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studiInfo Wintersemester 2009/10

„Beam me up“

Neuer Bachelor-Studiengang Luft- und Raumfahrtinformatik an der Uni Würzburg

Der Count-Down läuft: Pünktlich zum Beginn des Wintersemesters 2009/2010 geht’s an der Universität Würzburg in unbekannte Sphären, denn dann startet er, der brandneue Bachelor- Studiengang Luft- und Raumfahrtinformatik. Gesucht wird jetzt von den Informatikern der Uni Würzburg eine hoch motivierte, technikbegeisterte Crew aus jungen Studentinnen und Studenten, die das Abenteuer Luft- und Raumfahrtinformatik wagen möchten: „Beam me up.”

Die Zulassung zum Studiengang ist (noch) frei. Beschränkungen gibt es nicht. Aber einige wichtige Eigenschaften sollten die zukünftigen Luft- und Raumfahrtinformatiker schon mitbringen, wenn sie an Bord gehen: „Spaß an den Naturwissenschaften, eine große Portion Neugier und Forschungsinteresse, das muss sein“, umschreibt Professor Klaus Schilling, was er von seinen zukünftigen Studenten erwartet.

Zuerst Grundlagenkenntnisse
Der Würzburger Hochschullehrer, der einen engen Bezug zur Praxis der Luft- und Raumfahrttechnik pflegt, hat mit seinen Kollegen und Mitarbeitern den Bachelor-Studiengang Luft- und Raumfahrtinformatik initiiert und entwickelt - eine in Deutschland bislang einzigartige, interdisziplinäre Kombination, die Inhalte aus der Physik, der Elektronik, Mathematik, Sensorik, Regelungstechnik und Informatik in die Luft- und Raumfahrttechnik einbettet.

Wo liegen die inhaltlichen Schwerpunkte des neuen Studiengangs? „Vermittelt werden zunächst Grundlagenkenntnisse zu den Eigenschaften der Weltraumumgebung, zum Entwurf von Raumfahrtsystemen, zur Borddatenverarbeitung und zur Instrumentierung für die Fernerkundung und für die Astromomie“, macht Klaus Schilling deutlich und betont den direkten Praxisbezug innerhalb des Studiengangs. „Unser Ziel ist es, komplexe, technische, integrierte Hard– und Softwaresysteme wie beispielsweise sich selbst steuernde Raumsonden zur Planetenerforschung, Autopiloten für Flugzeuge oder sich selbst auf die Umgebung einstellende Beobachtungsinstrumente zu konzipieren, zu entwickeln und zu betreiben“, so Schilling.
Damit haben die Würzburger Wissenschaftler schon Erfahrung: Am Institut für Informatik werden Satelliten im Miniaturformat gebaut, die nicht größer sind als eine Milchtüte (ein 10 cm-Würfel mit 1 kg Masse), ihre Bahnen durchs Weltall ziehen, Daten sammeln und von Würzburg aus ferngesteuert werden.
Bekanntschaft schließen werden die angehenden Luft- und Raumfahrtinformatiker deshalb schnell mit UWE-1 und UWE-2. UWE – das steht für Universität Würzburg Experimentalsatellit. Mit UWE-1 schickte die Uni Würzburg den ersten deutschen Pico-Satelliten 2005 in den Orbit und konnte erfolgreich Telekommunikationsexperimente durchführen. UWE-2, der auf der Startrampe in Indien steht, ist der zweite Prototyp der neuen Miniatursatellitenklasse made in Würzburg, der beweist, wie leistungsfähig ein Satellit im Milchtütenformat sein kann. „Bestechend sind die relativ kurzen Realisierungszeiten, günstige Startkosten und ein großes Spektrum möglicher wissenschaftlicher Anwendungen“, verdeutlicht Klaus Schilling. „Die kleinen Satelliten müssen höchsten Ansprüchen genügen“, weiß der Wissenschaftler, der selbst bei EADS/Astrium für die Konzeption der Raumsonde Huygens verantwortlich war, und die Zukunft in der engen Kooperation zwischen Wissenschaft, Forschung und Industrie sieht. Praxisprojekte und enge Kontakte zu Fachleuten aus der Luft- und Raumfahrttechnik sind deshalb wichtiger Bestandteil des Studienkonzeptes.

Praktischer Nutzen für die Industrie
„Die Luft- und Raumfahrtinformatik ist nämlich gar nicht abgehoben“, holt Klaus Schilling den neuen Studiengang in die „Bodenstation“ der Uni Würzburg zurück. „Vieles, was wir in der Luft- und Raumfahrt entwickeln, hat einen überaus praktischen Nutzen für die Industrie.“ Klar, dass die Unternehmen jetzt schon Schlange stehen, um die zukünftigen, hoch qualifizierten Absolventen des Bachelor-Studiengangs Luftund Raumfahrtinformatik zu verpflichten. „Über die Luft- und Raumfahrt hinaus haben unsere Studenten exzellente Berufschancen“, ist sich Klaus Schilling deshalb sicher. „Die Industrie, die händeringend nach Ingenieuren sucht, ist begeistert von unserem neuen Studiengang, denn die Fähigkeit zum Systemdesign, die wir vermitteln, ist längst als Schlüsselkompetenz eingestuft, um die Forschung in vielen Industriezweigen voranzubringen.“
Auf sechs Semester ist der Bachelor-Studiengang Luft- und Raumfahrtinformatik angelegt. Wer dann nicht direkt vom Hörsaal in die Industrie wechseln, sondern weiter wissenschaftliche Weltraumluft schnuppern möchte, kann „SpaceMaster“ werden im internationalen Master-Studiengang für Space Science und Technology, der ebenfalls am Institut für Informatik der Uni Würzburg angesiedelt ist und ein integriertes Studium an bis zu 6 europäischen Universitäten umfaßt.

Einschreibung ab August
Wer UWE und seine Pico-Kollegen kennen lernen möchte, der sollte den Count- Down nicht verpassen und an Bord gehen: Einschreibungen für den Bachelor-Studiengang Luft- und Raumfahrtinformatik an der Uni Würzburg sind ab August 2009 möglich.

www.luft-und-raumfahrt.informatik.uni-wuerzburg.de

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/09
Verfasst von Marlies Grüter


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