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studiInfo Sommersemester 2010Apotheke, Pharmaindustrie oder Verwaltung: Mehr als nur PillendrehenNaturwissenschaftliches Interesse ist der Einstieg, aber auch der Umgang mit kranken Menschen will gelernt sein. Ein Pharmaziestudium eröffnet viele Berufsperspektiven.Stephanie Kampschulte erinnert sich: „Bio und Chemie haben mich schon während der Schulzeit interessiert, deshalb wollte ich gerne etwas im naturwissenschaftlichen Bereich studieren.“ Also informierte sie sich über verschiedene Studienmöglichkeiten. Schließlich landete sie bei der Pharmazie: Die Vielseitigkeit des Fachs und die unterschiedlichen Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Abschluss sagten ihr zu. Als die heute 28-Jährige sich vor neun Jahren ins Studentenleben stürzte, fiel ihr die Wahl des Studienortes nicht schwer: Münster als attraktive Hochschulstadt lag nur zwölf Kilometer von ihrem Heimatdorf entfernt. Neben den Schwerpunkten Chemie und Biologie gehörten zu ihrem Studium diverse andere Fächer: Im Technologie-Kurs stellten die Studenten beispielsweise selbst Kapseln, Salben und Zäpfchen her. Im Fach „Klinische Pharmazie“ wurde vermittelt, wie sich Stoffe im Körper verteilen, welche Dosierungen wann sinnvoll sind und wie die Anwendung von Medikamenten mittels Studien überprüft wird. Vorlesungen am Vormittag und Laborarbeiten am Nachmittag – so sah Stephanies typischer Studientag aus. „Die Arbeit im Labor konnte manchmal sehr frustrierend sein. Wenn beispielsweise Reagenzgläser in einer Zentrifuge geplatzt sind, war die Arbeit von ein bis zwei Tagen umsonst,“ erinnert sich die lebhafte Naturwissenschaftlerin. Einen Eindruck von ihrer künftigen Arbeit als Apothekerin bekam sie in den acht Pflichtpraktikumswochen im Grundstudium. Vier Wochen verbrachte sie in einer Apotheke, wo sie im Labor Salben herstellte, den zweiten Teil in einer Krankenhausapotheke. Nachdem die zielstrebige Studentin das zweite Staatsexamen hinter sich gebracht hatte, musste sie – wie alle angehenden Apotheker – das Praktische Jahr, die Famulatur, absolvieren. Erste Arbeitserfahrungen Während der ersten sechs Monate arbeitete sie in einer Apotheke in Münster und sammelte dort Erfahrungen mit den unterschiedlichen Charakteren der Kunden: „Manche Patienten erzählen in der Apotheke ihre gesamte Krankengeschichte, einige möchten nur schnell bedient werden, andere haben gerade eine schlimme Diagnose vom Arzt erfahren, manche vergreifen sich im Ton. Trotzdem immer freundlich zu bleiben und auf jeden Menschen einzugehen, gehört zum Job.“ In der zweiten Hälfte ihres Praktischen Jahres bekam Stephanie bei der Firma Wyeth Pharma Einblick in die Abteilung Arzneimittelsicherheit. Quasi nebenbei konnte sie viele Einsatzbereiche von Pharmazeuten kennenlernen: von der Zulassung über Marketing und Lobbyarbeit bis zur Qualitätssicherung. In einer jungen, im Aufbau befindlichen Münsteraner Apotheke, die auf Diabetiker und Dialysepatienten spezialisiert ist, fand Stephanie nach dem dritten Staatsexamen ihre erste Arbeitsstelle. Dort war sie als Apothekerin zum ersten Mal selbst verantwortlich. Obwohl sie die Arbeit in dem jungen Team mochte, wechselte sie nach einiger Zeit in eine Apotheke ins rund 30 Kilometer entfernte Warendorf, um sich dort beruflich weiter zu entwickeln. Neue Herausforderung Vor einigen Monaten hat Stephanie eine mneue berufliche Herausforderung gefunden: Als Pharmaziedezernentin bei der Bezirksregierung Köln kontrolliert sie nun Hersteller von Medizinprodukten. Die 28-Jährige muss bei Inspektionen mit ihrem Fachwissen beurteilen, ob Hersteller die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Sie prüft, ob beispielsweise Operationsbesteck tatsächlich steril aufbereitet wird, Herzschrittmacher, Katheter, Inhaliergeräte oder Pflegebetten alle Sicherheitsanforderungen erfüllen. Eine interessante, verantwortungsvolle Position – aber bestimmt noch nicht die letzte Stufe auf Stephanies Karriereleiter. Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/10 Verfasst von Simone Böhnisch zurück |
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