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studiInfo WS 06/07Auf dem Weg zum Traumberuf BerufswahlWer böse Überraschungen vermeiden will, sollte sich vor dem Studium informieren. Welche Fächer machen mir am meisten Spaß? Wo bin ich besonders erfolgreich? Wer sich diese beiden Fragen stellt, wird feststellen, dass Spaß und Erfolg meist Hand in Hand gehen – eine wichtige Erkenntnis auch für den weiteren Werdegang. Wem Lernen generell keinen Spaß macht, der ist an einer Hochschule eher fehl am Platz. Mit dem Zeugnis über die Allgemeine Hochschulreife in der Tasche stehen den Schulabsolventen eigentlich alle Wege offen. Bevor es aber so weit ist, muss nicht nur eifrig für Klausuren und die „Mündliche“ gebüffelt werden. Abiturienten sollten sich schon vor dem Abgang aus der Schule Gedanken über ihre weitere berufliche Weichenstellung machen. Ansonsten drohen sie, ins Stocken zu geraten oder gar wegen mangelnder Vorbereitung einen Schnellschuss in puncto Studienfachwahl zu wagen, der nach einigen Semestern nach hinten losgeht. Nicht ohne Grund ist die Zahl der Studienabbrecher in Deutschland in jedem Jahr recht hoch. Vorbereitung ist also das A und O. Und dafür ist es unerlässlich, die eigenen Stärken und Schwächen genauer unter die Lupe zu nehmen. Hilfestellung geben dabei zahlreiche Internetportale sowie die Berufsinformationszentren (BIZ) und die Berufsberater der regionalen Arbeitsagenturen. Studieren lohnt sich! Für diejenigen, die über Abitur oder Fachhochschulreife verfügen, stellt sich die Frage, ob sich ein Studium angesichts der Einführung von Studiengebühren überhaupt noch lohnt. Darauf gibt es eine einfache Antwort: Ja! Was zählt, ist vor allem, dass die beruflichen Zukunftsperspektiven sehr viel besser sind als in Ausbildungsberufen. Zwar starten Hochschulabsolventen wegen der im Vergleich längeren Ausbildungszeit später ins Berufsleben. Dafür ist ihr Einkommen dann aber im Durchschnitt auch deutlich höher – vorausgesetzt, sie finden einen Job. Und damit kommt ein weiterer Faktor hinzu: Denn mehr denn je gilt, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt umso größer sind, je besser die individuelle Qualifikation ist. Das belegen die Statistiken: Lag die so genannte qualifikationsspezifische Arbeitslosenquote in den alten Bundesländern im Jahr 2004 bei Personen ohne Ausbildung bei circa 22 Prozent und bei denen, die eine Lehre absolviert hatten, bei etwa sieben bis acht Prozent, waren nur zwischen drei und vier Prozent der Hochschulabsolventen arbeitslos. Größer noch war der Unterschied in den neuen Bundesländern: Dort waren 2004 gut 50 Prozent der Befragten ohne Berufsabschluss und knapp 20 Prozent derjenigen mit einer abgeschlossenen Lehre, aber nur knapp sieben Prozent der Akademiker ohne Arbeitsplatz. Und dieser Trend wird sich noch verstärken, denn der Bedarf an Geringqualifizierten wird in Zukunft weiter abnehmen, der an Hochqualifizierten dagegen steigen. Wer studiert, verdient also nicht nur mehr und hat zudem größere Chancen, sich beruflich zu verwirklichen. Er trägt auch ein geringeres Risiko, später einmal arbeitslos zu werden. Sicherlich gibt es in Sachen Zukunftsperspektiven aber deutliche Unterschiede zwischen den insgesamt über 1500 Studiengängen, die allein die Universitäten in Deutschland anbieten. Einige gelten eher als „brotlos“, andere – beispielsweise Wirtschaftsingenieure – sind am Arbeitsmarkt gefragt. Die Wahl des „richtigen“ Studienfachs sollte folglich auch, aber nicht nur von individuellen Stärken und Neigungen abhängen – schließlich ist beim Studium ja nicht der Weg das Ziel, sondern später einmal ein handfester Job. Wer sich also für ein bestimmtes Fach interessiert, sollte sich darüber informieren, wie „marktgängig“ es ist. Auch darüber können die Berufsberater der Arbeitsagenturen Auskunft geben. Wichtig ist natürlich auch die genaue Information darüber, was sich hinter dem jeweiligen Studiengang verbirgt, welche Anforderungen gestellt und welche Inhalte vermittelt werden. Wer denkt zum Beispiel daran, dass sich Psychologiestudenten auch mit Mathematik - Statistiken und Stochastik – beschäftigen müssen? Oder dass angehende Mediziner keine Abneigung gegen Chemie haben sollten? Um bösen Überraschungen vorzubeugen, haben die meisten Hochschulen mittlerweile Angebote eingeführt, bei denen vor allem Schüler für einige Tage Hochschulluft schnuppern können, um sich zu orientieren. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Studienfächern bieten außerdem die Studienberatungen der jeweiligen Hochschulen und natürlich die regionalen Berufsinformationszentren. Dort können angehende Studenten auch erfahren, welche Arbeitsbereiche sich mit den jeweiligen Studienfächern erschließen und wie dort die Verdienstmöglichkeiten aussehen. Denn es gibt viel mehr akademische Berufe als akademische Abschlüsse. Also keine Panik: Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach stellt zwar die Weichen für die berufliche Zukunft. Die Entscheidung für einen konkreten Beruf ist damit aber noch lange nicht getroffen. Die späteren Optionen sind je nach Fachrichtung und erworbenen Qualifikationen groß. Aber diese Vielfalt ist auf dem Arbeitsmarkt eben keine Gefahr, sie bietet vielmehr Chancen. Uni, FH oder BA? Welche Hochschulart ist die beste für mich? Ist das Traum-Studienfach schließlich gefunden, stellt sich die nächste Frage: Wo will ich studieren? Das betrifft zum einen die Wahl der Hochschulart: Grundsätzlich kann zwischen staatlichen Universitäten und Fachhochschulen (FHs), Berufsakademien (BAs) und privaten Hochschulen unterschieden werden. An Universitäten wird im allgemeinen der Theorie und Forschung größere Aufmerksamkeit gewidmet als an FHs oder BAs, und das Studium ist dort weniger verschult. Für Uni-Studenten bedeutet das, dass sie viel selbst organisieren, beispielsweise ihren Semsterwochenplan eigenhändig zusammen stellen müssen. Auch dauert das Studium dort meist länger. Allerdings sind die Wahlmöglichkeiten – sowohl was die einzelnen Fächer als auch was die in den jeweiligen Fächern angebotenen Lehrveranstaltungen betrifft – größer als an den anderen Hochschularten. Wer rasch studieren will oder seine Stärken eher in der Praxis sieht, der dürfte an einer Fachhochschule besser aufgehoben sein. Dort werden die Lehrpläne in der Regel vorgegeben, obwohl es auch an FHs – allerdings in geringerem Umfang – durchaus Wahlmöglichkeiten im Hinblick auf konkrete Seminare und Kurse gibt. Das Studium an FHs ist generell praxisorientierter. Die Regelstudienzeit beträgt dort im allgemeinen acht Semester. Allerdings werden manche Fächer erst gar nicht angeboten, beispielsweise Jura. Bei gleichen Studienfachangeboten an Uni und FH gilt für die späteren Jobperspektiven, dass Uni-Absolventen zwar in der Regel mehr Geld verdienen, FH-Absolventen es dagegen nicht selten leichter bei der Jobsuche haben, da die Unternehmen die Praxisnähe der Ausbildung schätzen. In noch stärkerem Maße gilt das für BA-Absolventen. Das Studium an einer Berufsakademie ist ein so genanntes duales Studienkonzept: Studenten schließen einen dreijährigen Ausbildungsvertrag mit einer Firma ab, erhalten damit also schon eine monatliche Vergütung und belegen parallel dazu einen Studiengang an einer Berufsakademie. Die Semester sind in dreimonatige Theorie- und Praxisphasen gegliedert, die an den Berufsakademien beziehungsweise in den Firmen stattfinden. Dadurch sind die Jobchancen zwar sehr groß – häufig bleiben Absolventen direkt in ihrem Ausbildungsunternehmen. Aber aufgepasst: Die BA zählt nicht als Hochschule im klassischen Sinn, die Abschlüsse sind daher keine akademischen Grade, sondern staatliche Abschlussbezeichnungen, womit eine akademische Karriere von vorne herein ausgeschlossen ist. Private Hochschulen bieten gute Studienbedingungen Anders ist das bei privaten Hochschulen, die je nach Ausrichtung, staatlichen Unis oder FHs in nichts nachstehen. Im Gegenteil: Ihnen eilt in der Regel der Ruf voraus, besonders gute Studienbedingungen und eine hohe Qualität der Lehre zu bieten. Dafür ist das Studienfachangebot nicht so breit gestreut wie an den staatlichen Pendants. Und noch etwas müssen Studierende privater Hochschulen im wahrsten Sinne des Wortes in Kauf nehmen: Studiengebühren, denn das Studium dort ist – anders als noch bei Vater Staat – nicht umsonst. Freilich steht auch den Studierenden an privaten Hochschulen der Weg zum BAföG offen, manche erhalten zudem Stipendien. Wichtige Info-Adressen Informieren vorm Studieren lautet die Devise für alle angehenden Studis. Zahlreiche Informationen zur Berufswahl und zu einzelnen Studienfächern bietet schon das Internet. Auch ein Besuch bei der regionalen Arbeitsagentur und ihrem Berufsinformationszentrum lohnt sich. Hier einige Info-Adressen: www.machs-richtig.de Auf diesem Internetportal der Bundesagentur für Arbeit können Besucher unter „Meine Interessen“ mit ein paar Klicks mehr über die Berufe herausfinden, die zu den eigenen Neigungen und Talenten passen, und bestimmten Betrieben sogar virtuelle Besuche abstatten. www.arbeitsagentur.de Auch die offizielle Homepage der Bundesagentur für Arbeit hält unter dem Link „Berufs- und Studienwahl“ wichtige Informationen für Studierende bereit. Ausführliches Info-Material zu allen gängigen Studienfächern gibt es in den Berufsinformationszentren (BIZ) der 181 Arbeitsagenturen. Die Liste mit allen Adressen ist auf der Homepage abrufbar. www.das-ranking.de Die Frage des „wo studieren“ betrifft aber auch den konkreten Studienort, denn trotz formal gleicher Studiengänge gibt es von Hochschule zu Hochschule Unterschiede, was die Qualität der Lehre betrifft. Auskunft darüber geben so genannte Hochschulrankings. Das Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) ist auf dieser Homepage interaktiv abrufbar. Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/06 Verfasst von STUDIInfo zurück |
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