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AbsolventenInfo Ausgabe 1/ 2009

Internationalität im hohen Norden

Gute Bildungsangebote und Auslandserfahrung in einem: Die skandinavischen Hochschulen punkten mit einer großen Auswahl an Master-Studiengängen und persönlicher Atmosphäre.

Wer den Bachelor-Abschluss in der Tasche, eventuell erste Berufserfahrung gesammelt hat und nun plant, sich weiter zu qualifizieren, ist an skandinavischen Hochschulen an der richtigen Adresse. Denn die nordischen Länder haben weitaus mehr zu bieten als Elche, atemberaubende Natur und Pippi Langstrumpf: Die Auswahl und Qualität der Masterprogramme kann sich sehen lassen.
Besonders verlockend ist die internationale Ausrichtung: Allein in Schweden können Studieninteressierte aus 500 englischsprachigen Masterprogrammen wählen. Und auch die dänischen, norwegischen und finnischen Hochschulen haben ihre Bildungsabschlüsse komplett auf Bachelor und Master umgestellt und warten vielerorts mit Programmen auf, die speziell auf ausländische Studenten zugeschnitten sind.
Doch nicht nur das große Angebot und die vielen Spezialisierungsmöglichkeiten sind ein Plus, auch die Atmosphäre stimmt: Wer in Skandinavien studiert, muss nicht die Anonymität einer Massen-Uni fürchten. In der Regel nehmen 20 bis 40 Studenten an einem Masterprogramm teil. Der Umgangston ist locker, sogar die Professoren werden geduzt.

Ein Nachteil kann der Zeitaufwand sein: Während man in Großbritannien und den Niederlanden oft schon nach einem Jahr den Master-Titel in der Tasche hat, beträgt die Regelstudienzeit in Skandinavien durchschnittlich vier Semester.

Sehr gutes Englisch als Voraussetzung
Wer sich für ein internationales Masterprogramm einschreiben will, muss den Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums vorweisen. Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache werden in der Regel nicht vorausgesetzt, dafür ist sehr gutes Englisch, nachgewiesen durch gängige Tests wie TOEFL oder IELTS, Pflicht. Bei einigen Programmen wird ein GMAT oder GRE erwartet, der Aufschluss über den Kenntnisstand der Bewerber liefert. Semesterstart ist meistens im August oder September, die Bewerbungsfristen variieren.

Hohe Lebenshaltungskosten
Das Studium in Skandinavien ist auch für Ausländer gebührenfrei. Allerdings sollte man die dortigen Lebenshaltungskosten nicht unterschätzen: Sie zählen zu den höchsten in Europa. In Norwegen benötigen Studenten nach Angaben der Universitäten rund 1000 Euro im Monat, in Schweden, Finnland und Dänemark sind es ähnliche Summen.

Copenhagen Business School (CBS)
Mit 15.000 Studenten gehört die Copenhagen Business School zu den größten Handelshochschulen Nordeuropas. Das Angebot an Masterprogrammen ist dementsprechend breit gefächert. Innerhalb dieser Programme sind oft verschiedene Ausrichtungen möglich. Wer zum Beispiel einen „Master in Economics and Business Administration“ anstrebt, kann sich zwischen zehn verschiedenen Spezialisierungen entscheiden. Der „Master in Business, Language and Culture“ bietet die Möglichkeit, Japanisch, Chinesisch, Spanisch oder Französisch zu lernen.
Website: www.cbs.dk

Norges Handelshøyskole (NHH)
Norwegens renommierte Handelshochschule befindet sich in Bergen, der zweitgrößten Stadt des Landes. Die Studenten des Master-Programms „Economics and Business Administration“ können zwischen zwei englischsprachigen Spezialisierungen wählen: „International Business“ und, passend in einem Land, das seinen Reichtum dem Erdöl verdankt, „Energy, Natural Resources and the Environment“. Dank der internationalen Vernetzung der NHH, sind während des Masterstudiums Austauschsemester an Hochschulen in anderen Ländern möglich – sozusagen ein Auslandssemester während des Auslandsstudiums.
Website: www.nhh.no

Stockholm School of Economics (HHS)
Im Ranking der Zeitung „Financial Times“ bekommen die Masterprogramme der HHS regelmäßig sehr gute Noten: Im vergangenen Jahr nahm die Hochschule unter den nordischen Ländern sogar die Spitzenposition ein. Es wird ein Master in „General Management“ angeboten, der Absolventen verschiedener Fachrichtungen fit für Führungspositionen machen soll. Wer das Masterprogramm „Business and Economics“ wählt, hat fünf Spezialisierungen zur Auswahl, darunter auch „Media Managment“. Die HHS setzt auf engen Kontakt zur Wirtschaft und richtet die Studieninhalte entsprechend praxisnah aus.
Website: www.hhs.se

Hanken School of Economics
Bei ihrer Gründung vor fast 100 Jahren war Hanken als Hochschule für die schwedische Minderheit in Finnland konzipiert. Mittlerweile bietet sie neben dem schwedischsprachigen Studium acht zweijährige Masterprogramme auf Englisch an, die jeweils dem Campus in Helsinki oder Vaasa zugeordnet sind, zum Beispiel „Advanced Financial Information Systems“, „Corporate Governance“ und „Intellectual Property Law“. Zulassungsvoraussetzung ist neben einem abgeschlossenen Bachelor der GMAT oder GRE.
Website: www.hanken.fi

Links:
www.studyinnorway.no
www.studyindenmark.dk
www.studyinfinland.fi
www.studyinsweden.se




Gute Vorbereitung sorgt für stressfreien Start

Dänemark

EU-Bürger, die in Dänemark studieren, müssen spätestens drei Monate nach ihrer Einreise bei den staatlichen Behörden einen Antrag auf eine Registrierungsbescheinigung stellen. Dafür müssen sie an einer anerkannten privaten oder öffentlichen Ausbildungsanstalt eingeschrieben sein und nachweisen, dass sie ihren Unterhalt selbst bestreiten können. Nach der Registrierung erhält man einen Chipkartenausweis, der für Arztbesuch, Kontoeröffnung und andere Verwaltungsangelegenheiten benötigt wird. Bei akuter Erkrankung und ohne Aufenthaltsgenehmigung bekommen Studierende bei Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) die notwendige medizinische Betreuung. Mit Aufenthaltsgenehmigung gilt nach sechs Wochen der dänische Versicherungsschutz auch für Ausländer.

Finnland
Für Bürger der EU-Staaten, die sich länger als drei Monate in Finnland aufhalten gilt: Aufenthaltsbescheinigung besorgen! Diese zu bekommen, ist laut der finnischen Studentenorganisation SYL dann kein Problem, wenn der Bewerber beweisen kann, dass er seinen Aufenthalt selbst finanzieren kann und er eine Bestätigung seines Studienplatzes vorlegt. Im Semesterbeitrag an der Universität von Helsinki ist die studentische Krankenversicherung mit inbegriffen. Ansonsten gilt auch in Finnland die EHIC.

Island
Ein Visum benötigt man als Staatsbürger der EU nicht. Allerdings sollten sich Studierende spätestens nach drei Monaten eine isländische IDNummer ausstellen lassen, die für viele Verwaltungsangelegenheiten benötigt wird. Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte wird in Island jedem Kranken geholfen.

Norwegen
Sobald ein Studierender länger als drei Monate in Norwegen bleiben will, braucht er eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Botschaft weist allerdings darauf hin, dass diese nicht immer erteilt wird, auch wenn folgende Faktoren erfüllt sind: Liquiditätsnachweis, Nachweis über die Existenz einer Krankenversicherung und die Bestätigung der Universität über den Studienplatz. Mit der EHIC-Karte können Studenten das System der Krankenversorgung nutzen.

Schweden
EU-Bürger müssen sich in Schweden innerhalb der ersten drei Monaten des Aufenthalts eine Art Meldebescheinigung besorgen. Ausländische Studenten bekommen diese vom örtlichen Studienberater. Zum Antrag gehört eine Bescheinigung über die Liquidität des Studenten und eine Krankenversicherungsbescheinigung. Studenten, die länger als ein Jahr in Schweden studieren, können sich als Einwohner registrieren lassen. In Bezug auf die Krankenversicherung: EHIC-Karte nicht vergessen!

Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/09
Verfasst von absolventenInfo


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