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studiInfo Sommersemester 2009

Moderne Generalisten

Werksleiter, Produktionschefs, Vorstand für den Einkauf oder gar Vorstandsvorsitzende: Obwohl ihnen von „richtigen“ Ingenieuren ebenso wie von „richtigen“ Betriebswirten vorgeworfen wird, sie hätten kein Spezialwissen, erfreuen sich Wirtschaftsingenieure in der Unternehmensführung ausgesprochen großer Beliebtheit.

Eine Entwicklung, die auch Ingo Schmidt bestätigen kann. Der Wirtschaftsingenieur unterrichtet selbst Studenten des Faches an der TU Braunschweig und arbeitet beim Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI) für eine höhere Bekanntheit der Disziplin – offenbar mit Erfolg. In den vergangenen fünf Jahren, so hat Schmidt beobachtet, habe sich die Einstellung von Firmen gegenüber dem Fach deutlich gewandelt. Auch kleine und mittlere Unternehmen würden mit aller Selbstverständlichkeit Wirtschaftsingenieure einstellen.

Wachsendes Interesse
Der Dozent erklärt dieses wachsende Interesse vor allem damit, dass die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen zusehends enger werde und an den Nahtstellen Mitarbeiter gebraucht würden, die Sprache beider Seiten verstehen. „Genau diese Fähigkeit qualifiziert Wirtschaftsingenieure in der Regel für Führungsaufgaben.“ Wenn es etwa darum geht, ein Team aus Technikern verschiedener Disziplinen und Marketingfachleuten anzuleiten, seien keine Spezialisten, sondern eher Generalisten gefragt.
Große Consultinggesellschaften scheinen ebenfalls ein steigendes Interesse an Wirtschaftsingenieuren zu entwickeln. Zumindest sieht Schmidt sich sowohl an der Uni als auch im Verband zunehmend Anfragen von diversen Unternehmensberatungen gegenüber, die speziell Wirtschaftsingenieure suchen. Aber nicht nur hier tun sich neue Aussichten für Wirtschaftsingenieure auf. Offenbar profitiert die Disziplin von der sinkenden Zahl rein technischer Ingenieure, denn mittlerweile werden auch Absolventen der Mischfakultät Promotionen und Forschungsaufträge an den Hochschulen angeboten. „Wer sich nach seinem Abitur noch nicht recht entscheiden kann, ob er eher eine technische oder eine wirtschaftliche Richtung verfolgen will, verbaut sich also mit dem Wirtschaftsingenieur nichts – auch eine Dissertation und der Einstieg in die Forschung sind möglich“, schließt Schmidt.

Geschichte des Studiengangs
Entstanden ist der Studiengang Ende des 19. Jahrhunderts in den USA, in den zwanziger Jahren schwappte er nach Deutschland herüber, wurde aber kaum beachtet. Erst in den sechziger Jahren wurde er allmählich populär. Am grundlegenden Curriculum hat sich seither wenig geändert, auch wenn nach Schmidts Ansicht heute besondere Vorsicht bei der Auswahl der Hochschule geboten sei. Idealerweise, so Schmidt, befasst sich der Studiengang zu mindestens 40 Prozent mit der einen Richtung, während der zweite Bereich höchstens 60 Prozent ausmachen sollte. Einige Hochschulen neigen nach Schmidts Erfahrung jedoch dazu, ihren reinen Studiengängen ein paar vereinzelte Veranstaltungen aus Technik oder Wirtschaft zuzuordnen und den Studiengang dann Wirtschaftsingenieur zu nennen. „Damit ist es nicht getan: Den Wirtschaftsingenieur zeichnet eine ausgewogene Ausbildung in einer technischen Fachrichtung kombiniert mit volkswirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Fächern aus.“ Einen Überblick verschaffen die Studienpläne der Hochschulen, in denen die einzelnen Veranstaltungen für Bachelor und Master verzeichnet sind.
Der VWI pflegt auf seiner Internetseite www.vwi.org eine Liste mit Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien, die den Studiengang Wirtschaftsingenieur anbieten.



Medien, Wirtschaft und Pädagogik in einem Studiengang: Studienfach Medienkompetenz

Die Fakultät Medien und Informationswesen der Hochschule Offenburg bietet in Zusammenarbeit mit der Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen und der Pädagogischen Hochschule Freiburg seit neuestem den Bachelor-Studiengang „Medientechnik/Wirtschaft plus an“.

Im Informationszeitalter sind Nutzung, Bearbeitung und Verbreitung von Informationen von großer Bedeutung. Mit dem Anstieg der Informationsmengen wächst der Bedarf an Technik und Kommunikation. Die globale Informationsgesellschaft verlangt verstärkt Fachkräfte, die sowohl in der Medientechnik und Informatik, als auch im Management ein breites Wissen aufweisen können. Der Bachelor-Studiengang „Medientechnik/Wirtschaft plus“ der Hochschule Offenburg hat es sich zum Ziel gesetzt, den Studierenden diese interdisziplinäre und polyvalente Medienkompetenz zu vermitteln. Der Studiengang beinhaltet Medientechnik und Informatik im Hauptfach sowie Wirtschaft im Nebenfach. Nach dem erfolgreichen Bachelor-Abschluss haben die Studierenden die Möglichkeit, sich mit dem Master-Studiengang „Berufliche Bildung Medientechnik/Wirtschaft“ weiter zu qualifizieren.

Die Wahl der Schwerpunkte im Studiengang bietet eine individuelle Spezialisierung und Vertiefung der persönlichen Fähigkeiten. Das Studium umfasst zwei Semester Grundstudium und fünf Semester im Hauptstudium. Die Abschlussarbeit (Bachelor Thesis) rundet die Vertiefung in den Studienschwerpunkten ab.

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/09
Verfasst von Karsten Peters


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