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AbsolventenInfo Ausgabe 1/ 2007„Es gibt ja möblierte Wohnungen“Trainee auf großer Fahrt: Karl Gygax absolviert beim Logistiker Fiege ein internationales Schulungsprogramm für künftige Führungskräfte.Für die nächste Zeit wünsche er sich ein bisschen mehr Ruhe als in den vergangenen achtzehn Monaten. „Zwei Jahre an einem Ort, das wäre schon gut.“ Dass er danach wieder in die Welt hinaus zieht, steht für Karl Gygax völlig außer Frage, schließlich ist das International Trainee-Programm der erste Schritt für eine internationale Management-Karriere in der Fiege Gruppe. Um für diesen Job fit zu werden, stieg der Absolvent der Universität Sankt Gallen im Sommer 2005 in das Programm bei Fiege an einem der Standorte in Polen ein. „Der Einstieg in Warschau war ziemlich schnell, rassig“, erklärt der Betriebswirt mit schweizerischem Zungenschlag. Bereits in den ersten Tagen musste Gygax mit anpacken. Der Auftrag: Lagerorganisation, ABC-Analyse, um den Umschlag im Depot zu optimieren, galt es festzustellen, welche der gelagerten Waren wie schnell umgeschlagen werden, schließlich sind die Artikel entsprechend zu platzieren. A-Ware etwa, Produkte also, die innerhalb kürzester Zeit wieder abgeholt werden, werden im Blocklager auf der Freifläche aufgestellt: Jederzeit und schnell zugänglich für An- und Auslieferung. Wohl nur ein kleines Problem, geht es lediglich um einige wenige Artikel. In einem großen Lager, das täglich von zahllosen Lkw angefahren wird, zeigt sich aber die Komplexität dieses Vorhabens. Schließlich beeinflusst der Lagerplatz jedes einzelnen Artikels die Planung für alle weiteren Plätze, die Häufigkeit der An- und Auslieferung, die Fahrwege innerhalb des Lagers und die Zeiten, zu denen die unterschiedlichen Artikel hauptsächlich an- und ausgeliefert werden. Nächster Halt: Spanien Schon während seiner letzten Monate im östlichen Nachbarland hatte Gygax sich auf seine nächste Station vorzubereiten, die ihn in Spanien erwartete: Spanischstand auf dem Stundenplan, natürlich nach getaner Arbeit. Nach sechs Monaten in Polen zog Gygax Anfang 2006 aus dem winterlichen Polen nach Spanien. Den Umzug konnte er dabei ohne große logistische Planungen durchführen, waren doch keine Möbel zu transportieren – denn zum Glück, so Gygax, „gibt es ja möblierte Wohnungen.“ Bei Fiege Iberia fiel Gygax' Aufenthalt indes etwas länger aus als geplant. „Als ich dort war, gab es gerade einen operativen Engpass,“ erklärt er die zehnmonatige Station im sonnigen Süden. Trainee-Betreuer Jens Pfeiffer zeigt sich dagegen überzeugt, der junge Einsteiger habe so gute Arbeit geleistet, dass die Kollegen in Spanien ihn gar nicht wieder gehen lassen wollten. Für eine der dortigen Niederlassungen erstellte Gygax ein Prozesshandbuch, das den optimalen Ablauf für die Umverteilung von Waren sicherstellt. Beim so genannten Crossdocking treffen an einem Knotenpunkt nahezu gleichzeitig verschiedene Transporte zusammen. Die Waren werden in neuen Stückelungen und Aufteilungen auf bereit stehende Lkw verteilt. Um dieses Papier zu erstellen, musste Gygax zunächst ermitteln, wie die Waren am Lager eingehen, ob die Eingänge beispielsweise bereits elektronisch erfasst werden oder manuell ins System eingepflegt werden müssen, welche besonderen Lagerbedingungen vorgehalten werden müssen – etwa bei Lebensmitteln – und natürlich wie die Wege zwischen den an- und abgehenden Transporten in diesem Umverteilungslager am effizientesten zu organisieren sind. Eigentlich ganz einfach? Diese Tätigkeit umreiße den gesamten Bereich Logistik recht gut, so Gygax. „Im Grunde ist das etwas ganz Einfaches: möglichst fehlerfrei, kostengünstig und zeitgerecht Abläufe sicherstellen.“ Die Tücke steckt aber wie immer im Detail, wenn einzelne Artikel eine besondere Behandlung verlangen oder viel Lagerplatz benötigen. Dann sind kreative Lösungen gefragt. Die letzte Station in Gygax' Trainee-Programm absolviert er gerade in der Systemzentrale von Fiege am Flughafen Münster-Osnabrück. An welchem Standort Gygax seine erste feste Stelle bei Fiege antritt, ist noch nicht endgültig entschieden. Vielleicht wird der Logistiker sich für Spanien entscheiden, wo Gygax sich bereits während seines ersten Aufenthalts unentbehrlich gemacht hat. Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/07 Verfasst von Karsten Peters zurück |
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