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studiInfo Wintersemester 2006/07Arbeiten und Leben in der FerneAu PairEin Land, seine Menschen, deren Eigenheiten und Kultur wirklich gut kennen zu lernen, funktioniert am besten, wenn man in dem Land lebt. Und genau das tut man als Au Pair. Ob in Europa, weit über dem großen Teich in Amerika oder sogar in Australien und Neuseeland – der Aufenthalt als Au Pair bietet jungen Menschen die einmalige Gelegenheit, ein Land mit all seinen Facetten zu erleben. Erfahrungen, die kein noch so langer Urlaub bieten kann. Leben und arbeiten in einer fremden Familie in einem unbekannten Land – dieses Erlebnis fördert nicht nur die Sprachbegabung. Anpassungsfähigkeit, Akzeptanz, Flexibilität und Toleranz sind nur einige der unzähligen Erfahrungen, die man als Au Pair sammelt und die für den weiteren Lebensweg rüsten. Als Au Pair hat man eine verantwortungsvolle Tätigkeit, schließlich kümmert man sich um die Kinder der Gastfamilie. Hier ist man gleichzeitig Tröster, Mutmacher, Streitpartner und Spielgefährte, vor allem aber auch Vorbild. Man hilft den Kleinen beim Anziehen und den Großen bei den Hausaufgaben, liest ihnen Geschichten vor, bringt sie zur Schule und erlebt so hautnah mit, wie es ist, in einer anderen Kultur aufzuwachsen. Die Arbeit ist nicht immer leicht, aber sie bietet garantiert auch eine Menge Spaß! 1. Zu den typischen Aufgaben eines Au Pair gehören: » Kinder anziehen » Kinder zur Schule und anderen Aktivitäten fahren » Kleinkinder füttern und wickeln » Frühstück und Mittagessen machen » Bei den Hausaufgaben helfen » Hausarbeit » Spielen 2. Die richtige Entscheidung: Au Pair ja oder nein? Bevor das Flugticket gekauft und die Koffer für das große Abenteur Ausland gepackt werden, sollte man sich die wichtige Frage stellen: Ist Au Pair wirklich das Richtige für mich? Denn beim Traum von der Ferne sollte man nicht vergessen, dass Au Pair – so wie jeder andere Job auch – Verantwortung mit sich bringt. Und wer keinen Spaß am Umgang mit Kindern hat, der sollte sich für eine andere Möglichkeit entscheiden, sein Traumjahr in der Ferne zu verwirklichen. Tipp: Wer sich nicht sicher ist, ob Au Pair wirklich das Richtige ist, kann das Leben als Au Pair bei Bekannten oder Nachbarn in den Ferien ausprobieren. Man wohnt eine oder zwei Wochen sozusagen als Au Pair bei der Familie und kümmert sich jeden Tag um die Kinder – von morgens früh um 7 Uhr aufstehen, Kinder wecken und zur Schule fertig machen, Mittagessen, Hausaufgaben, spielen, aufräumen, Wäsche der Kinder waschen... bis abends ins Bett bringen. Nach einer Woche kann man sich ein gutes Bild machen, wie das Leben eines Au Pairs aussieht und kann dies zusätzlich als Referenz über Kinderbetreuung für die Au Pair-Bewerbung benutzen. Dies bietet sich auch an, wenn man noch nicht genügend Referenzen über Kinderbetreuung hat. 3. Die Entscheidung ist gefallen: Ausland, ich komme! Die Entscheidung steht: Ein einjähriger Aufenthalt als Au Pair im Ausland ist genau das Richtige. Dennoch sollte man sich zunächst überlegen, ob man das Abenteuer Ausland alleine oder über eine renommierte Au Pair- Agentur wagen möchte. Agenturen bieten dabei den Vorteil langjähriger intensiver Erfahrung. Die Agenturen kümmern sich um Arbeitsverträge und Behördengänge. Sie stehen dem Au-Pair mit Rat und Tat zur Seite und können oft auch eine günstige Kranken- und Unfallversicherung anbieten. Dadurch, dass sie häufig ihre Familien kennen und mit ihnen zusammenarbeiten, sind etwaige Probleme meist einfach zu lösen. Bei Bedarf können schnellstens mit bekannten oder neuen Familien vor Ort Gespräche geführt und neue Wohnverhältnisse in Augenschein genommen werden. Oft ist nach einem Stellenwechsel ohne Hilfe einer Agentur kein weiterer legaler Aufenthalt möglich. Handelt es sich um Au-Pair-Verhältnisse zwischen Partnern aus EU- und Nicht-EU-Ländern, so ist in jedem Fall eine Agentur einzuschalten, da nur sie ein Visum besorgen kann. So werden beispielsweise auch seriöse Agenturen aus Nicht-EU-Staaten nie versprechen, ein Mädchen binnen kürzester Frist vermitteln zu können, weil die Einreise so nur mit Touristenvisum möglich und die Arbeitsaufnahme damit ungesetzlich wäre. Die Bearbeitung eines Visums, das vor der Einreise zu beantragen ist, nimmt allein sechs bis zwölf Wochen Bearbeitungszeit durch die hiesigen Behörden in Anspruch. Au-Pair-Vermittler werden stets von den jeweils zuständigen Landesbehörden überprüft und lizenziert, so beispielsweise in Deutschland von den Landesarbeitsämtern. In der Regel lohnt es sich somit kaum, auf eigene Faust ein Au-Pair oder eine Au-Pair-Stelle zu suchen. Egal, ob man sich letztlich mittels einer Organisation oder auf eigene Faust auf die Suche nach einer Gastfamilie macht, einige Bedingungen sollte man als Au Pair auf jeden Fall erfüllen: » zwischen 18 und 26 Jahre alt sein » bei Abflug mindestens 200 Stunden Kinderbetreuungserfahrung vorweisen können » gute Englischkenntnisse » einen Hauptschulabschluss plus Ausbildung, einen Realschulabschluss oder Abitur » Interesse an einer neuen Kultur » den Führerschein » ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis haben Die auftretenden Kosten für das Projekt Ausland unterscheiden sich von Agentur zu Agentur. Diese kümmern sich in der Regel gegen eine einmalige Vermittlungsgebühr um Organisatorisches. Anfallende Kosten wie Visum-Gebühr, Versicherung oder auch das Flugticket werden von der Agentur beziehungsweise den Gasteltern übernommen oder sind selbst zu zahlen. Vor Ort gibt es von der Gastfamilie ein festes wöchentliches Taschengeld sowie zwei Wochen bezahlten Urlaub. Viele Gastfamilien bezahlen zusätzlich Sprachkurse für ihr Au Pair. Bevor die Entscheidung für eine bestimmte Vermittlungs-Agentur fällt, sollte man sich genau über Kosten und Leistungen informieren, damit das Abenteuer Au Pair auch einen guten Weg geht. Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/06 Verfasst von STUDIInfo zurück |
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