20 1 2 21 15 3 4 5 6 16 8 7 |
AbsolventenInfo Ausgabe 2/ 2008Strom aus Sonnenlicht: Daniel Hahn arbeitet daran, dass aus Sonnenlicht effizient Strom erzeugt wird.Spannend sei es, erzählt Daniel Hahn, Strom zu erzeugen, ohne mechanische Bewegungen, Krach und Abgase. Mit dieser Einstellung hat der heutige Ingenieur für Elektrotechnik bereits im August 2003 Kontakt mit der Phoenix Solar AG geknüpft: Während des von der Fachhochschule Schmalkalden vorgeschriebenen Praxissemesters war Daniel Hahn vor allem damit befasst, Ertragsdaten von Photovoltaik (PV)-Anlagen in Deutschland zu erfassen und auszuwerten. „Aber auch bei der Auslegung von Dachplanungen war ich bereits eingesetzt“, erinnert sich der Jungingenieur.Um die ideale Sonneneinstrahlung einzufangen, sollten Solaranlagen in unseren Breitengraden idealerweise um 30 Grad aus der Waagerechten geneigt sein und selbstverständlich nach Süden weisen. „Bei Schrägdächern passt die Neigung meist schon, aber unter Umständen lohnt es sich auch hier, die Module aufzuständern, weil sie bei richtigem Winkel erheblich mehr Strom erzeugen können.“ Praktische Erfahrungen Aber nicht nur am grünen Tisch war Hahn damals unterwegs. Beim Aufbau einer Anlage arbeitete er als Assistent des Bauleiters. „So konnte ich wirklich nachvollziehen, welche Herausforderungen beim Bau einer solchen Anlage auftreten können.“ Dass ihm diese Tätigkeiten während des Praxissemesters weitere Türen öffnen würden, zeigte sich bereits Anfang 2004. Das von der FH vorgeschriebene Praktikum hatte Hahn absolviert, aber in den folgenden Semesterferien konnte der Student weitere zwei Monate bei Phoenix arbeiten. Sein Arbeitgeber, die Aktiengesellschaft Phoenix Solar, wurde 1999 gegründet und ist aus der Solarinitiative des Bundes der Energieverbraucher hervorgegangen. Heute hat Phoenix Solar mehr als 200 Mitarbeiter und bedient Märkte in ganz Europa. Zu den Schwerpunkten gehören hier vor allem Italien, Spanien und Griechenland, in denen das Unternehmen jeweils mit einer Tochtergesellschaft vertreten ist. Aber auch Übersee rückt mehr und mehr in den Blick. So baute das Unternehmen Ende 2006 die Tochter Phoenix Solar Pte Ltd. mit Sitz in Singapur auf, die Asien und den pazifischen Raum abdeckt. Rund 150 Mitarbeiter sorgten 2007 für einen Umsatz von rund 260 Millionen Euro. Seit Juli 2008 ist das Unternehmen auch auf dem australischen Kontinent mit einer Tochtergesellschaft in Adelaide vertreten. An der Erschließung des spanischen Marktes war Daniel Hahn von Anfang an mit beteiligt. Als er Anfang 2005 Themen für seine Diplomarbeit suchte, erinnerte er sich an das Photovoltaik-Unternehmen und seinen Chef während des Praxissemesters. „Mein damaliger Chef konnte mir auch direkt ein Thema vorschlagen: Ich sollte herausfinden, wie große Photovoltaikanlagen im Megawatt-Bereich in Spanien am effizientesten errichtet werden könnten“, beschreibt Hahn den Schwerpunkt seiner Diplomarbeit. Dabei ging es nicht nur um technische Details wie die optimale Neigung der Solarmodule unter südlich spanischer Sonne. Auch die rechtlichen und politischen Voraussetzungen waren Teil der Arbeit. Da Solaranlagen, die zur Stromerzeugung eingesetzt werden, Gleichstrom produzieren, muss dieser vor der Einspeisung in das öffentliche Netz in Wechselstrom umgewandelt werden. Dies geschieht im angeschlossenen Wechselrichter., der aber nicht überhitzen darf, soll er seine Arbeit zuverlässig verrichten. „In Spanien müssen wir schon mit Lufttemperaturen von mehr als 40 Grad rechnen“, so Hahn. Nach einigem Überlegen kam der Ingenieur auf den Gedanken, zur Kühlung einen Erdwärmetauscher einzusetzen. Das Gerät wird an das Gebäude angeschlossen, in dem die Wechselrichter aufgestellt sind. Durch ein unterirdisches Rohrsystem wird warme Luft angesaugt. Auf dem Weg durch die Rohre kühlt die Luft soweit ab, dass die Wechselrichter ausreichend gekühlt werden können. Junge Ingenieure sind gefragt Besonders erfreut ist Hahn darüber, dass just diese Konstruktion nun an einer Anlage in Spanien aufgebaut wurde und zu Testzwecken läuft. „In dieser jungen Branche ist viel zu tun, so dass junge Ingenieure wie ich tatsächlich etwas bewegen können.“ Nach seiner Diplomarbeit nahm er bei Phoenix eine Stelle an, wechselte aber von der Kraftwerksabteilung in Ulm zur Zentrale im bayerischen Sulzemoos. Dort betreute Hahn in der Abteilung Technik zunächst die Wechselrichter und konnte in Zusammenarbeit mit wichtigen Zulieferern einige Veränderungen an den Geräten initiieren, die bei einer Solaranlage erhebliche Kosteneinsparungen brachten. So können an den weiter entwickelten Wechselrichtern höhere Spannungen angelegt und damit mehr Solarmodule in Reihe an ein Gerät angeschlossen werden. Anfang 2008 wechselte Hahn schließlich in die Projektentwicklung. Dort ist er für die technische Seite bei der Akquise neuer PV-Großanlagen zuständig, prüft mögliche Flächen, erstellt erste Planungen, Kostenschätzungen sowie Ertragssimulationen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Er entwickelt somit große Solarkraftwerke bis zur Baureife. Marktführer Phoenix Solar Die Solarmodule selbst kommen nicht von seinem Arbeitgeber. „Wir kaufen bei führenden Herstellern der Branche die Produkte ein und erarbeiten als Systemintegrator Konzepte, um unseren Kunden eine kostenoptimierte Lösung anbieten zu können“, so Hahn. In der Entwicklung und im Bau von Solar-Kraftwerken bis in die Multimegawattklasse ist das Unternehmen einer der Marktführer. Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 02/08 Verfasst von Karsten Peters zurück |
|
||||||||
|
Über uns | Werbung | Studenten-Shop | Partnernetzwerk | Partnernetzwerk | Impressum & Datenschutzerklärung Copyright 2012 Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG |