Studentenpilot.de - das Portal für Studenten
20 1 2 21 15 3 4 5 6 16 8 7
Home / Magazine / studiInfo / Blick über den Tellerrand

studiInfo Sommersemester 2006

Blick über den Tellerrand

Studiengebühren im Ausland
In Deutschland wird die Hochschullandschaft gerade neu aufgestellt. Im Ausland sehen die Strukturen schon lange anders aus. Wir zeigen wie!

USA
Während in Deutschland die privaten Ausgaben für das Studium gerade einmal 0,1 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen, beträgt dieser Anteil zur Bildungsfinanzierung des Nachwuchses in den USA rund 1,8 Prozent. Aber auch in der Frage, wie das Geld finanziert wird, gibt es deutliche Unterschiede. 37 Prozent der Kosten werden in den USA durch Stipendien oder Darlehen finanziert, in Deutschland sind es lediglich 15,5 Prozent. An den staatlichen Community Colleges sind mindestens 250 Euro im Jahr zu bezahlen, bei privaten Eliteuniversitäten bis zu 23.000 Euro. Neben Stipendien gibt es „Pell Grants“ - nicht rückzahlbare staatliche Zuschüsse. Auch werden Sparbeiträge gefördert. Wer in den USA die Hochschule verlässt, hat durchschnittlich 13.000 Euro Schulden.

Großbritannien
Großbritanien hat die Studiengebühren 1998 eingeführt. Für den Bachelor sind 1.600 Euro pro Jahr zu bezahlen, in Masterstudiengängen durchschnittlich 4.350 Euro. An einzelnen Unis gibt es Förderungen für Studienanfänger, die in erster Generation studieren. Zinslose staatliche Darlehen werden an Bedürftige in Höhe von 6.800 Euro im Jahr vergeben. Alle anderen können drei Viertel dieser Summe bekommen. Die Rückzahlung erfolgt, wenn das Gehalt 85 Prozent des britischen Durchschnitteinkommens beträgt. Nach dem Studium betragen die Schulden durchschnittlich 17.500 Euro.

Australien
In Australien wurden Studiengebühren 1989 eingeführt. Einheimische zahlen zwischen 2.200 und 3.600 Euro im Jahr, ausländische Studierende zahlen bis zu zwei Drittel höhere Gebühren. Studierende können „Down Under“ staatliche Zuschüsse von 300 Euro im Monat bekommen. Ergänzt wird dies mit Programmen zur Förderung benachteiligter Gruppen aus staatlichen Darlehen, die nicht verzinst werden. Ab einer bestimmten Einkommensgrenze wird jährlich drei bis sechs Prozent der Darlehensschuld zurückgezahlt. 75 Prozent der Studienplätze in Australien werden nach Begabung vergeben und gefördert, 25 Prozent sind so genannte „Full-Fee“- Plätze. Dieser Anteil soll auf 35 Prozent gesteigert werden.

Niederlande
Schon seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts gibt es in den Niederlanden Studiengebühren. Sie betragen 1.400 Euro im Jahr für alle Studiengänge. Es gibt eine Grundförderung von 206 Euro pro Monat. Einkommensschwache Familien erhalten eine Zusatzförderung. Dazu gibt es verzinste, staatliche Darlehen von maximal 245 Euro monatlich. Werden die Studienziele schnell erreicht, wandelt sich das Darlehen in nicht rückzuzahlende Zuschüsse um. Die Rückzahlung erfolgt zwei Jahre nach dem Studienabschluss für maximal 15 Jahre.

Österreich
Österreich hat Studiengebühren für alle Studiengänge an Universitäten im Jahr 2001 eingeführt. Fällig werden 726 Euro pro Jahr. Es gibt eine rückzuzahlende Beihilfe für Bedürftige in Höhe von maximal 726 Euro im Monat. Von 150 bis 726 Euro rangieren die jährlichen Studienzuschüsse. Rund 20 Prozent aller Studierenden zahlen keine oder geringere Studiengebühren.

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/06
Verfasst von STUDIInfo


zurück
Bookmark and Share
Anzeigen





XING - Das professionelle Netzwerk



Über uns | Werbung | Studenten-Shop | Partnernetzwerk | Partnernetzwerk | Impressum & Datenschutzerklärung

Copyright 2012 Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG