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studiInfo Wintersemester 2006/07

Als Erntehelfer quer durch Australiens Outback

Auslandserfahrung
Es ist gar nicht so einfach, seinen Lebensmittelpunkt – und sei es auch nur für kurze Zeit – ins Ausland zu verlegen. Wir zeigen, wie es geht.

Müde vom Abitur-Stress bietet ein Auslandsaufenthalt neue Eindrücke und spannende Herausforderungen, die später für Studium und Beruf Vorteile bringen. Erste Schritte ins Berufsleben, neue Freunde, die Erweiterung der Fremdsprachenkenntnisse, Selbstständigkeit und Flexibilität sind nur einige der Erfahrungen, die das Arbeiten im Ausland mit sich bringt.
Die Bandbreite von Möglichkeiten für Schüler und Studenten ist dabei groß – da lässt sich für jeden Geschmack das Richtige finden. Viele Schüler und Studenten nutzen die Schulferien, um ihr Konto mit Geld aus einem Ferienjob aufzubessern. Wenn sich der Job dann auch noch mit dem Urlaub kombinieren und sich dieser so mindestens teilweise finanzieren lässt – umso besser. Spezielle Reiseagenturen helfen bei der Suche.
Eine besondere Chance bieten so genannte Working-Holiday-Visa, die in der Regel zwischen drei Monaten und einem Jahr gelten und dem Betreffenden meist nur einmal im Leben von der jeweiligen Regierung ausgestellt werden. Bis zu zwölf Monate lang können junge Leute im Alter zwischen 18 und 30 Jahren so im Land ihrer Wahl reisen und arbeiten. Die Reiseroute im Land richtet sich nach Lust und Laune oder nach dem Jobangebot.
Bei der Vermittlung helfen spezielle Agenturen. Geboten werden Job-Urlaubskombinationen in Norwegen, England, Frankreich und den Niederlanden sowie in Australien, Neuseeland und den USA. Das Reiseunternehmen kümmert sich um Unterkunft, Arbeitspapiere und Krankenversicherung und verspricht zudem unkomplizierte Hilfe bei unvorhergesehenen Zwischenfällen wie Krankheit oder einer Autopanne. In England können auch Sprachkurse belegt werden. Eine interessante Variante, sich mit Land und Leuten, aber auch den Problemen der jeweiligen Regionen vertraut zu machen, sind so genannte Freiwilligenprogramme, die Travel- Works unter anderem in Guatemala, Mexiko, Bolivien oder Indien bereithält.
Australien und Neuseeland stehen bei internationalen Studenten hoch im Kurs. In Australien können 18- bis 30-Jährige mit einem Working Holiday Visum bis zu zwei Jahre lang reisen und jobben. Mit dem Studentenvisum darf man jedoch solange in Australien arbeiten bis der Kurs beendet ist. Netto kann man in Australien und Neuseeland sechs bis sieben Euro pro Stunde verdienen, bei der Erntearbeit je nach Menge auch mehr. Es werden jedoch auch Jobs gleich gegen freie Unterkunft und Verpflegung angeboten, womit man oft auf’s Gleiche rauskommt. So wird das Demi Pair Programm immer beliebter, wo man gleich an einem Englischkurs teilnehmen kann und dann privat bei der Gastfamilie Babysittertätigkeiten übernimmt. Pro Tag sollte der Student mit Ausgaben zwischen 25 und 30 Euro rechnen. Was man verdient, reicht oft, um Unterkunft und Verpflegung zu finanzieren. 3.000 Euro sollte man bei einem Working Holiday Visa in Australien als auch in Neuseeland bei der Einreise nachweisen und das ist auch eine realistische finanzielle Basis für einen Jahresaufenthalt Down Under.

Achtung! Internetbetrüger! Nur seriöse Informationsquellen nutzen!
Natürlich können sich Interessenten auch auf eigene Faust im Internet erkundigen. Doch es ist zur Vorsicht im Netz geraten: Vor allem beim Thema Arbeiten in Übersee gibt es im Internet Betrüger, die für die Vermittlung von Stellen, die gar nicht existieren, sehr viel Geld verlangen. Auch wenn es um kostenpflichtige Adressen geht, sollte man hellhörig werden, denn die gibt es bei den Beratungsstellen umsonst. Informationen vermittelt auch das Auswärtige Amt. Die Beratungsstellen helfen nicht nur bei der Jobsuche, sondern stehen auch beratend bei allen weiteren Schritten zur Seite. Denn mit der Suche nach dem richtigen Job ist es nicht einfach getan. Bevor die Koffer gepackt werden können, warten zahlreiche Formalitäten, wie Visum oder Arbeitserlaubnis. Vor allem die USA haben noch immer sehr hohe Restriktionen.
Seit mehr als zehn Jahren sind die Europäischen Arbeitsverwaltungen über das Netzwerk Eures verbunden. So sehen die Vermittler, welches EU-Land welche Berufsgruppen sucht. Im Eures-Stellenpool (auch im Internet zu erreichen) stehen vor allem Jobs in nicht-akademischen Berufen. Auch die ZAV vermittelt zu 80 Prozent nicht-akademisches Personal ins europäische Ausland.
Wer einen Job in einem anderen EU-Land sucht, ist auf den Seiten „Europa kommt, gehen wir hin!“ der Bundesagentur für Arbeit gut aufgehoben. Hier gibt es zu allen EU-Ländern Infos über den Arbeitsmarkt und das Sozialsystem sowie weiterführende Links. Die Auslands-Hotline der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung unter 0180-522 20 23 ist montags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr zu erreichen.
Broschüren für Interessierte, die für alle möglichen Länder (nicht nur EU) unter anderem die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen, die sozialversicherungsrechtlichen Regelungen und die Arbeitsmarktlage erläutern, gibt in Deutschland das Bundesverwaltungsamt (BVA) heraus. Sie bekommt man über die örtlichen Beratungsstellen. Ein Verzeichnis aller Publikationen und eine Adressliste gibt es auf der Webseite des BVA. Auch Botschaften und Konsulate beantworten Fragen zu Arbeits- und Aufenthaltsrecht. Beim Auswärtigen Amt gibt es eine Adress- Liste der ausländischen Vertretungen.
Wer sich mit Gleichgesinnten oder Deutschen im Ausland unterhalten möchte, sollte mal beim sueddeutsche-Forum „Ab ins Ausland“ vorbeischauen. Hier tauschen Leser Tipps und Erfahrungen aus.

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 02/06
Verfasst von STUDIInfo


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