. Dr. Uwe M. BorghoffProf. Dr. Uwe M. Borghoff gehört seit 1998 der Universität der Bundeswehr München an. Er hat die Professur für Informationsmanagement am Institut für Softwaretechnologie inne. Im Juli 2004 übernahm er das Amt des Vizepräsidenten für den universitären Bereich. STUDIInfo hat sich mit dem Hochschullehrer unterhalten. Für wen ist das Studium bei der Bundeswehr die richtige Entscheidung? Grundsätzlich ist ein Studium bei der Universität der Bundeswehr mit dem Wunsch verbunden, den Offizierberuf aufzunehmen. Da der Offizierberuf in Deutschland ein akademischer Beruf ist, gehört das Studium als integraler Bestandteil zur Laufbahn. Seit vier Jahren ist es auch zivilen Studierenden möglich, im Rahmen von Industriekooperationen an der Universität der Bundeswehr München zu studieren. Wir bieten ein sehr gutes Betreuungsverhältnis - auf einen Professor kommen zwölf Studierende -, ein Studium weitgehend in Kleingruppen sowie eine hervorragende IT- und Laborausstattung. Dies alles macht das Studium bei uns attraktiv. Haben die Inhalte, die in den Veranstaltungen vermittelt werden, einen militärischen Bezug? Nein. Von Anfang an war keine militärspezifische Ausbildung der studierenden Offiziere beabsichtigt, sondern ein inhaltlich und in seinen Abschlüssen den Landesuniversitäten vergleichbares vollwertiges Studium. Lehre und Forschung sind daher seit den Gründungstagen an den Universitäten der Bundeswehr frei. Das Studienangebot ist breit gefächert und umfasst neben einem ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt auch ein volles gesellschafts- und wirtschaftswissenschaftliches Spektrum. Nur vereinzelte Veranstaltungen haben inhaltlich einen militärischen Bezug, zum Beispiel die betriebswirtschaftlichen Vorlesungen „Streitkräftemanagement“ oder „Militärökonomie“. Warum lässt die Bundeswehr ihre Führungskräfte nicht an öffentlichen Hochschulen studieren? Als die Universitäten der Bundeswehr 1973 als Reformuniversitäten gegründet wurden, sollte die Attraktivität des Offizierberufs durch eine akademische Ausbildung gesteigert werden. Voraussetzung dafür war ein kurzes Intensivstudium, das so nur an eigens konzipierten Universitäten umgesetzt werden konnte. Charakteristisch sind u.a. die Einteilung in Trimester und die kurze Regelstudienzeit von 3 1/4 Jahren bis zum Diplom oder zukünftig in 3 3/4 Jahren über den Bachelor zum Master. Durch ein integrales Begleitstudium, das so genannte studium plus, vermittelt die Universität der Bundeswehr München wichtige Zusatzqualifikationen, z.B. Konfliktmanagement und interkulturelle Kompetenz. Der in der Universität integrierte Studentische Bereich sorgt ferner für eine anhaltende militärische Prägung, was an öffentlichen Universitäten so nicht möglich wäre. So bereitet die Universität der Bundeswehr München die Studierenden auf ihre künftigen Aufgaben als Offiziere vor. Einzig die medizinische Ausbildung erfolgt aufgrund der Kostenintensität an Landesuniversitäten. Nach zwölf Jahren ist die Zeit bei der Bundeswehr in der Regel für die Studierenden vorbei. Wie sehen die Berufschancen im zivilen Leben aus? 80 Prozent der Absolventen der Universitäten der Bundeswehr entscheiden sich nach ihrer zwölfjährigen Dienstzeit für eine Karriere in der freien Wirtschaft. Die Berufschancen der ausscheidenden Offiziere können insgesamt als sehr gut beurteilt werden. Die Wirtschaft schätzt die Doppelqualifizierung aus akademischer Ausbildung und der während der militärischen Dienstzeit gesammelten Führungserfahrung. Aus Absolventenbefragungen wissen wir, dass mehr als 80 Prozent der ehemaligen Zeitoffiziere mit Studium heute Führungsverantwortung in der freien Wirtschaft tragen. Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/06 Verfasst von STUDIInfo zurück |
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