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AbsolventenInfo Ausgabe 2/ 2007Idyll in den BergenBeschaulichkeit und gute ArbeitsbedingungenSpätestens seit Heidi und der Wiederentdeckung der mechanischen Armbanduhr gilt die Schweiz als Musterland in vielerlei Hinsicht: Wirtschaftlicher Wohlstand, Alpenidylle und eine gewisse gutmütige Starrköpfigkeit, die allzu hastigen Reformismus gar nicht erst aufkommen lässt. Bei deutschen Medizinern hat die Republik zwischen Bodensee und Po-Ebene einen Ruf, der dem des gelobten Landes nahe kommt: Geregelte Arbeitszeiten, gute Bezahlung und hervorragende Aufstiegschancen. Drei Gründe, die auch Andrea Swintek nach ihrem Examen im Spätherbst 2004 bewegt haben, ihr Glück in der Schweiz zu suchen. Bereits im praktischen Jahr hat die heute 28-Jährige vier Monate im Luzerner Kantonsspital verbracht und einen so guten Eindruck hinterlassen, dass sie nach ihrem Examen unmittelbar ein Stellenangebot in der Tasche hatte. Für den Berufseinstieg, so erzählt Swintek, sei Luzern auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen: Das Kantonsspital in der Stadt am Vierwaldstättersee ist mit rund 3000 Mitarbeitern und etwa 700 Betten eines der größten Krankenhäuser der Schweiz. Im Bereich Unfallchirurgie, in dem die Ärztin von Januar 2005 an tätig war, konnte sie sich außerdem immer auf die gute Unterstützung durch einen Oberarzt verlassen. Zudem hat sie im Vergleich zu Deutschland früh praktisch im Operationssaal gearbeitet und so bereits zu Anfang ihres Berufslebens wertvolle Erfahrungen gesammelt. Viele Erfahrungen in der Schweiz Dass Swintek der Schweiz Anfang 2006 dennoch wieder den Rücken kehrte, hat verschiedene Gründe. „Die Arbeit in der Unfallchirurgie war zwar spannend, aber meinen Facharzt wollte ich in dem Bereich nicht machen.“ Anästhesie war das Ziel der Wünsche - und passenderweise hatte die Universitätsklinik Münster der frisch gebackenen Ärztin ein Angebot unterbreitet, so dass sie zum 15. Januar 2006 nach Westfalen wechseln konnte. Trotz der recht guten Arbeitsbedingungen in der Schweiz die richtige Entscheidung ist sie noch heute überzeugt, hatte sie doch Gelegenheit, die Beschaulichkeit der Schweiz etwas genauer zu betrachten. „Die deutschsprachige Schweiz“, so erklärt Swintek, „ist die Relativierung des deutschen Konservativismus.“ Wem Deutschland als konservativ gelte, der werde von der Haltung der meisten Deutschschweizer eines Besseren belehrt. Weltgesundheitsorganisation WHO Aber auch Münster wird die rührige Medizinerin für einige Wochen den Rücken kehren: Im November macht sie sich nach Genf auf, um bei der Weltgesundheitsorganisation WHO ein Praktikum zu absolvieren. Zum Wintersemester 2006/07 hat Swintek an der Fachhochschule Oldenburg/ Ostfriesland/Wilhelmshaven in Emden ein Aufbaustudium zum Master of Public Health aufgenommen. „Ein Bereich, der mich schon immer interessiert hat - und in dem ich jetzt bei der WHO meine Master-Arbeit schreiben kann.“ Welches Thema Andrea Swintek in Genf bearbeiten wird, darf sie nicht verraten, da die UNO-Organisation alle künftigen und angehenden Mitarbeiter zur Verschwiegenheit verpflichtet. Nur soviel: Sie arbeitet im Bereich „foodborne diseases“, beschäftigt sich also mit Lebensmittelerkrankungen und der Übertragung von Krankheiten über die Nahrung. Ein Problem, mit dem vor allem die wenig entwickelten Länder zu kämpfen haben, ist doch dort die Kontrolle der Nahrungsmittelhygiene kaum leistbar. Ein Ergebnis der Master-Arbeit soll deshalb ein Fragebogen sein, mit dessen Hilfe die Übertragungswege dieser Krankheiten genauer nachgezeichnet werden können. Die französischsprachigen Schweiz Auf den Vergleich mit der französischsprachigen Schweiz ist die Medizinerin besonders gespannt, allerdings erwartet sie in Genf keinen so strengen Konservativismus wie in Luzern. Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 02/07 Verfasst von Karsten Peters zurück |
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