Studentenpilot.de - das Portal für Studenten
20 1 2 21 15 3 4 5 6 16 8 7
Home / Magazine / studiInfo / Clever bewerben und Alternativen zum Wunschstudium erkennen - Heiß begehrt und nicht auf Lager: Mangelware Studienplatz?
Besuch auch unseren Medien-Partner:
Studi-Info.de

studiInfo Wintersemester 2011/12

Clever bewerben und Alternativen zum Wunschstudium erkennen - Heiß begehrt und nicht auf Lager: Mangelware Studienplatz?

STUDIInfo 02/11In der Marktwirtschaft regelt die „invisible hand“ Angebot und Nachfrage. Je begehrter ein Produkt ist, umso teurer kann es verkauft werden. Ähnliches gilt für die Vergabe eines Studienplatzes: Gibt es mehr Bewerber als verfügbare Studienplätze, wird ein Numerus Clausus (NC) gefordert. Durch die doppelten biturjahrgänge und die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht zum 1. Juli dieses Jahres wächst die Angst der Abiturienten, keinen Studienplatz zu bekommen. Aber ist die Lage wirklich so dramatisch? Und welche Alternativen gibt es, wenn der „worst case“ eintritt?

Ein Schreckgespenst spukt durch die Öffentlichkeit. Die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G8) spüle, so rechnet etwa das Internetportal www.abi.de vor, bis 2015 etwa 275.000 zusätzliche Studienanfänger an die Hochschulen.

Nach dem Saarland (2009) und Hamburg (2010) erwarten im Sommer die Hochschulen der bevölkerungsreichen Bundesländer Bayern und Niedersachsen die doppelten Abiturjahrgänge. Um drohende Engpässe zu vermeiden, investiert die Bundesregierung mit dem Hochschulpakt II Milliarden in den Ausbau des Bildungsangebots der Universitäten und Co. Nicht einkalkuliert war indes die Aussetzung der Wehrpflicht, die, so schätzte Ulrich Meyer zu Hörste, Statistik-Fachmann der Hamburger Wissenschaftsbehörde, im September 2010 im Spiegel, 60.000 junge Männer früher zu Studenten mache, als erwartet.

Eine Chance: hochschulstart.de
„Natürlich hat das Folgen auf die Studienplatzvergabe und macht die Bewerbung für diejenigen, die studieren wollen, nicht einfacher. Andererseits besteht kein Grund zur Schwarzmalerei“, mahnt Peter Schott, Leiter der Zentralen Studienberatung (ZSB) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, zur Besonnenheit. Es gebe verschiedene Wege, einer Studienplatz-Absage vorzubeugen. Zum einen bestehe die Möglichkeit (mit Ausnahme der Fächer Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie), über das „dialogorientierte Verfahren“ der Studienplatzvergabe durch hochschulstart.de bis zu zwölf Wunsch-Studiengänge anzugeben. „Eine Chance, die Bewerber unbedingt wahrnehmen sollten“, rät Peter Schott. Darüber hinaus wachse die Wahrscheinlichkeit, einen Studienplatz zu bekommen, wenn auch weniger bekannte und begehrte Standorte in diese Liste aufgenommen werden. „Das erfordert selbstverständlich ein gewisses Maß an Flexibilität“, räumt der Experte ein, „auch was die Wahl des Faches angeht.“
Sollte es nach verschiedenen Entscheidungsphasen, in der die Bewerber zusätzlich die Chance haben, Prioritäten innerhalb ihrer Wunschliste zu setzen, doch nicht mit dem Wunschstudiengang geklappt haben, ist dies lange noch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Dann kann man sich immer noch direkt an den Universitäten für zulassungsfreie Fächer einschreiben“, verweist Peter Schott auf ein Hintertürchen. Oft seien dies Geisteswissenschaften, aber je nach Beliebtheit und Bekanntheit des Standortes könnten unter Umständen auch Chemie, Physik oder andere Fächer, die woanders NC-beschränkt sind, gewählt werden. Der Vorteil: Zulassungsfreie Fächer bedeuten quasi eine Studienplatzgarantie, sofern eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) vorliegt und die Bewerbung fristgerecht erfolgt.

Alternativen zum Wunschstudium
Dennoch erfüllt sich nicht (gleich) jeder Traum vom Wunschstudium. Dann gilt es, die Alternativen auszuloten. Die schnellste Lösung: ein anderes Fach wählen. Wer diesbezüglich keine Kompromisse machen will, muss sich mit unter Umständen langen Wartezeiten abfinden. Hier gilt die Faustformel: Je begehrter der Studiengang, desto höher die Zahl der Wartesemester. Angerechnet wird die Zeit ab Bescheinigung der Hochschulzugangsberechtigung bis zum aktuellen Semester, abgezogen wird lediglich bereits absolvierte Studienzeit in Deutschland. Ein Auslandsstudium hingegen gilt als Wartezeit, zudem werden Prüfungen und Abschlüsse in der Regel auch in Deutschland anerkannt. „Allerdings sollte sich jeder vorher informieren und individuell an den Hochschulen beraten lassen“, empfiehlt Peter Schott. An jeder deutschen Universität und den meisten Fachhochschulen gäbe es eine ZSB.

Wartesemester überbrücken
Darüber hinaus können die Wartesemester auch „klassisch“ überbrückt werden. Für manche Fächer etwa ist eine vorherige berufliche Ausbildung eine gute Grundlage für das Pauken der späteren Studieninhalte. Wer eine Fremdsprache studieren will, kann sein Wissen durch Auslandsaufenthalte, etwa in Verbindung mit einer Aupair-Tätigkeit, vertiefen. Trotz Aussetzung der Wehrpflicht besteht immer noch die Möglichkeit, ein ökologisches oder soziales Jahr zu absolvieren. Manche Studiengänge erfordern Praktika, die gegebenenfalls bereits in den Wartesemestern durchgeführt werden können. Ebenfalls attraktiv: Vollzeit jobben und sich so ein finanzielles Polster für die Studienzeit schaffen. Letztlich bleibt auch die Alternative, der Hochschule den Rücken zu kehren und sein Glück in der Industrie zu suchen, schließlich beklagt die Wirtschaft einen Fachkräftemangel – so kann die Studienplatzabsage eine ungeahnte Chance ein.

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/11
Verfasst von Tim Lehmann




zurück
Bookmark and Share
Anzeigen








XING - Das professionelle Netzwerk




Über uns | Werbung | Studenten-Shop | Partnernetzwerk | Impressum & Datenschutzerklärung

Copyright 2014 Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG