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AbsolventenInfo Ausgabe 1/ 2009

Weiterbildung durch den MBA: Initialzündung zum Sprung an die Spitze

Job-Turbo oder Karrieregarant: Diese Begriffe tauchen oft im Zusammenhang mit dem MBA auf. Viele Unternehmen suchen MBA-Examenskandidaten und immer mehr Anbieter drängen auf Grund der hohen Nachfrage auf den Markt.

In Deutschland findet der Master of Business Administration (MBA) erst seit wenigen Jahren Beachtung und setzt sich nur langsam durch. In erster Linie sind die Programme für Ingenieure, Naturwissenschaftler oder Ökonomen gedacht, die noch eine Zusatzqualifikation draufsetzen und die Gelegenheit nutzen wollen, ihre wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnisse und Managementfähigkeiten auszubauen.

Die meisten MBA-Programme wenden sich an Personen, die sich auf anspruchsvolle Aufgaben im General Management vorbereiten wollen. Mittlerweile gibt es aber auch zahlreiche spezialisierte Programme, die Unternehmensführung in Kombination mit einer konkreten Fachrichtung vermitteln. Diese Spezialisierungsmöglichkeiten basieren häufig auf Wahlfächern, die die Studierenden aus einem Angebot, den so genannten Electives, auswählen können. Häufig werden integrierte Curricula angeboten und ein Gleichgewicht zwischen allgemeinen Managementaufgaben und Spezialisierungen geschaffen.
Fächerübergreifendes und praxisorientiertes wirtschaftliches Handeln spielt beim MBA eine große Rolle. Die Programme leben vor allem vom interaktiven Wissensaustausch der Teilnehmer. Bei Programmen mit großem Altersunterschied unter den Studierenden besteht die Chance auf sinnvollen Austausch zwischen „alten Hasen“ und Jüngeren. Neben fundierten Fachkenntnissen soll der MBA auch praxisorientierte Fallbeispiele aufzeigen.

Fernstudium auch möglich
Ein MBA-Abschluss kann den Wechsel in eine andere Branche ermöglichen oder für die Übernahme weitreichender Management-Funktionen qualifizieren. Berufstätige können so noch erfolgreicher werden oder sich neu orientieren. Manager, die berufsbedingt sehr viel unterwegs sein müssen, bilden sich per Fernstudium weiter. Je nach den persönlichen Vorstellungen gibt es berufsbegleitende, Vollzeit- oder Fern- MBA-Programme.

„Lernen ‚on the Job‘ ist vorbei“
„Die Zeiten vom Lernen ‚on the Job‘ sind längst vorbei“, meint Dr. Georg Unger, Geschäftsführer der Wiener Niederlassung des internationalen Personalberaters Edward W. Kelley & Partners. Heutzutage müsse man immer am Ball bleiben. Mitarbeiter aus jeder Branche und jeden Alters sollten sich weiterbilden, um stets auf dem neuesten Stand zu sein. Laut Unger sind Kandidaten, die aufbauend auf eine völlig andere Studienrichtung eine MBA-Zusatzausbildung absolvieren, nicht nur fleißig, sondern hochattraktiv.

Auf die Akkreditierung achten
Wichtig ist, wo der MBA absolviert wird. Um überhaupt feststellen zu können, ob es sich um eine zugelassene Hochschule handelt, sollten die Informationsmaterialien zahlreicher Hochschulen sowie die Akkreditierung betrachtet werden. Laut der Akkreditierungseinrichtung FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) sind zwar mehr als die Hälfte der Management-Studiengänge akkreditiert, jedoch längst nicht alle. Entweder wird das einzelne Programm oder der MBA-Anbieter geprüft. Wichtig dabei ist das Gütesiegel und von welcher Organisation die Akkreditierung vergeben wurde. Akkreditierungen auf europäischer Ebene vergibt die European Foundation of Management, die so genannte EQUIS-Akkreditierung. Im deutschsprachigen Raum verleiht unter anderem die FIBAA die beglaubigte Zulassung.

Wahlangebot sehr umfangreich
An den verschiedenen Business Schools variiert das Verhältnis zwischen Pflichtund Wahlkursen. Spezialprogramme bemühen sich, ein ausgewogenes Verhältnis anzubieten, wobei das Pflichtcurriculum relativ begrenzt ist. Das Wahlangebot ist dafür sehr umfangreich. Nichtökonome sollten sich bei Interesse der generellen Managementausbildung widmen, um ein betriebswirtschaftliches Grundwissen zu erlernen. Wirtschaftswissenschaftler hingegen können sich mit ihrem Vorwissen für ein spezialisiertes Programm bewerben. Solche Zusatzqualifikationen machen einen MBA-Absolventen begehrenswert auf dem Arbeitsmarkt. Die MBA-Bewerber sollten sich bei den einzelnen Schulen nach den Fachrichtungen erkundigen, denn nicht jeder MBA-Anbieter ist auf bestimmte Fakultäten spezialisiert.




Auf dem Weg zum MBA

Die Voraussetzungen, die Bewerber erfüllen müssen, um ein MBA-Studium aufzunehmen, unterscheiden sich von Business School zu Business School. In den meisten Fällen fließen folgende Aspekte in die Bewertung der Kandidaten ein: Präsentation der Bewerbung, akademische Leistungen, berufspraktische Erfahrungen, GMAT- und TOEFL-Ergebnisse, Essays und Referenzen sowie die persönliche Eignung des Bewerbers.

Als Mindestanforderungen in Bezug auf die akademischen und beruflichen Leistungen gelten in den meisten Fällen ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine mindestens zweijährige Berufspraxis. Ein universitärer Abschluss muss nicht zwingend vorgewiesen werden, viele Schulen akzeptieren auch Fachhochschuldiplome oder den Abschluss einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie. Wirtschaftswissenschaftler haben teilweise die Möglichkeit, bereits nach dem Vordiplom und zwei Semestern Hauptstudium ein MBA-Studium aufzunehmen.
Doch keine der genannten Zulassungsvoraussetzungen allein, sondern der Gesamteindruck des Interessenten und seiner Unterlagen ist ausschlaggebend für den Erfolg der Bewerbung. Die individuellen Chancen auf einen Studienplatz hängen also auch von der Philosophie der Schule und ihrem gewünschten Teilnehmerprofil ab. Die Admissions Offices beraten über jeden einzelnen Fall, so dass ein gewisser Spielraum vorhanden ist. So kann es beispielsweise möglich sein, Defizite in der akademischen Vorbildung mit Berufserfahrung zu kompensieren. Andersherum können erstklassige Studienleistungen in Ausnahmefällen mangelnde Berufserfahrung ausgleichen.
Zunehmend rückt die Persönlichkeit des Bewerbers in den Mittelpunkt. Dabei ist oft ausschlaggebend, dass der Bewerber zur Philosophie der jeweiligen Schule und in die Zusammensetzung des Studienjahrgangs passt. Persönlichkeitsmerkmale, die von den Business Schools als wichtig eingestuft werden, sind Motivation, Initiative, Engagement, Führungspotenzial, Teamfähigkeit und Zielorientierung.

Studiengebühren und weitere Kosten
Der MBA ist eine Investition in die eigene Zukunft. Doch das Studium ist oft teuer – insbesondere an international anerkannten Business Schools – so dass vor Studienstart die Finanzierung gewissenhaft geplant werden sollte. Die Studiengebühren (Tuition) und die Kosten für die Unterbringung sind die größten Posten, die eingeplant werden sollten. Auch für das Unterrichtsmaterial sollten MBA-Interessierte größere Ausgaben veranschlagen. Hinzu kommen persönliche Ausgaben wie Lebenshaltungs- und Reisekosten.
Bis zu 90.000 Euro können die Studiengebühren an europäischen Business Schools betragen. Der Großteil der Programme kostet zwischen 25.000 und 60.000 Euro. Bei den US-Programmen ist es schwieriger, die Gesamtkosten zu beziffern, da viele Schulen nur die jährlichen Kosten angeben. In Deutschland sind Kosten zwischen 10.000 und 30.000 Euro für die MBA-Programme üblich. Beträge von über 40.000 Euro sind hierzulande eher selten. Die Studiengebühren an staatlichen Universitäten fallen grundsätzlich niedriger aus als an privaten Hochschulen. Aus der Höhe der Gebühren lassen sich jedoch nicht automatisch Aussagen über die Qualität des MBA-Programms ableiten. Nur weil die Studiengebühren relativ niedrig sind, muss die Ausbildung nicht schlechter sein. Die Gebühren hängen häufig mit der Trägerschaft der Schule und sonstigen Finanzquellen zusammen.

Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/09
Verfasst von absolventenInfo


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