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AbsolventenInfo Ausgabe 2/ 2006Ihr Traumjob sah eigentlich ganz anders aus.Auf Umwegen zur Bankkarriere„Am Anfang habe ich mich gefühlt, als sei ich im Börsenplanspiel gelandet“, schmunzelt Annette Kuschinski. Seit Februar des vergangenen Jahres arbeitet die 27-Jährige als „Foreigner Client Manager“ bei der „Bankinter“, Spaniens fünftgrößter Privatkundenbank. Und das, obwohl die gebürtige Kölnerin weder Betriebswirtschaft studiert, noch eine Lehre zur Bankkauffrau absolviert hat. Ihren Hochschulabschluss hat Annette Kuschinski im Juli 2004 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster gemacht - und zwar als Sozialwissenschaftlerin mit den Fächern Kommunikationswissenschaft, Politik und Öffentliches Recht. „Dass ich ausgerechnet bei einer Bank landen würde, hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt nie träumen lassen“, gibt die 27-Jährige, die jetzt im spanischen Malaga lebt und arbeitet, zu. Nach Spanien ging Annette Kuschinski, die bereits während ihres Studiums ein einjähriges Austauschjahr an der Universität von Malaga eingelegt hatte, der Liebe wegen. „Aber auch vorher konnte ich mir schon vorstellen, dort zu wohnen“, räumt die junge Frau ein. Mit Hartnäckigkeit und Selbstbewusstsein setzte die Kölnerin nach ihrem Umzug in den Süden alles daran, um auch ihre beruflichen Wünsche in die Tat umzusetzten. Doch trotz exzellenter Sprachkenntnisse, hervorragender Noten und Referenzen stellte sich der Markt für angehende PRProfis in Spanien als sehr dünn heraus. „Ich hatte zunächst einen zweimonatigen Job in einer Werbeagentur - doch meine Aufgaben dort beschränkten sich auf reine Praktikantentätigkeiten wie Kaffeekochen“, blickt Annette Kuschinski auf den missglückten Start in die Berufswelt zurück. Auf das Stellengesuch der Bankinter, in dem ein Hochschulabsolvent mit Fremdsprachenkenntnissen gesucht wurde, bewarb Sie sich sofort - ohne wirkliche Hoffnungen auf die Stelle. „Schließlich konnte ich ja keinerlei betriebwirtschaftliches Fachwissen vorweisen.“ Umso überraschender kam dann die Zusage. „Das fand ich zunächst fast witzig, aber ich konnte mir sofort vorstellen, das zu machen“, sagt Annette Kuschinski. Ihr neuer Traum: Filialleitung bei Bankinter Heute gehört die Betreuung von ausländischen Kunden zu ihren Tätigkeitsfelder. „In Malaga wollen derzeit viele Touristen eine Immobilie erwerben, und genau da komme ich ins Spiel“, erläutert die Neu-Spanierin ihren Arbeitsschwerpunkt. Kundenberatung, Informationsübermittlung und die Neukundenwerbung bilden dabei die Kerntätigkeiten. „Damit besteht eine große Schnittmenge mit meinem jetzigen Job und meinem ursprünglichen Berufswunsch, der Public Relations“, zeigt sich Annette Kuschinski erfreut. Und so ganz nebenbei hat sie die erste Sprosse der Karriereleiter erklommen. Im März dieses Jahres wurde die 27-Jährige befördert, jetzt steht die Versetzung in eine neue Geschäftsfiliale an. „Dort wird es viel zu tun geben, aber es ist auch der ideale Weg, um berufliche Lorbeeren zu ernten und sich für eine Stelle im Management zu profilieren“, weiß Annette Kuschiski, die mittlerweile einen neuen beruflichen Traum hat: die Filialleitung bei „Bankinter“. Künftigen Hochschulabsolventen rät die 27- Jährige, mit wachen Augen die Stellengesuche zu lesen. „Wer nur auf eine einzige Branche oder eine spezielle Tätigkeit fixiert ist, übersieht vielleicht die Karrierechancen, die sich erst auf den zweiten Blick auftun.“ Schließlich sei jede ungenutzte Chance ein vertaner Weg zum Erfolg. „Der Weg zum Traumjob ist eben nicht immer gradlinig“. Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 02/06 Verfasst von Jutta Melchers zurück |
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