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AbsolventenInfo Ausgabe 1/ 2008Zwischen Silbermond und Johann Sebastian Bach„Ich habe nur das wunderbare Glück gehabt, dass beim Beginn meiner Laufbahn ein Gott an meinem Werktische stand“, blickte der Klavierbauer Carl Bechstein auf eine eindrucksvolle Karriere zurück, die 1853 mit der Gründung seiner ersten Klaviermanufaktur begann. Heute steht der Name international für Instrumente für höchste Ansprüche.Noch am Anfang ihrer Karriere als Instrumentenbauerin hingegen steht Katrin Schmidt, die im vergangenen Jahr ihre Ausbildung im Hause Bechstein beendete. Aufgewachsen im sächsischen Seifhennersdorf in unmittelbarer Nähe zur Pianoforte-Fabrik stand für die heute 22-Jährige schon früh fest, dass auch ihr berufl icher Werdegang mit dem Traditionsunternehmen verknüpft sein soll – und das obwohl die junge Frau selbst erst viel später mit dem Klavierspiel begann. „Musik hat mir schon immer Spaß gemacht, ich war stets ein wenig neidisch auf Freundinnen, die ein Instrument beherrschten“, erinnert sie sich. Erfolgreiche Bewerbung Dennoch bewarb sich die Gymnasiastin nach Abschluss der zehnten Klasse um einen Ausbildungsplatz zur Instrumentenbauerin bei Bechstein – und wurde prompt genommen. Gemeinsam mit fünf weiteren Lehrlingen trat Katrin im Sommer 2003 ihre Stelle in der renommierten Manufaktur an. Zunächst einmal stand Grundsätzliches wie etwa der Umgang mit Holz, aber auch das Stimmen der Instrumente auf dem Lehrplan. Täglich rund eine Stunde lang schwitzte sie gemeinsam mit ihren Kollegen über Noten und Tonhöhen wie zum Beispiel Quinten, Quarten und Oktaven. „Anfangs war das sehr schwierig und anstrengend, weil das Gehör einfach noch nicht trainiert war“, blickt die junge Frau heute auf ihre berufl ichen Anfänge zurück. Neben Spaß am handwerklichen Arbeiten und manuellem Geschick ist es nämlich vor allem das gute Gehör, das ein Instrumentenbaumeister mitbringen muss, aber „dafür muss man erst ein Gefühl bekommen“. Wer so wie Katrin Schmidt die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Klavier- und Cembalobauer der Fachrichtung Klavierbau absolviert, lernt überwiegend im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Dort erarbeiten sich die Auszubildenden den theoretischen Hintergrund, den sie für die Ausübung ihres Berufs benötigen. Der Berufsschulunterricht in Fachklassen findet „am Stück“ als Blockunterricht statt. So hieß es auch für die 22-Jährige regelmäßig die Koffer zu packen, um an der bundesweit einzigen Schule für Instrumentenbau im baden-württembergischen Ludwigsburg in die theoretischen Feinheiten ihres Berufes einzusteigen. Rund 50 Lehrlinge absolvieren dort jährlich ihre Ausbildung. Nachdem Katrin Schmidt im Januar vergangenen Jahres ihre Gesellenprüfung, den theoretischen Teil sogar mit Auszeichnung, abgelegt hat, zog es die 22-Jährige zunächst nach Berlin. Im Bechstein-Centrum der Hauptstadt schnupperte sie in die Bereiche Verkauf und Vertrieb hinein, um schnell festzustellen: „Mir fehlten meine Freunde und die ländliche Beschaulichkeit.“ Seit Februar ist sie als technische Assistentin darum wieder zurück in der Hauptmanufaktur im beschaulichen Seifhennersdorf – und hier ganz in ihrem Element. „Das ist genau die Arbeit, die ich immer ausüben wollte“, blickt sie optimistisch in die berufl iche Zukunft. Klavierspiel inklusive Nicht nur in dieser Hinsicht konnte sich die 22-Jährige mit ihrer Berufswahl einen Traum erfüllen; das Klavierspiel beherrscht die junge Frau heute ebenso. Klassische Piano- Konzerte, am besten mit Werken von Bach die auch sie selbst gerne spielt, ergänzen seit Beginn der Ausbildung zudem ihre Freizeitgestaltung. „Aber ich mag auch rockigere Sachen wie Silbermond sehr gerne“, fügt Katrin schmunzelnd an. Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/08 Verfasst von absolventenInfo zurück |
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