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studiInfo Sommersemester 2008

Götter in Halbweiß

Medizin ist nach wie vor einer der beliebtesten Studiengänge in Deutschland – so entschlossen sich im Wintersemester 2005/2006 gut 7000 junge Leute für Humanmedizin als Studienfach.

Dennoch müssen nicht alle von ihnen künftig als Weißkittel durch das Leben gehen, bietet doch das Leben als ausgebildeter Mediziner noch ganz andere Beschäftigungsmöglichkeiten als Internist, Dermatologe oder Radiologe. Bereits mit dem üblichen Medizinstudium steht den Medizinern je nach Neigung eine Karriere in der pharmazeutischen Industrie offen, der Zugang zu anderen Bereichen setzt häufig Erfahrung oder spezielle Kenntnisse voraus.
Wer sich zum Beispiel im Bereich Arbeitsmedizin spezialisiert und die entsprechende medizinische Fachkunde nachweist, hat recht gute Stellenaussichten. Kandidaten wären größere Unternehmen, die selbst Arbeitsmedziner beschäftigen oder arbeitsmedizinische Dienstleister, die ihre Ärzte je nach Bedarf und Auftrag zum Kunden schicken, um dort arbeitsmedizinische Vorsorge zu leisten, bei der Einrichtung von Bildschirmarbeitsplätzen zu beraten oder mit der Geschäftsführung ganze Arbeitsabläufe auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit zu überprüfen.
Das Augenmerk der Arbeitsmedizin liegt nicht so sehr auf Heilung von Erkrankungen als vielmehr auf Vorsorge in den verschiedensten Bereichen. Voraussetzung für den Facharzttitel Arbeitsmediziner sind darum bei den meisten Ärztekammern Kenntnisse in Innerer Medizin und Sozialmedizin. Toxikologische, dermatologische und chirurgische Erfahrungen werden ebenfalls verlangt. Aber auch Fähigkeiten jenseits der rein medizinischen Disziplinen werden von Arbeitsmedizinern erwartet. So muss der Betriebsarzt nicht nur psychologisches Geschick mitbringen, um im Zweifel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermitteln zu können, er mussauch Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und eventuell sogar grundlegende buchhalterische Kenntnisse mitbringen. Schließlich soll der Betriebsarzt den Unternehmer bei der ergonomischen Optimierung der Arbeitsabläufe beraten.

Betriebliches Gesundheitsmanagement
Eng verwandt mit der Arbeitsmedizin ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement, fußt es doch letzten Endes auf den gesetzlichen Verpflichtungen des Unternehmers zum Arbeitsschutz. Der Fokus beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement ist jedoch deutlich breiter: Es geht darum, die Belastungen bei der Arbeit in jeder Hinsicht zu mindern und so im Umkehrschluss die Ressourcen zu stärken. Ziel ist es, das Wohlbefinden der Arbeitnehmer einerseits und die Produktivität andererseits zu erhöhen – Betriebswirtschaftler sprechen hier von einer „Win-Win-Situation“.

Gute Aussichten für verantwortungsvolle Positionen
Erarbeitet wird das Betriebliche Gesundheitsmanagement zumeist von Projektgruppen, in denen Unternehmensleitung, Personalabteilung, Betriebsrat und Betriebsarzt beteiligt sind. Ärzte, die sich nach dem Examen für ein Studium des Gesundheitsmanagements entscheiden, haben gute Aussichten, mit der Kombination aus Sozialmedizin, Soziologie, Recht und Gesundheitsökonomie eine verantwortungsvolle Position in diesem Bereich zu finden.
Ärzte müssen also nicht notwendig zwischen Krankenhaus und eigener Praxis entscheiden, auch in verwandten Bereichen finden sie anspruchsvolle Tätigkeitsfelder.

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/08
Verfasst von STUDIInfo


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