20 1 2 21 15 3 4 5 6 16 8 7 |
AbsolventenInfo Ausgabe 1/ 2007Karriere am Fuße des EiffelturmsAuf der Suche nach einen passenden Arbeitsplatz, lohnt es sich für den Absolventen seinen Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Michael Becker berichtet.Nein, dass er einmal vom Schreibtisch aus den Eiffelturm im Blick haben würde, das hatte sich Michael Becker nicht träumen lassen, als er vor acht Jahren mit dem Architekturstudium an der Fachhochschule in Münster begann. Damals träumte der heute 29-Jährige davon, Wolkenkratzer in den Metropolen der Welt zu bauen – oder schmucke Reihenhäuser in der Vorstadt. „Ich wollte vor allem kreativ arbeiten können. Sehen, was ich mit meinen eigenen Händen geschaffen habe“, erläutert der gebürtige Hannoveraner seine Entscheidung zum Architekturstudium. Jobaussichten Architekt Doch trotz guter Noten, hoher Motivation und Leidenschaft für seinen künftigen Beruf stellte sich schnell heraus: Die Jobaussichten für angehende Architekten waren alles andere als rosig. „Schon nach dem dritten oder vierten Semester war klar: eine passende Anstellung zu finden würde nicht einfach werden“, erinnert sich Michael Becker – und verdoppelte in den kommenden Semestern seine Anstrengungen. Unter anderem in Form eines Praktikums in einem französischen Architekturbüro in Marseille. „Das war schon eine ziemliche Herausforderung, denn mein Schulfranzösisch war dafür eigentlich nicht geeignet“, gibt Michael Becker zu. Dennoch: Die unterschiedliche Arbeitsweise im Gegensatz zu deutschen Büros, in denen der Student damals jobbte, sowie die Chance eine andere Kultur kennen zu lernen, halfen ihm über die ersten Startschwierigkeiten. Aus dem halbjährigen Aufenthalt jedoch eine dauerhafte Anstellung werden zu lassen, das konnte er sich damals noch nicht vorstellen. „Während und nach meiner Diplomarbeit habe ich mich darum zunächst bemüht eine Stelle in Deutschland zu finden“, erinnert sich der 29-Jährige. Über 50 Bewerbungen verschickte der frisch gebackene Architekt in den kommenden Monaten quer durch die Republik – erfolglos. „Trotz eines Einser-Abschlusses sprang nicht mal ein Vorstellungsgespräch heraus. Alle Arbeitgeber suchten Mitarbeiter mit einschlägiger Erfahrung. Die konnte ich als Neuling natürlich nicht bieten“, resümiert Michael Becker, der sich zunächst mit Aushilfsjobs über Wasser hielt. Ein ehemaliger Kommilitone gab ihm schließlich den Tipp, sein Glück im Ausland zu suchen. Nach einigen schlaflosen Nächten und viel Internetrecherche bewarb Michael Becker sich auf acht Stellen in der Schweiz – und wurde zu sieben Vorstellungsgesprächen eingeladen. „Ich war total baff, damit hatte ich nie gerechnet“, zeigt sich der Jung-Architekt noch heute erstaunt. Kurzerhand stieg der 29-Jährige in den Flieger und machte sich auf ins Nachbarland. Zwischenstation Schweiz Am Ende des viertägigen Vorstellungsmarathons hatte er vier Jobangebote in der Tasche. „Da wurde mir erstmals klar, dass es nun ernst würde.“ Michael Becker löste seine Wohnung auf, beantragte bei den schweizerischen und deutschen Behörden alle nötigen Dokumente zum Arbeiten im Ausland und suchte per Internet nach einer Wohnung. „Alles musste sehr schnell gehen, da ich bereits sechs Wochen später meine Stelle antreten sollte.“ Zeit zum Nachdenken bliebt da nicht – „und das war auch gut so, sonst hätte ich vielleicht Angst vor meiner eigenen Courage bekommen“, gibt er zu. Das Eingewöhnen in der Ferne fiel dem Jung-Architekten nicht schwer, wohl aber die veränderten Arbeitsbedingungen und die hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz: „Auch wenn es keine Sprachschwierigkeiten gab, habe ich doch schnell gelernt, dass mir vieles fremd war.“ Darum entschloss sich Michael Becker nach 15 Monaten zum Ortswechsel. Den eigenen Horizont erweitern „In meinem Beruf ist es wichtig Erfahrungen zu sammeln und weiter zu kommen, darum wollte ich ein neues Büro mit neuen Anforderungen kennen lernen“, begründet er den erneuten Schritt ins Ungewisse. Und den hat er nicht bereut. „Der Jobeinstieg im Ausland ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich lerne ständig Neues, im Beruf, im Alltag, im Umgang mit Menschen, in der Sprache. Das macht mich nicht nur reicher an Erfahrungen, sondern steigert meinen Wert auf dem Arbeitsmarkt. Ein potenzieller Arbeitgeber weiß, dass ich flexibel bin und Mut zum Risiko habe“, rät Michael Becker zukünftigen Absolventen – und blickt dabei zufrieden von seinem Schreibtisch aus zum Eiffelturm hinüber. Web-Link Tipps zum Thema „Arbeiten im Ausland“ www.career-contact.de www.americandream.de www.stellenboersen.de/ausland www.travelworks.de www.academics.de www.karriere-im-ausland.de http://international.monster.de www.karrierefuehrer.de/ausland www.studentenpilot.de/ausland www.berufsstart.de www.europa.eu Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/07 Verfasst von absolventenInfo zurück |
|
||||||||
|
Über uns | Werbung | Studenten-Shop | Partnernetzwerk | Partnernetzwerk | Impressum & Datenschutzerklärung Copyright 2012 Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG |