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AbsolventenInfo Ausgabe 2/ 2006

Zwei Gleise Richtung Zukunft

Intensives Studium und umfangreiche praktische Erfahrungen kennzeichnen den Weg, der Sebastian Kühn den gelungenen Berufseinstieg als Designer ermöglicht hat.
„Mein absoluter Traum?“ Da muss Sebastian Kühn nur kurz überlegen. „Mein Traum ist eine eigene Agentur für Design“, sagt der 26-Jährige bestimmt. „Und eines Tages wird mein Traum Wirklichkeit, das weiß ich genau“, ist er fest überzeugt. Dass der Weg bis dahin möglicherweise noch ein langer sein wird, das stört den frisch gebackenen Designer nicht. Ganz im Gegenteil: Offenheit für die Dinge, die ihm jetzt begegnen, die Bereitschaft, immer mindestens 100 Prozent für die Sache zu geben, die aktuell seine Aufmerksamkeit erfordert und die Zuversicht, dass ihn sein Berufsweg ans Ziel führen wird, lassen ihn vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Aber Leichtigkeit allein reicht nicht aus, um im Beruf erfolgreich zu sein, das weiß auch Sebastian Kühn. Was ihn stärkt, ist sein Grundkapital: Eine qualifizierte Ausbildung, die genau seinen Neigungen entspricht.

Schon während der Schulzeit zeigte es sich, dass seine Stärken im künstlerisch-kreativen Bereich lagen. „Meine damalige Kunstlehrerin, die mich auch im Abitur begleitete, riet mir zu einer Ausbildung an der bekannten Akademie für bildende Kunst in Enschede“, erzählt Kühn. Und so richtete er nach dem Zivildienst in einer Werkstatt für Menschen mit schweren Behinderungen den Blick über die Landesgrenze nach Holland, um sein Kunststudium in Enschede in Angriff zu nehmen. Im Anschluss an das Grundstudium, das vertiefte Einblicke in die Bereiche Malerei, Bildhauerei und Fotografie beinhaltete, wählte Sebastian Kühn für sich den Studienschwerpunkt „Visuelle Kommunikation“. Denn Werbung und Design, so seine Überzeugung, „das war genau mein Ding“.

Der Studienverlauf bestätigte seine Einschätzung und insbesondere die Praxiseinheiten sind es, die ihn auch nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums noch schwärmen lassen. „Mit einer kleinen Studentengruppe haben wir eine Ausstellung für das bekannte Tropenmuseum in Amsterdam geplant und umgesetzt“, berichtet Kühn. Dass dabei in der „heißen Phase“ des Projekts die Nächte immer kürzer wurden, gehört zu seinem Erfahrungsschatz, den er nicht mehr missen möchte, genau wie die Feier des Erfolgs bei der großen Ausstellungseröffnung. Auch die Praktikumseinheit „Film“ war aus der Sicht von Sebastian Kühn ein voller Erfolg. Sein Animationsfilm war nominiert für die ersten Plätze beim Filmfestival in Amsterdam. Gesonderte Praktika waren im Verlauf des Studiums neben den aufwändigen Projektphasen allerdings nicht vorgesehen. Also zog Sebastian Kühn auf eigene Faust los, um außerhalb der Hochschule noch mehr praktische Erfahrungen zu sammeln und fand einen Praktikumsplatz in einer renommierten Werbeagentur. Dass es für die zehnwöchige Praktikantenzeit keine finanzielle Entschädigung gab, im Gegenteil, zudem nicht unerhebliche Fahrtkosten selbst getragen werden mussten, das nahm der Kunststudent gerne in Kauf. „Ich habe mich mächtig angestrengt in der Praktikantenzeit, um möglichst viel für mich persönlich mitzunehmen. Die praktische Erfahrung war ein Gegenwert, der kaum mit Geld aufzuwiegen ist“, urteilt er in der Rückschau. Studium und Praxis: Zwei Gleise auf dem Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Dass das Praktikum dann sogar für Sebastian Kühn die Tür zum Berufseinstieg öffnen würde, war allerdings nicht vorauszusehen. Zufall? Glück? „Manchmal passt eben alles“, will Kühn sich weder auf das eine noch das andere festlegen. Jedenfalls vermittelte die Agentur, bei der der Kunststudent aus Enschede offenbar den besten Eindruck hinterlassen hatte, ihn zur Agentur Educon in Rheine. Diese Agentur informiert deutsche Abiturienten und Absolventen, die sich für ein Studium in den Niederlanden interessieren, im Auftrag verschiedener niederländischer Hochschulen über das umfangreiche Studienangebot in Holland und über die Studienbedingungen. Als angehender Designer mit niederländischer Hochschulerfahrung brachte Sebastian Kühn für Educon genau die richtigen Voraussetzungen mit - und hatte sich bereits in der Praxis bewährt. „So bekam ich das Angebot, in der Agentur noch während meines Studiums jeweils an den Wochenenden nebenberuflich tätig zu werden“, sagt Kühn. „Das war für mich eine tolle Sache, aber natürlich auch eine echte Herausforderung.“ Theoretisches Wissen und praktische Tätigkeit unmittelbar verbinden zu können, bedeutete zwar deutlich weniger Freizeit aber einen großen Erfahrungsgewinn für den Kunststudenten. Ansporn genug, das Studium in Enschede schnell abzuschließen.

Im Juli 2006 legte Sebastian Kühn seine letzte Prüfung ab - und hatte auch gleich seinen ersten Anstellungsvertrag in der Tasche, denn Educon nahm den jungen Designer mit dem niederländischen Diplom gleich unter Vertrag. „Das ist ein großes Glück für mich“, urteilt der frisch gebackene Absolvent und freut sich über die „Fernwirkung“ seines Praktikums. Wie sieht heute sein Arbeitsalltag aus? „Das Entwerfen von Flyern und Plakaten gehört zu meinen Aufgabenbereichen, zum Beispiel für verschiedene Hochschultage und Seminare, die wir veranstalten“, erzählt der Designer. Sebastian Kühn zeichnet und entwirft, um das Profil der Hochschule und den Zweck der Veranstaltung zu visualisieren und potentielle Studenten zu interessieren. Auch die Gestaltung des Educon-Newsletters gehört zu seinem Aufgabenbereich ebenso wie die Pflege des Internetauftritts. „Alles Dinge, die zeitgebunden sind und auch schon mal erfordern, dass der Arbeitstag deutlich mehr als acht Stunden hat“, berichtet Kühn. „Aber das habe ich nicht zuletzt im Studium gelernt: Ein Projekt, das man übernommen hat, muss zum vereinbarten Termin einfach fertig werden.“ Der zweite Arbeitsbereich des neuen Educon-Mitarbeiters betrifft die Präsentation während der verschiedenen Informationsveranstaltungen der Agentur. „Während der Seminare zum Thema Studieren in den Niederlanden kann ich ganz unmittelbar von meinen Erfahrungen an der Hochschule und vom studentischen Leben beim holländischen Nachbarn erzählen“, erklärt Sebastian Kühn. „Die Abwechslung in meiner Tätigkeit macht großen Spaß und besonders der Austausch mit den Hochschulen sowie mit den angehenden Studenten bringt immer wieder neue Anregungen auch für die kreative Arbeit in der Agentur“, macht er deutlich.

Welche Tipps kann Sebastian Kühn aus seiner Erfahrung Studenten höherer Semester mit auf den Weg geben, die ihre Karriere planen? „Mit Power und höchster Motivation das machen, was man gerne tut, das Studium ernst nehmen und nebenbei nach Möglichkeiten suchen, in die Praxis hineinzuschnuppern. Mit ein wenig Glück ist dann der Berufseinstieg leicht gemacht“, beschreibt Sebastian Kühn. Und wie wird seine berufliche Zukunft aussehen? „Erst mal möchte ich arbeiten und möglichst viel Berufserfahrung sammeln“, hat Kühn sich vorgenommen. Vielleicht in einem Masterstudiengang sich dann später noch weiter qualifizieren, und auf jeden Fall seinen Traum verwirklichen: Eine eigene kleine Werbeagentur.

Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 02/06
Verfasst von absolventenInfo


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