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studiInfo SS 05

Ab ins Ausland

Aufenthalte im Ausland bringen nicht nur bessere Sprachkentnisse und mehr Verständnis für fremde Kulturen und Lebensweisen, sondern erhöhen auch die Chancen auf einen guten Posten. STUDIInfo zeigt, wie Ihr Euren Auslandsaufenthalt optimal plant und vorbereitet.

Für das Studium einer Fremdsprache waren Studiensemester im Ausland immer schon unerlässlich. In Zeiten der Europäischen Integration und der zunehmenden Globalisierung von Wirtschaft und Technik werden Auslandserfahrungen auch in anderen Studiengängen, wie zum Beispiel im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften, immer wichtiger. Erfahrungen im Ausland verbessern die Chancen bei der Stellensuche – teilweise werden diese sogar vorausgesetzt.
Bei der Planung ihres Studiums sollten Studenten demnach auf jeden Fall einen Auslandsaufenthalt einkalkulieren, um ihre fachlichen Qualifikationen zu steigern und ihre persönliche Entwicklung zu fördern. Dafür sollte auch in Kauf genommen werden, dass sich die Studienzeit geringfügig verlängert. Wer eine Zeit lang im Ausland gelebt hat, gilt als aufgeschlossen, flexibel, neugierig und gewandt – Schlüsselqualifikationen, die neben der fachlichen Kompetenz zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Wichtig für den Erfolg eines Auslandsstudiums ist, sich frühzeitig zu informieren und die „Reise“ gut zu planen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Für Studenten einer Fremdsprache gilt: Auslandsaufenthalte bereits während der ersten Semester bieten einen intensiven Einstieg. Sie gewähren tiefere Einblicke in landesspezifische und kulturelle Besonderheiten. Vor allem aber sind sie die Beste Möglichkeit die eigenen Sprachkenntnisse zu perfektionieren.
Für alle Studenten anderer Fächer gilt: Ein guter Zeitpunkt, die Heimathochschule für einige Semester zu verlassen, ist nach dem Abschluss des Grundstudiums. Zu diesem Zeitpunkt hat man bereits so viel Hochschulerfahrung gesammelt, um die Vor- und Nachteile verschiedener Studienangebote und Hochschulen einschätzen zu können. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt sind Studiensemester im Ausland sinnvoll, vor allem dann wenn in größeren Studien- oder Examensarbeiten Themen behandelt werden, die Kontakte mit entsprechenden ausländischen Hochschulen nahe legen.
Generell gilt folgender Grundsatz: Spätestens ein Jahr vor Beginn des Auslandsaufenthaltes sollte mit der Informationssammlung begonnen werden. Wer seinen Auslandsaufenthalt mit Hilfe eines DAAD-Stipendiums finanzieren möchte, sollte bereits eineinhalb Jahre vor dem Aufenthalt mit der Planung beginnen.

Was ist bei der Planung zu beachten?
Ganz entscheidend für das Gelingen eines Studienaufenthalts im Ausland ist, rechtzeitig mit der Vorbereitung zu beginnen. Das heißt, so viele Informationen zu sammeln wie möglich, um sich mit Möglichkeiten und Bedingungen vertraut zu machen. Wer ins Ausland gehen möchte, sollte sich auf jeden Fall beraten lassen. Der erste Weg sollte hierzu in die Sprechstunde des Akademischen Auslandsamtes der eigenen Hochschule führen. Besonders wichtig sind Fragen wie:

» Welche Sprachkenntnisse werden gefordert? Wie müssen diese nachgewiesen werden? Wie ist eine Vorbereitung darauf möglich?
» Welche Hochschulen bieten welche Studiengänge mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten an?
» Welche Aufnahmevoraussetzungen für den jeweiligen Studiengang sind zu erfüllen?
» Ist in dem jeweiligen Land das Studium in Jahre, Semester oder Trimester gegliedert? Wann ist der Studienbeginn möglich?
» Wie hoch sind evtl. Studiengebühren?
» Wie kann das Auslandsstudium finanziert werden? Neben den Studiengebühren müssen auch die Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden. Besteht die Möglichkeit der Förderung?
» Werden die ausländischen Studienleistungen und -prüfungen an der Heimathochschule anerkannt? Werden die vor dem Wechsel an der Heimathochschule erbrachten Leistungen von der ausländischen Hochschule anerkannt?
» Welche Versicherungsfragen (zum Beispiel Auslandskrankenversicherung) sind zu klären?
» Welche Fristen und Termine sind einzuhalten?
» Welche Möglichkeiten der Förderung
gibt es?

Die Europäische Union fördert mit verschiedenen Programmen Studienaufenthalte im Ausland. Der größte Bereich beim Auslandsstudium ist inzwischen das ERASMUS-Programm. Das Aktionsprogramm der EU gilt für die 25 Mitgliedsstaaten der EU, die Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen, die Beitrittskandidaten Bulgarien und Rumänien sowie für die Türkei. Der Austausch im Rahmen des ERASMUS-Programms basiert auf Vereinbarungen zwischen den einzelnen Hochschulen. Teilnehmer des Programms müssen keine Studiengebühren im Ausland zahlen und können ab dem 3. Hochschulsemester Teilstipendien für auslandsbedingte Mehrkosten sowie für die sprachliche Vorbereitung erhalten. Gefördert werden Auslandsaufenthalte von drei Monaten bis zu höchstens einem akademischen Jahr. Bewerbungen sind bei den Akademischen Auslandsämtern der Heimathochschule oder unmittelbar bei den Fachbereichen etwa ein Jahr vor Beginn des Auslandsaufenthaltes einzureichen.

Neben der Förderung durch Pogramme der EU gibt es eine ganze Reihe von Stipendien verschiedener Organisationen, darunter von den Hochschulen selbst. Das größte Kontingent bilden die DAAD-Stipendien: Eine Vielzahl von Programmen bieten vielen die Möglichkeit, an einer ausländischen Hochschule zu studieren oder ein Praktikum zu absolvieren. Der DAAD fördert allerdings keine Studienanfänger und auch kein Vollstudium. Bewerber müssen sich zum Zeitpunkt der Bewerbung in der Regel im dritten Semester befinden. Nähere Informationen sind bei den Akademischen Auslandsämtern der Hochschulen erhältlich. Über die Homepage des DAAD lassen sich Formulare für die Bewerbung um ein Stipendium direkt herunterladen. Eine Stipendiendatenbank und umfangreiche Informationen über laufende Ausschreibungen von Stipendien sind ebenfalls dort zu finden.

Außer den öffentlichen Programmen zum Auslandsstudium, deren Plätze begrenzt sind, gibt es auch den privaten akademischen Transfer ins Ausland. So versammelt beispielsweise college-contact alle Informationen, die ein Interessent braucht, um sich direkt und in Eigeninitiative bei einer Universität im Ausland zu bewerben. Die Internetplattform bietet außerdem die Möglichkeit des interaktiven Erfahrungsaustausches.

Veröffentlicht in STUDIInfo / Ausgabe 01/05
Verfasst von STUDIInfo


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