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AbsolventenInfo Ausgabe 1/07Diplomarbeit: Schnittstelle zwischen Uni und Karriere Die Diplomarbeit in einem Unternehmen zu absolvieren, bietet viele praktische Vorteile. Anja Krolls berichtet über ihre Erfahrungen.„Einführung von e-QSS bei Hygienekontrollen in mittelständischen, lebensmittelverarbeitenden Betrieben: Beurteilung und Vergleich der herkömmlichen Erfassung mit dem Einsatz von pda-Geräten“ – wer den Titel von Anja Krolls Diplomarbeit ließt, der runzelt zunächst verwundert die Stirn. Denn die angehende Ökotrophologin, die derzeit an der Fachhochschule Münster ihr Studium zur Ernährungswissenschaftlerin abschließt, wagt sich mit ihrem Forschungsziel auf Neuland. Für das Hammer Unternehmen „HG Hy-Check GbR“ testet die 24-Jährige im Rahmen ihrer Diplomarbeit ein neuartiges Dokumentationsverfahren für Hygienekontrolleure. Praktische Forschung „Für mich stand schnell fest, dass ich keine theoretisch-wissenschaftliche Diplomarbeit verfassen, sondern lieber praktisch forschen will“, erinnert sich die Leipzigerin. Auf der Suche nach einem geeigneten Betrieb und Thema kam ihr die Fachhochschule Münster zur Hilfe, die bereits seit vielen Jahren eng mit dem Hammer Unternehmen für Hygienemanagement und Hygienekontrollen zusammenarbeitet. Neben Anja Kroll beschäftigt der Betrieb derzeit drei weitere Diplomanten und zwei Praktikanten, die auf dem Gebiet der Lebensmittelhygiene forschen. Die Mischung aus Naturwissenschaft, theoretischem Wissen und praktischer Anwendung war es, die Anja Kroll vor gut fünf Jahren zum Studium der Ökotrophologie bewegte. Zunächst an der Fachhochschule in Bernburg in Sachsen-Anhalt, später im niederländischen Deventer und für einige Monate sogar in Finnland. Im Jahr 2004 schließlich wechselte die Studentin zur Fachhochschule nach Münster, um hier ihr Studium abzuschließen. „Ich wollte die Studienzeit nutzen, um in möglichst viele verschiedene Arbeits- und Unterrichtsbereiche hinein zu schnuppern“, begründet Anja Kroll ihr „Zigeunerleben“. „Wer immer nur an einer Universität war, dem entgeht vieles“, ist sich die 24-Jährige sicher. Im Sommer des vergangenen Jahres zog es die gebürtige Leipzigerin darum noch einmal ins Ausland – zu einem sechsmonatigen Praktikum in der Schweiz beim Lebensmittelkonzern Nestlé. Elektronisches Qualitätssicherungssytem Jetzt aber steckt die 24-Jährige mitten in ihrer Diplomarbeit. Zwei Tage die Woche fährt die angehende Oecotrophologin derzeit ins westfälische Hamm, um in ihrem Unternehmen vor Ort im Rahmen eines einmaligen Pilotprojektes den Einsatz eines neuen, Computer gestützten Verfahrens zur Bewertung von Hygienekontrollen in Lebensmittelbetrieben zu testen. „Derzeit werden die Ergebnisse der Kontrollen in lebensmittelverarbeitenden Betrieben zunächst vor Ort handschriftlich notiert und später zur Auswertung in den Computer übertragen. Dieses Verfahren ist zeitaufwändig und birgt Fehlerquellen“, erläutert Anja Kroll. Mit Hilfe eines pda-Geräts, in den eine neuartige Software (e-QSS – elektronisches Qualitätssicherungssytem von der Firma Neumann & Neumann) integriert ist, sollen diese Schritte nun vereinfacht und komprimiert werden. „Bislang wird die Software aber noch nicht im Bereich der Lebensmittelhygienekontrollen eingesetzt. Ziel meiner derzeitigen Tätigkeit und damit meiner Diplomarbeit ist es, herauszufinden, ob dieses System in der Tat künftig Arbeitsprozesse beschleunigen und somit effizienter gestalten könnte“, erklärt die 24-Jährige. Optimistischer Blick in die Zukunft Aus diesem Grund besucht Anja Kroll derzeit mit Kontrolleuren des Unternehmens verschiedene lebensmittelverarbeitende Betriebe, um das neue Verfahren einem Praxistest zu unterziehen. „Die Möglichkeit, selbst aktiv zu forschen, macht unglaublich viel Spaß. Zudem erhalte ich durch diese praxisnahe Diplomarbeit schon Kontakte zu potenziellen späteren Arbeitgeber, lerne Prozesse schon jetzt kennen“, fasst die angehende Ökotrophologin die Vorteile einer innerbetrieblichen Diplomarbeit zusammen. Noch befindet sich die 24-Jährige mitten in der Forschungsarbeit, aber natürlich denkt sie bereits über die Zeit nach ihrem Fachhochschulabschluss nach. „Ich hoffe, dass mir diese Diplomarbeit einige Türen öffnet“, blickt sie optimistisch in die Zukunft. „Auch wenn die praktische Forschung mehr Zeit erfordert, ich kann es nur empfehlen“, rät Anja Kroll. Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/07 Verfasst von absolventenInfo zurück |
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