Studentenpilot.de - das Portal für Studenten
20 1 2 21 15 3 4 5 6 16 8 7
Home / Magazine / studiInfo / Money, Money, Money

studiInfo Sommersemester 2010

Money, Money, Money

Auch Studenten können nicht nur von Luft und Liebe leben. Wohnen, Essen, Bücher und nicht zuletzt die Studiengebühren müssen finanziert werden – längst nicht jeder hat wohlhabende Eltern oder einen lukrativen Nebenjob. Zum Glück gibt es Fördermöglichkeiten.

BAföG, Stipendien, Bildungskredite, Studienbeitragsdarlehen – das Angebot an Finanzierungshilfen für Studenten ist vielfältig und oft verwirrend. Deshalb empfehlen Experten, vor einer Entscheidung zunächst den individuellen Förderbedarf zu ermitteln. Wird während der gesamten Studienzeit zusätzliches Geld benötigt oder nur für die Abschlussphase? Ist ein Auslandssemester geplant? Auch über die eigenen Voraussetzungen sollten sich die Studenten klar werden: Liegt eine BAföG-oder Stipendien-Berechtigung vor? Dann kann womöglich die Schuldenlast eines Studienkredits vermieden werden.

BAföG: der Klassiker der Studienfinanzierung
Die staatliche Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz ist der Klassiker der Studienfinanzierung. Anspruchsberechtigte Studenten erhalten während der Regelstudienzeit ein zinsloses Darlehen von derzeit maximal 643 Euro pro Monat. Darauf angerechnet werden das eigene Einkommen und Vermögen sowie das Einkommen der Eltern. Vorteile: Mit dem Verzicht auf Zinsen wird allen BAföG-Empfängern praktisch Geld „geschenkt“.
Besonders schnellen und guten Studenten wird darüber hinaus ein Teil der Schulden erlassen. Die Tilgung beginnt auf Wunsch erst fünf Jahre nach Ende des Studiums. Der Rückzahlbetrag ist seit 2001 auf 10.000 Euro (inklusive Studienbeitragsdarlehen) begrenzt.

Stipendien: gute Noten und Engagement gefragt
Eine ganze Reihe von Stiftungen bietet in Deutschland Programme zur Begabtenförderung. Die finanzielle Unterstützung entspricht in der Regel dem persönlichen BAföG-Anspruch. Auch Stipendien werden also meist nicht unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt. Bewerber müssen neben guten Noten zudem meist weitere formale Kriterien erfüllen, wie beispielsweise bestimmte Alters- und Semesterzahlen einhalten. Kirchliche Stiftungen berücksichtigen nur Bewerber mit der entsprechenden Konfession.

Ähnlich wie partei- und gewerkschaftsnahe Stiftungen erwarten sie zudem nachweisliches gesellschaftliches Engagement. Stipendiaten müssen regelmäßige Leistungsnachweise und Studienberichte vorlegen. Vorteile: Das Stipendium muss später nicht zurückgezahlt werden. Dazu gibt es Kontakte und eine ideelle Förderung durch Seminar-Angebote. Bewerber sollten allerdings einkalkulieren, dass es oft nur ein oder zwei Auswahltermine pro Jahr gibt und das Auswahlverfahren je nach Organisation bis zu sechs Monate dauern kann.

Seit ungefähr vier Jahren ergänzen zahlreiche Studiendarlehen, Studienkredite und Bildungsfonds die herkömmlichen Finanzierungsformen wie Jobben, Stipendien, BAföG oder Unterstützung durch die Eltern. „Die Finanzkrise hat, anders als vereinzelt befürchtet, keine negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Studienkrediten in Deutschland“, berichtet Ulrich Müller, Projektleiter beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). „Es ist weder eine zurückhaltende Vergabe von Studienkrediten noch eine Verschärfung der Auswahlverfahren festzustellen. Im Gegenteil führt die Finanzkrise vielfach zu günstigeren Konditionen.“ Die Angebote der Kreditinstitute unterscheiden sich deutlich mit Blick auf die finanzierten Verwendungszwecke und die jeweilige Ausgestaltung. „Studierende haben die Qual der Wahl, aus der großen Bandbreite das beste Angebot herauszufiltern“, schreiben die Wissenschaftler des CHE im Abschlussbericht ihres Studienkredit-Tests 2009. Deshalb ist es anzuraten, sich vor Vertragsabschluss gründlich zu informieren.

Studienbeitragsdarlehen: unkomplizierte Anträge
Alle Bundesländer, die Studiengebühren einführen, bieten Studenten die Möglichkeit, sich das nötige Geld bis zum Ende des Studiums bei der Förderbank des Landes oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu leihen. Der Kredit kann ganz unkompliziert bei der Immatrikulation beziehungsweise Rückmeldung beantragt werden. Die Bank überweist den fälligen Betrag direkt an die Uni. Vorteile: Jeder Student hat Anspruch auf ein solches Darlehen, unabhängig vom Einkommen der Eltern und seiner Bonität. BAföG-Empfänger müssen zudem nur bis zu einer bestimmten Grenze ihre Schulden aus BAföG und Darlehen zurückzahlen. Das Studienbeitragsdarlehen wird meist ein paar Semester über die Regelstudienzeit hinaus gewährt. Im Detail unterscheiden sich die Konditionen von Bundesland zu Bundesland.

Studienkredit: Vergleich der Konditionen lohnt sich
Die KfW-Bank, verschiedene Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Privatbanken bieten Studienkredite an, die zur Finanzierung des Lebensunterhalts während des Erststudiums dienen sollen. Höhe, Dauer, Zinsen und weitere Konditionen der Darlehen sind dabei unterschiedlich, deshalb lohnt sich ein Vergleich. Bei der KfW-Bank ist beispielsweise die Darlehenslaufzeit flexibel gestaltbar. Die Auszahlungsphase, in der die Studenten einen monatlichen Förderbeitrag zwischen 100 und 650 Euro erhalten, ist auf maximal fünf Jahre festgelegt, kann aber gegen Vorlage einer Bescheinigung der Hochschule um zwei Jahre verlängert werden. Hieran schließen sich die tilgungsfreie Zeit, Karenzzeit genannt, und die Tilgungsphase an, die sich über maximal 25 Jahre erstrecken kann.

Studienabschlusskredite: Finanzspritze für den Endspurt
Studenten fällt es gerade in der Examenszeit schwer, Nebenjob und Lernen zu vereinbaren. Für diese Zeit bieten viele Studentenwerke Studienabschlusskredite an. Sie zeichnen sich durch besonders günstige Zinssätze aus. Auch die Bundesregierung bietet gemeinsam mit der KfW-Förderbank und dem Bundesverwaltungsamt eine zinsgünstige Förderung für diese besonderen Lernphasen: Ab der bestandenen Zwischenprüfung kann ein so genannter Bildungskredit beantragt werden. Studenten bekommen dabei bis zu 300 Euro pro Monat für maximal zwei Jahre. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich einmalig einen Teil der Fördersumme für größere Investitionen, zum Beispiel einen Forschungsaufenthalt im Ausland oder einen neuen PC, auf einen Schlag auszahlen zu lassen. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nachdem die erste Rate ausbezahlt wurde. Vorteil: Die Förderung erfolgt unabhängig vom Vermögen und Einkommen des Antragstellers und seiner Eltern und kann mit BAföGLeistungen kombiniert werden.

Bildungsfonds: karriereorientierte Studenten profitieren
Für Geld aus diesen speziellen, von privaten Investoren gespeisten Fonds müssen sich Studenten in strengen Auswahlverfahren durchsetzen. Haben sie Erfolg, bekommen sie als Darlehen feste Beiträge für Lebenshaltungskosten und manchmal auch Geld für das komplette Studium. Im Gegenzug verpflichten sich die Geförderten, nach dem Studium das Darlehen einkommensabhängig in den Fonds zurückzuzahlen. Vorteil: Erfolgreiche Bewerber profitieren von besonders günstigen Konditionen. Im Interesse einer möglichst hohen Rendite für die Investoren bekommen aber vor allem Studenten aus Fächern mit guten Karrierechancen diese Kredite.

Weitere Informationen

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat 33 Studienkredite, -darlehen und -fonds verglichen. Die Testergebnisse stehen unter www.che-studienkredit-test.de zum kostenlosen Download bereit.



Studiengebühren: Vergleichen lohnt sich

Ein zukunftsträchtiger Studiengang, ein gutes Betreuungsverhältnis, eine interessante Stadt – viele Faktoren spielen bei der Wahl des Studienortes eine Rolle. Nicht zu vergessen sind die Studiengebühren: Da jedes deutsche Bundesland selbst festlegen kann, wie teuer das Bezahl-Studium an seinen Unis sein soll, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. In manchen Ländern zahlen die Studenten keine Gebühren, in anderen bis zu 650 Euro pro Semester. Einige Universitäten bitten vor allem Studenten zur Kasse, die die Regelstudienzeit überzogen haben, an anderen Hochschulen zahlt man ab Studienbeginn.

Baden-Württemberg: 500 Euro

Bayern: Von den einzelnen Hochschulen festgelegt, maximal 500 Euro, an FHs mindestens 100 Euro, an Universitäten mindestens 300 Euro

Berlin: Vorerst keine, Studienkonten in der Diskussion

Brandenburg: Vorerst keine

Bremen: 500 Euro für „Langzeitstudenten“

Hamburg: 375 Euro nachgelagert

Hessen: Keine

Mecklenburg-Vorpommern: keine

Niedersachsen: 500 Euro, für „Langzeitstudenten“ 600 – 800 Euro

Nordrhein-Westfalen: Von den einzelnen Hochschulen festgelegt, maximal 500 Euro

Rheinland-Pfalz: Studienkonten – wer das Konto überzieht, zahlt 650 Euro pro Semester

Saarland: 1. und 2. Semester 300 Euro, danach 500 Euro

Sachsen-Anhalt: 500 Euro für „Langzeitstudenten“

Sachsen: 300 – 450 Euro für das Zweitstudium

Schleswig-Holstein: Keine

Thüringen: 500 Euro für „Langzeitstudenten“

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/10
Verfasst von STUDIInfo


zurück
Bookmark and Share
Anzeigen





XING - Das professionelle Netzwerk



Über uns | Werbung | Studenten-Shop | Partnernetzwerk | Partnernetzwerk | Impressum & Datenschutzerklärung

Copyright 2012 Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG