Studentenpilot.de - das Portal für Studenten
20 1 2 21 15 3 4 5 6 16 8 7
Home / Magazine / studiInfo / Kurse in Navigation und Seehandelsrecht

studiInfo Sommersemester 2006

Kurse in Navigation und Seehandelsrecht

Studiengang Nautik an der Hochschule Bremen
Man muss nicht aus einer traditionsreichen Seemannsfamilie stammen und man muss auch nicht sein bisheriges Leben nur am Meer verbracht haben: Wer sich für den Studiengang Nautik einschreibt, sollte allerdings nicht an Seekrankheit leiden. Die Berufsaussichten sind gut, auch für Tätigkeiten an Land. STUDIInfo stellt einen der Exoten unter den deutschen Hochschulangeboten vor.

Wer glaubt, dass spezielle Studiengänge wie Nautik immer unattraktiver werden, ist völlig schief gewickelt. Die Ausbildung im hohen Norden der Republik übt auf Schulabgänger einen immer größeren Reiz aus. Diese Erfahrung jedenfalls hat in den vergangenen Jahren Professor Kapitän Volker Biere gemacht. „Wir können uns vor Anmeldungen kaum noch retten. Die Nachfrage ist rasant gestiegen“, sagt der Dekan des Fachbereichs Nautik und Internationale Wirtschaft der Hochschule Bremen. Derzeit sind mehr als 200 Studierende im Fachbereich 6 eingeschrieben, darunter gut zehn Prozent Frauen.
Die Nautikstudenten dürfen sich nach erfolgreichem Abschluss Diplom-Wirtschaftsingenieur für Seeverkehr nennen. Sie werden schwerpunktmäßig auf eine Tätigkeit als nautischer Schiffsoffizier und Kapitän ausgebildet. Da viele Nautiker aber im Laufe ihres Lebens in Landberufe wechseln, werden die Studierenden auch in anderen Bereichen geschult, zum Beispiel in Logistik, Technik und Betriebswirtschaft. Die Hochschule Bremen setzt Schwerpunkte im „Maritimen Management“.
Professor Kapitän Volker Biere kennt den Grund für das gestiegene Interesse am Nautikstudium. „Die Berufsaussichten sind sehr gut“, betont der Dekan. „In den nächsten fünf Jahren geht rund die Hälfte der fahrenden Nautiker in den Ruhestand.“ Ähnlich sieht es im so genannten sekundären Arbeitsmarkt aus, beispielsweise bei Lotsen. „Außerdem verzeichnen die Reedereien derzeit einen enormen Auftragsboom“, erklärt Volker Biere.
Voraussetzungen, um zum Studium zugelassen zu werden, sind an der Hochschule Bremen das Vollabitur oder die Fachhochschulreife, ein Seediensttauglichkeitszeugnis und eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an einer Einführungs- und Sicherheitsgrundausbildung, dem Basic Safety Training. Das Tauglichkeitszeugnis wird von Amtsärzten ausgestellt, der Lehrgang zur Einführungs- und Sicherheitsgrundausbildung kann an verschiedenen Ausbildungsstätten absolviert werden. Studienbeginn und damit auch Bewerbungsschluss sind der 15. Juli und 15. Januar. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Darin sind zwei Praxissemester - im ersten und sechsten Semester - und die Diplomprüfung enthalten. Im ersten Praxissemester sollen die Studierenden „das Berufsfeld Schiff kennen lernen“, so heißt es am Fachbereich für Nautik und Internationale Wirtschaft der Hochschule Bremen. Im zweiten Praxissemester sollen die Studierenden das bis dahin erworbene theoretische Wissen in der Praxis anwenden. Vor allem sollen sie mit den Aufgaben eines nautischen Wachoffiziers vertraut gemacht werden.
Im zweiten und dritten Semester stehen neben Mathematik und Informatik unter anderem Thermodynamik und Elektrotechnik, Schiffsbetriebstechnik, Navigation und Gefahrgutchemie, Nautisches Englisch sowie Soziologie und Psychologie auf dem Stundenplan. Im vierten bis achten Semester büffeln die Studis zum Beispiel in den Fächern Meteorologie (Seewetter), Manövrieren, Maritimes Englisch, Seehandelsrecht, Personalführung, Notfallmanagement und Telekommunikation. Außerdem werden Simulatorübungen durchgeführt, zum Beispiel am Radar- und Maschinenfahrsimulator. In dem Bereich „Maritimes Management“ im siebten und achten Semester absolvieren die Studierenden Kurse unter anderem in Schifffahrtsrecht, Reedereimanagement, Transport- und Versicherungsrecht, Existenzgründung, Außenhandel, Schiffsbetriebsoptimierung und Beladungsplanung am PC.
Nach dem Studium werden die Diplom-Wirtschaftsingenieure für Seeverkehr im Schiffsdienst in den Bereichen Schiffsführung, Schiffsbetrieb und Ladungsbetrieb eingesetzt. Auch verschiedene Tätigkeiten in seefahrtsnahen Bereichen an Land sind möglich, zum Beispiel in der Verkehrslenkung, im Lotsenwesen, bei der Wasserschutzpolizei, im Reedereimanagement, bei Hafenbehörden oder auch Logistikunternehmen und Versicherungen.
Am Fachbereich Nautik der Hochschule Bremen bewerben sich zunehmend auch Interessierte mit abgeschlossenem Studium, beispielsweise im Maschinenbau. Derzeit werden noch alle Bewerber angenommen, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen. „Aber wir denken über die Einführung eines Numerus Clausus nach, vor allem wegen der Engpässe beim Simulator-Training“, erklärt Professor Kapitän Volker Biere. Und es ist geplant, den Diplom-Studiengang auf den Bachelor- Abschluss umzustellen, eventuell zum Wintersemester 2006/2007. Dieser international anerkannte Abschluss dürfte die Attraktivität des Nautikstudiengangs an der Hochschule Bremen weiter steigern.



Weitere Informationen:

Hochschule Bremen
Fachbereich Nautik
und Internationale Wirtschaft
Werderstraße 73
28199 Bremen

Tel.: (0421) 5905-4600
Fax: (0421) 5905-4599
E-Mail: fbnsekr@fbn.hs-bremen.de

www.nautik.hs-bremen.de


Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/06
Verfasst von STUDIInfo


zurück
Bookmark and Share
Anzeigen





XING - Das professionelle Netzwerk



Über uns | Werbung | Studenten-Shop | Partnernetzwerk | Partnernetzwerk | Impressum & Datenschutzerklärung

Copyright 2012 Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG