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AbsolventenInfo Ausgabe 1/ 2006

Für mich war klar: Das machst du!

Marketing für die eigene Zielgruppe / Ina Groß-Selbeck vermarktet V+

Nein, auch wenn sie direkt zur Zielgruppe gehört - ein trendiges Biermixgetränk hatte Ina Groß-Selbeck bis zu ihrem Jobeinstieg bei der sauerländischen Brauerei C.&A. Veltins noch nie getrunken. Doch der Gerstensaft an sich war nicht fremd. Die gebürtige Düsseldorferin studierte im bayerischen Passau. Und da gehört das Bier bekanntlich mit zu den Grundnahrungsmitteln.

„Ich konnte mich aber direkt mit dem Produkt identifizieren“, erinnert sich die Junior-Produktmanagerin heute an die Tage im August 2004. „Damals ging alles ganz schnell.“ Eigentlich steckte sie noch mitten in einem Praktikum in Hamburg, als die Einladung zum Vorstellungsgespräch in die Provinz zur Brauerei nach Grevenstein kam. Und kurz darauf die Zusage. „Es war für mich klar: Das machst Du.“ Sie zögerte nur einen kleinen Moment, brach freitags ihr Praktikum ab, um montags ihre Trainee-Stelle anzutreten.
Ein Vorteil, gut in den Job hinein zu kommen, war, dass sie direkt mit einem Projekt einsteigen durfte. Mit dem Slogan „Werde berühmt: werde V+ Etiketten-Star“ wurde eine große Internet-Single-Börse von V+ - auf diesen Namen hören die Mixgetränke der Brauerei - von Mai bis September 2005 promoted, die in Kürze in die nächste Runde gehen soll.

Mittels learning-on-the-job wurde sie nicht ins kalte Wasser geworfen. Sie durfte die Disco-Promotion begleiten, war auch dabei, als Werbespots und Trailer produziert wurden und hat dabei schnell die entscheidenden Leute kennengelernt. Als sie dann die ersten Flaschen mit den Kampagnen-Etiketten im Geschäft sah, schoss ihr nur ein Gedanke durch den Kopf: „Das ist meins!“ Und der Absatz des Produktes wurde tatsächlich angekurbelt.

Der Weg ins Marketing war bei Ina Groß-Selbeck nicht von Anfang an vorgezeichnet. Nach dem Abi stand die heute 28-Jährige zunächst vor der großen Frage aller Fragen: Was mach ich nun? Da sie das elfte Schuljahr bereits in den USA verbracht hatte, hielt sie einen weiteren Auslandaufenthalt durchaus für sinnvoll und verabschiedete sich für neun Monate nach Spanien.
Doch damit war die Berufswahl noch lange nicht vorgezeichnet. Naturwissenschaften, Medizin und Jura schloss sie für sich aus. Da sie wirtschaftlich interessiert war, fiel die Entscheidung, BWL zu studieren. „Allerdings ohne konkretes Berufsziel“, wie sie heute einräumt. Allerdings legte sie großen Wert auf eine Kombination mit einer fachspezifischen Fremdsprachenausbildung: Englisch war Pflicht, Spanisch zog sie bis zum Vordiplom durch.
Auch wenn sie in ihrem Job bislang noch nicht viel von den Fremdsprachenkenntnissen hatte, im Studium waren sie noch erforderlich. Schließlich studierte sie ein Jahr lang an der Fresno State University. Da es sich um eine Partner-Hochschule handelte, wurden ihre Scheine anerkannt. Und ein Professor öffnete ihr die Chance zu einem Praktikum in einer Software-Firma. Sie durfte in alle Abteilungen hineinschnuppern. Die wahre Herausforderung aber war, auch auf Englisch zu arbeiten.

Nach dem ersten Praktikum war aber noch lange nicht Schluss. Nachdem sie in einer Werbeagentur hospitiert hatte, stand für sie fest: Die Zielrichtung wird Marketing. Auch in der Folgezeit nutzte sie die Chancen, Praxisluft zu schnuppern.

Den entscheidenden Drive entwickelte sie nach einem Workshop von Unilever in Passau. „Ich bin nach Hause gefahren mit dem Gedanken: Das kannst Du Dir vorstellen.“ Da sie schon kurz vor dem Examen stand, war für ein weiteres Praktikum keine Zeit. Doch die sollte sie nach dem Examen noch bekommen.
Wie die meisten ihrer Kommilitonen schrieb sie Bewerbungen - doch nicht mit dem durchschlagenden Erfolg. Deshalb wollte sie mehr Praxiserfahrungen sammeln und startete bei Schwarzkopf ein Praktikum im Produktmanagement. Sie sah, wie die Fäden bei Projekten zusammenliefen, pflegte Kontakte zu Agenturen, durfte sich mit eigenen Ideen einbringen - und bewarb sich weiter.

Doch auch als das Praktikum sich dem Ende zuneigte, war kein Job in Aussicht. „Einige ehemalige Studienfreunde hatten bereits was gefunden, indem sie von ihrer eigentlichen Zielrichtung abgegangen waren.“ Ina Groß-Selbeck hielt an ihrem Wunschbereich Marketing allerdings fest. „Dann habe ich halt in Hamburg ein weiteres Praktikum bei Unilever begonnen.“ In einer Jobbörse fand sie das Inserat der Brauerei C.&A. Veltins - der Rest ist heute schon Geschichte.

Mittlerweile hat sie „V+ Curuba“, das jüngste Kind des Sortiments, mit entwickelt - und ist auch kein Trainee mehr. Ihre Vorgesetzten war so gut mit ihr zufrieden, dass die Zeit verkürzt und in ein richtiges Angestelltenverhältnis als Junior-Produktmanagerin gewandelt wurde.

Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/06
Verfasst von Guido Kratzke


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